Stormarn
Museumsverein

Reinbeker bewahren ihren historischen Wissensschatz

Gisela Manzel (l.) freut sich über den historischen Krug, den Gudrun Maldfeld zum Jubiläum geschenkt hat.

Gisela Manzel (l.) freut sich über den historischen Krug, den Gudrun Maldfeld zum Jubiläum geschenkt hat.

Foto: Stephanie Rutke

Mitglieder des Geschichts- und Museumsvereins Reinbek stellen sich digitaler Zukunft und sind auf der Suche nach jungen Mitstreitern.

Reinbek. Seit 30 Jahren sorgen die Mitglieder des Geschichts- und Museumsvereins Reinbek nun dafür, dass der Wissensschatz der Stadtgeschichte bewahrt wird. Viele der 90 Mitglieder feierten nun das Jubiläum im Jürgen-Rickertsen-Haus mit Gästen.

Wichtigstes Zukunftsprojekt sei die Digitalisierung des Wissens. Gisela Manzel leitet den Verein, seit drei Jahren unterstützt von ihrem Sohn Frank. Zunächst sollte sich der 58-jährige nur um die Verwaltung des Vereins kümmern, inzwischen ist daraus echtes Interesse an der Geschichte Reinbeks geworden.

Wie viele andere Vereine möchte sich auch dieser verjüngen. „Wir brauchen Leute, die Lust haben, projektbezogen zu arbeiten“, sagt Frank Manzel. „Unser wichtigstes Projekt für die Zukunft ist der Aufbau einer Datenbank, mit der wir den enormen Wissensschatz, der in drei Jahrzehnten gesammelt wurde, digitalisieren und verschlagworten wollen.“ Aus eigener Erfahrung weiß der Bankkaufmann, dass er neue Mitstreiter am besten begeistern kann, wenn jeder ein konkretes Projekt betreut.

Ab 2020 gibt’s wieder stadtgeschichtliche Spaziergänge

Aus vorhandenem Wissen entstehen auch neue Aktivitäten: Ein gutes Beispiel ist das Straßenverzeichnis der Stadt, dem der Verein mit der Digitalisierung neues Leben eingehaucht hat. Eine Idee ist, die stadtgeschichtlichen Spaziergänge ab 2020 wieder anzubieten. Dafür sucht Manzel ebenfalls Menschen, die Lust haben, Konzeption, Präsentation und Durchführung zu übernehmen.

Ein weiteres Projekt ist die Suche nach Reinbekern, die ihre eigene Geschichte erzählen möchten. „Wir denken an alle, die aus den Jahren zwischen 1960 und 2000 über ihre Erlebnisse aus Kindheit oder Jugend erzählen möchten“, sagt Frank Manzel. „Vielleicht kann das ja in den Familien in der Adventszeit zu Hause stattfinden.“ Er denke dabei an die beliebte Reihe „Weißt Du noch?“, die der Verein organisiert hatte. Wer dann mit seinen Erlebnissen etwas zum Wissensschatz des Vereins beisteuern möchte, macht den geschichtsinteressierten Reinbekern eine Freude. „Nichts von dem, was uns erzählt wird, wird veröffentlicht“, versichert Manzel. „Wir wollen mit den Geschichten arbeiten.“

Bürgermeister Björn Warmer wird Vereinsmitglied

Seine Mutter Gisela gab sich bei der Begrüßung der Gäste pragmatisch und sagte: „Ich habe Mitgliedsanträge dabei.“ Tatsächlich erhielt sie noch am Abend mehrere ausgefüllt zurück. Darunter auch einen von Bürgermeister Björn Warmer. „Sie sind eine bewundernswerte Frau“, sagte er und dankte für ihr jahrzehntelanges Engagement.

Zum Jubiläum gab es auch Geschenke. Björn Warmer hatte die letzten Exemplare von Reinbek-Aufklebern dabei, auf denen die Bille falsch herum fließt. Die Reinbekerin Katrin Bluhm schenkte ein historisches Service, von Mitglied Gudrun Maldfeld gab es einen rund 150 Jahre alten Krug mit der Aufschrift „Bei Trunk und Scherz bleibt froh das Herz“. Die 88-Jährige sagte: „Der hat schon meiner Großmutter gehört und ist immer in Familienbesitz gewesen.“

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