Stormarn
Bad Oldesloe

Nach Bürger-Protest spricht sich Politik für Lkw-Verbot aus

Die Anwohner der Grabauer Straße wollen die Lastwagen loswerden: Werner Fröhlich (von links), Petra Köberich, Hannelore Bohm, Christoph Schwencke, Fritz Tolkemitt und Jenni Boie

Die Anwohner der Grabauer Straße wollen die Lastwagen loswerden: Werner Fröhlich (von links), Petra Köberich, Hannelore Bohm, Christoph Schwencke, Fritz Tolkemitt und Jenni Boie

Foto: Finn Fischer

Die Anwohner der Grabauer Straße haben mit ihrer Petition Erfolg. Lastwagen sollen künftig fernbleiben und Tempo-Tafeln warnen.

Bad Oldesloe.  Im Kampf gegen Raser und Verkehrslärm haben Anwohner aus Bad Oldesloe einen großen Erfolg erzielt: Die Grabauer Straße soll Lkw-frei werden. Eine entsprechende Empfehlung gab es jetzt vom Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt, nachdem Bürger eine Petition mit mehr als 100 Unterschriften eingereicht hatten. Außerdem werden zu schnelle Autofahrer künftig mit Geschwindigkeitstafeln auf ihr Fehlverhalten hingewiesen.

In vielen Städten gibt es Anwohnerinitiativen, die für 30-Zonen oder Geschwindigkeitskontrollen kämpfen. Oft ziehen sich die Proteste über Jahre hin. Im Ahrensburger Stadtteil Ahrensfelde hatten Anwohner jüngst sogar eine Demonstration veranstaltet, um auf den an ihren Nerven zehrenden Verkehr aufmerksam zu machen. „Wir legen viel Wert auf die Verkehrsberuhigung in unserem Ort und da passiert bei uns leider gerade relativ wenig“, klagte Andreas Hausmann, Anwohner und Vorsitzender der Interessenvertretung Ahrensburger Kamp, kürzlich in einer Stadtverordnetenversammlung in Ahrensburg. Die Stadtverwaltung beteuert ihre Bemühungen, die Situation zu verbessern. Merkliche Verbesserungen sind dort bislang aber nicht eingetreten.

Mehr als 100 Unterschriften sind zusammengekommen

Anders jetzt in der Grabauer Straße in Bad Oldesloe. Dort erzielten Anwohner zumindest einen Teilerfolg. Christoph Schwencke zeigte sich nach dem Umwelt- und Verkehrsausschuss zufrieden: „Es soll ein Lkw-Verbot in beide Richtungen geben, Markierungen auf der Fahrbahn für die 30-Zone und feste Geschwindigkeitstafeln.“

Seit 2014 lebt Schwencke mit seiner Familie in einem Haus in der Grabauer Straße. Seitdem sei es mit dem Verkehr immer schlimmer geworden. „Wenn hier die Lastwagen über die kaputte Straße fahren, dann wackelt hin und wieder sogar das Geschirr im Schrank“, sagt er.

Zunächst hatten sich rund zehn Anwohner zusammengeschlossen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Bei anschließenden Befragungen der Nachbarschaft sei dann deutlich geworden, dass nicht nur ein paar der dort lebenden Menschen sich an dem Verkehrsaufkommen stören. „Wir haben dann eine Petition gestartet und mehr als 100 Unterschriften zusammenbekommen.“

Die Entscheidungshoheit liegt bei Kreis und Land

In der Bürgerfragestunde überreichte der Oldesloer die Petition dann an den Bürgermeister – inklusive der Forderungen: Lkw-Verbot, Grundsanierung der Straße und Lärmreduzierung, außerdem Geschwindigkeitskontrollen. Zumindest ein Teil davon wurde direkt in der Ausschusssitzung umgesetzt. Auf Antrag der CDU und mit einstimmigem Beschluss soll sich die Stadtverwaltung mit Kreis und Land in Verbindung setzen, um die Machbarkeit eines Verbots für Lkw über 7,5 Tonnen zu prüfen.

Dieser Weg ist nötig, weil die Entscheidungshoheit bei Kreis und Land liegt. Außerdem sollen künftig mindestens zwei große Straßenmarkierungen auf die bestehende 30-Zone hinweisen. Darüber hinaus wird die Stadt mehrere mobile Geschwindigkeitstafeln anschaffen. Eine fest installierte Tafel wurde in der Grabauer Straße bereits angebracht.

Grundsätzlich beschäftigt sich die Oldesloer Politik derzeit mit einer Reduzierung des Verkehrslärms. Denn nicht nur in der Grabauer Straße wird über zu schnelle Autofahrer und Lastverkehr geklagt. „Unser Lärmaktionsplan liegt seit Kurzem in Kiel zur Prüfung vor“, sagt Kurt Soeffing, kommissarischer Leiter des Bauamts. Darin ist unter anderem eine Geschwindigkeitsreduzierung auf dem Berliner Ring, in der Lorentzenstraße und Ratzeburger Straße von 50 auf 30 km/h in den Nachtstunden vorgesehen. Mit einer Entscheidung rechnet die Stadt in der ersten Jahreshälfte 2020.