Stormarn
Ahrensburg

Jugendliche setzen ein Zeichen gegen Hass

Engagierte Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule mit ihrer Klassenlehrerin Martina Mündel (v. l.): Jeannot Rösner, Çagdas Dogan und Jeremi Thomas Gomez.

Engagierte Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule mit ihrer Klassenlehrerin Martina Mündel (v. l.): Jeannot Rösner, Çagdas Dogan und Jeremi Thomas Gomez.

Foto: Elvira Nickmann

Runder Tisch Ahrensburg organisiert zum achten Mal den Gang des Erinnerns unter Mitwirkung von Schulen. Was genau geplant ist.

Ahrensburg. Die Lehren aus der Geschichte ziehen und die Herausforderungen der Gegenwart annehmen: Das ist das Ziel, das sich der Runde Tisch Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte gesetzt hat. Mit dem „Gang des Erinnerns und der Ermutigung für mehr Mitmenschlichkeit und gegenseitige Akzeptanz“ am Sonnabend, 9. November (11 Uhr), will die Initiative ein Zeichen gegen Hass und Hetze setzen.

Der Zug führt an fünf Stationen entlang. Start ist am Stolperstein für Anneliese Oelte an der Ecke Hagener Allee/Ernst-Ziese-Straße, nächster Halt an den vier Stolpersteinen der Familie Rath in der Waldstraße (11.40 Uhr). Dritte Station ist der Stolperstein für Magnus Lehmann am Rondeel (12.20 Uhr). Von dort aus führt der Weg auf den Rathausvorplatz zum „Engel der Kulturen“ (13.15 Uhr). Zum Abschluss der Aktion stellen sich Initiativen und Vereine im Rathaus-Foyer vor und laden zum Austausch ein.

Unterstützung für sein Vorhaben bekommt der Runde Tisch von einem breiten Bündnis, in das auch weiterführende Schulen eingebunden sind. Elke Petter und Klaus Fuhrmann vom Runden Tisch organisieren das Projekt. Petter sagt: „Die Beteiligung der Schulen hat über die Jahre zugenommen.“ Diese könnten selbst entscheiden, in welcher Form und welchem Umfang sie an der Gestaltung mitwirken wollten.

Schüler planen Festival zum Thema am 5. Dezember

Sieben Schüler der Klasse 10c der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule (SLG) planen beispielsweise ein Festival, das sie an der vierten Station vorstellen wollen. Deren Bedeutung erläutert Organisator Klaus Fuhrmann so: „An dieser Station nehmen wir Gegenwart und Zukunft im Umgang mit dem Rechtsextremismus in den Blick.“ Dazu gehört auch das Vorhaben der Schüler, das diese sich laut Klassenlehrerin Martina Mündel während einer Projektwoche zum Thema „Rechtspopulismus und Rechtsextremismus heute“ ausgedacht haben. Anlass seien rechte Schmierereien im März unter anderem am Schulgebäude und die Auseinandersetzung im Unterricht mit dem Nationalsozialismus gewesen.

Mündel sagt: „Angesichts dieses hoch emotionalen und schockierenden Themas sind viele Schüler entsetzt, dass Rechtspopulismus und Rechtsextremismus heute wieder eine wachsende Rolle spielen.“ Mit einem unterhaltsamen Mix aus Musik, Poetry Slam, Theater und Tanz wollen die Schüler mit dem „Kleinen Festival der Vielfalt – Wir ohne Rassismus!“ dagegen ein Zeichen setzen. Das Festival ist für Donnerstag, 5. Dezember (18.30 bis 21 Uhr), im Festsaal der SLG geplant. Vielfalt ist Trumpf, auch beim Bühnenprogramm: Laut Mündel sind weitere Beiträge willkommen.

Gang des Erinnerns ist ein offenes Beteiligungsprojekt

Jungen und Mädchen anderer Schulen setzen sich an den Stolpersteinen auf kreative Art mit den Biografien der jüdischen Apothekerin Gertrud Eickhorst und der Familie Rath auseinander. „Der Gang des Erinnerns ist ein offenes Beteiligungsprojekt“, betont Fuhrmann. Die Initiatoren wollen damit ein konstruktives und integratives Miteinander fördern. Sie hoffen auf rege Beteiligung am Mahnmarsch am 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938. Damit so etwas nie wieder passiert.