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Landhausplatz Reinbek

Zankapfel Bushaltestelle: Politik will teurere Variante

Wenn die barrierefreie Doppelhaltestelle umgesetzt wird, wird die Durchfahrt zur Wildkoppel wieder geschlossen. Der Ahorn vor dem Haus Ellermann und das Beet samt Eberesche vor dem Haus Bethause müssen weichen.

Wenn die barrierefreie Doppelhaltestelle umgesetzt wird, wird die Durchfahrt zur Wildkoppel wieder geschlossen. Der Ahorn vor dem Haus Ellermann und das Beet samt Eberesche vor dem Haus Bethause müssen weichen.

Foto: Susanne Tamm

Ausschuss hat entschieden: Zentrale Bushaltestelle soll an die nördliche Bahnhofstraße ziehen und barrierefrei umgestaltet werden.

Reinbek. Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg: Die zentrale Bushaltestelle der Stadt soll an die nördliche Bahnhofstraße ziehen und dort zu einer barrierefreien Doppelhaltestelle umgestaltet werden. Das hat jetzt eine große Mehrheit im Ausschuss für Verkehrsplanung bekräftigt. Tomas Unglaube (SPD) hatte beantragt, als Standort für den Stopp auch die Straße an der Wildkoppel zu berücksichtigen. Er plädierte für eine ergebnisoffene Betrachtung.

Dafür würden mehrere Argumente sprechen: Mehr Sicherheit für die Fußgänger auf dem Bahnhofsvorplatz, ein besserer Verkehrsfluss auf der Bahnhofstraße sowie die Erhaltung des Grünstreifens und der zentralen Parkplätze besonders für Menschen mit Handicap am Landhausplatz.

Eigene Fraktion wollte nicht folgen

Doch bis auf die FDP wollte dem SPD-Stadtverordneten niemand folgen, auch seine eigene Fraktion nicht. Anita Plietsky betonte: „Es hat keinen abschließenden und abwägenden Beschluss gegeben.“ Der Ältestenrat habe die Richtung vorgegeben.

Unglaubes Fraktionschef Volker Müller war ebenfalls anderer Ansicht als sein Parteigenosse: „Es geht hier nicht um Parkplätze, sondern um Barrierefreiheit. Außerdem muss man auch Rücksicht auf die Anwohner der Wildkoppel nehmen“, mahnte er. Seit Jahren würden sie schon damit leben, dass durch ihre Wohnstraße auch Busse fahren. Man könne diese Straße nicht zur Durchfahrtstraße für alle Busse machen.

Provisorium endlich los

Ausschussvorsitzender Günther Herder-Alpen (Grüne) sprach sich ebenfalls dafür aus, es bei dem Standort nordöstliche Bahnhofstraße zu belassen. „Dann sind wir auch endlich dieses Provisorium mit der Durchfahrt von der Wildkoppel zum Landhausplatz los“, sagte er. Auch die CDU und Forum21 wollten ebenfalls bei ihrem Beschluss aus dem Bauausschuss, bei der Festlegung auf die Bahnhofstraße, bleiben.

Tatsächlich stand die Beschlussvorlage für den vergangenen Bauausschuss im Widerspruch zum Gutachten des Wasser- und Verkehrs-Kontors aus Neumünster aus dem November 2018. In dieser Expertise wurden die beiden Varianten vergleichend gegenüber gestellt. Fazit: Für eine Doppelhaltestelle An der Wildkoppel könnten die Stopps an der Berg- und an der Hamburger Straße entfallen. Dort könnten Parkplätze eingerichtet werden. Diese Variante würde 285.000 Euro kosten.

Halt müsste barrierefrei umgebaut werden

Am anderen jetzt bevorzugten Standort würden Kosten in Höhe von 570.000 Euro anfallen. Der Halt an der Hamburger Straße müsste barrierefrei umgebaut werden (Kosten etwa 40.000 Euro). Hinzu kommt ein erforderlicher Umbau der Einmündung der Sophienstraße in die südliche Bahnhofstraße – möglichst mit einer Ampelanlage. Das Gutachten empfiehlt daher die Bushaltestelle an der Wildkoppel.

Darauf folgten jedoch starke Proteste der Anwohner. Denen sich der Ältestenrat gebeugt hat. Bauamtsleiter Sven Noetzel sagt: „Technisch umsetzbar ist der barrierefreie Halt an beiden Standorten. Es gibt keine zwingenden Gründe wie beim Standort für das neue Feuerwehrhaus. Die Wildkoppel ist technische vielleicht geeigneter. Aber städtebaulich gesehen macht es vielleicht mehr Sinn, den Verkehr aus den Wohnstraßen herauszuhalten.“