Stormarn
Wachstum nicht gewollt

Das ist Wentorfs letztes Neubaugebiet

Sabrina Bicer (32) fühlt sich mit ihrer Familie wohl im Baugebiet.

Sabrina Bicer (32) fühlt sich mit ihrer Familie wohl im Baugebiet.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Mit „Lange Asper“ wurde wohl das letzte große Baugebiet für Wentorf fertiggestellt. Die Infrastruktur lässt weiteres Wachstum nicht zu.

Wentorf. Das letzte große Baugebiet Wentorfs feierte nun mit einem Herbstfest offizielle Einweihung. Knapp 800 Menschen – vor allem junge Familien – finden „Auf dem langen Asper“ ein Zuhause. Viele Chancen für ein weiteres Wachstum der Gemeinde sehen weder Bürgermeister Dirk Petersen, noch die Politik. „Erwünscht ist es auch nicht“, verrät Petersen, die Infrastruktur lasse es nicht zu.

13.700 Einwohner zählt die Gemeinde zurzeit. Einige Zuzüge gab es auch im kürzlich fertiggestellten, 3,4 Hektar großen Baugebiet Bauernvogtskoppel. Hier leben 200 Menschen in 62 Wohnungen. Ein paar Hundert werden in den nächsten Jahren noch dazu kommen. Denn einige kleinere Projekte stehen in den Startlöchern. Über dem neu entstehenden Rewe-Markt, Hamburger Landstraße sind 66 Wohnungen geplant.

Was noch bleibt ist die Nachverdichtung

Außerdem befindet sich eine Nachverdichtung im Bereich Danziger Straße auf dem Weg. Hier sollen Gebäude aufgestockt, andere abgerissen und neu gebaut werden. Diskussionen über eine Nachverdichtung am Wischoff sind aktuell in der politischen Diskussion.

Schulen und Kitas könnten den Zuwachs laut Dirk Petersen bewältigen. Dann seien jedoch die Grenzen erreicht. Nur im Krippenbereich sei es schon knapp. Petersen: „Das geht nicht nur uns so, es ist ein kreisweites Problem. Wir werden auch daran arbeiten, eine Erweiterung ist geplant.“

300 Wohnungen auf 12 Hektar früherer Ackerfläche

Außerdem merke die Gemeinde gerade durch die vielen Baustellen, wie ausgereizt Durchfahrtsstraßen bereits sind. Der Verkehr sei ein „Riesenproblem“ für Wentorf. „Wenn es an einer Stelle zwackt, schlägt sich das direkt auf den Verkehr nieder“, sagt Petersen. Letzte landwirtschaftliche Flächen wie etwa am Ostring zu bebauen, käme deshalb für Politik und Verwaltung nicht infrage.

Somit ist das Baugebiet Lange Asper wohl tatsächlich das letzte Großprojekt der Gemeinde. 2012 gab die Politik grünes Licht für die Umsetzung. Dort, wo zuvor Ackerfläche war, entstand in drei Bauabschnitten ein grünes Baugebiet auf 12 Hektar mit 300 Wohnungen in Stadtvillen mit Eigentums- und Mietwohnungen, in Einfamilien-, Doppel-, und Reihenhäusern. 2014 wurden die ersten Wohnungen bezogen. „Eine sukzessive Fertigstellung war gewollt, damit Wentorf Schritt für Schritt wächst“, sagt Birgit Bender, Geschäftsführerin der Projektgesellschaft Wentorfer Sachsenwald, die hinter dem Bauprojekt steckt.

Gemeinschaft wird am Langen Asper großgeschrieben

Mit dem Ergebnis sind Projektgesellschaft, die Gemeinde und vor allem die Anwohner zufrieden. Sabrina Bicer (32) ist eine von ihnen. Mit ihrem Mann Mehmet und Sohn Can (5 Monate) lebt sie hier in einem Reihenhaus. Anders als viele Nachbarn ist sie in Wentorf groß geworden. „10 Jahre lang lebten wir vorher in Bergedorf. Aber ich wollte immer wieder zurück. Es ist einfach toll, in einem Neubaugebiet wie diesem zu wohnen. Die Nachbarn sind nett und es leben hier viele Kinder“, sagt die Mutter.

Gemeinschaft wird im Neubaugebiet groß geschrieben. Eine lange Grünfläche am Königsberger Ring bietet Raum für Begegnungen. Hier gibt es zudem Boulebahnen, einen Basketballkorb und Hockeytore. Zwei weitere Spielplätze runden das Angebot ab.