Stormarn
Kultur

Pantomime holt in Bad Oldesloe den Tod ins Leben

Auf Du und Du mit dem Tod: Diese anrührende Szene stammt aus einer Bühnenperformance des Pantomimen Christoph Gilsbach.

Auf Du und Du mit dem Tod: Diese anrührende Szene stammt aus einer Bühnenperformance des Pantomimen Christoph Gilsbach.

Foto: Christoph Gilsbach

Hospiz- und Palliativwochen in Stormarns Kreisstadt und Lübeck thematisieren mit umfangreichem Programm die letzte Phase des Lebens.

Bad Oldesloe. Bis Christoph Gilsbach sich mit dem Tod aussöhnt, vergeht in seiner Bühnenperformance eine ganze Lebensspanne. Der Pantomime tastet sich langsam an das Unfassbare heran, hadert mit ihm, setzt sich mit ihm auseinander. Mit seinem Theaterstück unter dem Titel „Das Leben – eine lebendige Begegnung mit dem Tod“ ist Gilsbach am Donnerstag, 17. Oktober (19 Uhr), in Bad Oldesloe zu Gast.

Arbeit als Klinik-Clown war Inspiration zu dem Stück

Die Aufführung zählt zum Programm der 6. Hospiz- und Palliativwochen in Lübeck und Bad Oldesloe. Auftakt ist am Sonnabend, 12. Oktober. 26 unterschiedliche Veranstaltungen sind bis Sonnabend, 26. Oktober, geplant – vier davon in Bad Oldesloe. Das Palliativnetz Travebogen hat das Programm in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren auf die Beine gestellt.

Seine Arbeit als Klinik-Clown hat Gilsbach zu dem Theaterstück inspiriert. „Durch diese Arbeit begegne ich der Heiterkeit, dem Lachen und der Freude in den Gesichtern der Patienten. Allerdings auch der Krankheit, dem Leid und dem Tod“, sagt der Pantomime. Die ersten spezifischen Eindrücke und Erfahrungen hätten ihn tief gerührt und dazu bewogen, das Thema Tod pantomimisch zu bearbeiten und umzusetzen.

Tod ist immer als stummer Geselle auf der Bühne dabei

Herausgekommen ist eine Zeitreise durch die menschliche Lebensstufen. Gilsbach setzt in neun Bildern unterschiedliche Altersphasen in Szene, dabei ist der Tod als stumme, aber stets präsente Gestalt für die Zuschauer auf der Bühne sichtbar. Die Darstellung soll eine Einladung an das Publikum sein, den Tod als Teil des eigenen Daseins zu begreifen. „Es ist mein Anliegen, den Tod wieder ins Leben, in den Alltag zurückzubringen“, so Gilsbach. Gerade in dieser modernen und schnelllebigen Zeit sei es notwendig, sich diesem wesentlichen Thema des Lebens wieder anzunähern.

Karten für die Vorstellung im Historischen Rathaus (Markt 5) kosten zehn Euro. Sie können unter www.luebeck-ticket.de oder beim Hospizdienst DaSei, Tel. 04531/80 07 50, bestellt werden.

Auf dem Friedhof in Bad Oldesloe (Lindenkamp 99) wird es lebendig beim „Bunten Tag über das Leben rund ums Sterben“ am Sonnabend, 19. Oktober, von 11 bis 17 Uhr. Das Hospiz- und Palliativnetz Stormarn und seine Kooperationspartner stellen die Vielfalt der Organisationen aus dem Kreis vor, die sich für Menschen in der allerletzten Lebensphase einsetzen. Besucher bekommen Informationen zu Angeboten wie dem Wünschewagen. Beantwortet werden Fragen wie: „Was passiert bei einer Sterbebegleitung?“ und „Was ist der Unterschied zwischen einem stationären Hospiz und einer ambulanten Begleitung?“ Die Experten an den Info-Ständen und am Büchertisch stehen als Ansprechpartner rund ums Thema zur Verfügung.

Verein will das Tabuthema zugänglicher machen

Besucher können den „Letzte-Hilfe-Parcours“ testen, den der Hospizdienst DaSein zusammengestellt hat. Neues über den Fortgang des Hospizbaus in Bad Oldesloe erfahren die Gäste am Stand des Vereins Lebensweg. Ebenso, wie das Leben dort aussehen soll und welches die Voraussetzungen zu einer Aufnahme sind. Mit der Kunstaktion „Before I Die“ will der Ahrensburger Hospizverein Besucher dazu ermuntern, sich spontan mit der Frage „Was will ich noch, bevor ich sterbe?“ auseinanderzusetzen. Im Angebot ist eine Friedhofsführung und für Unterhaltung sorgen die Trommlerr der Band Macamboe sowie ein Konzert der Oldesloer Musikschule. Der Eintritt zum Bunten Tag ist frei, das komplette Programm gibt’s online unter www.palliativwoche.de.

Am Donnerstag, 17. Oktober (18 Uhr), bietet der Hospizdienst DaSein im historischen Rathaus (Markt 5) eine Kurzform der von ihm seit zwei Jahren veranstalteten „Letzte-Hilfe-Kurse“ an. Diese richten sich an alle, die sich auf ihre eigene oder die letzte Lebensphase ihrer Angehörigen vorbereiten wollen. Der Verein will dazu beitragen, die Wissenslücken in Bezug auf Pflege und in Fragen des zwischenmenschlichen Umgangs mit dem Thema zu füllen. Teilnehmer des Schnupperkurses bekommen einen Überblick über die Themen und können mit anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen.

Mit der zentralen Gedenkfeier des Travebogen am Sonnabend, 26. Oktober (15 bis 17 Uhr), enden die Oldesloer Aktivitäten. In der Ev.-Luth. Kirchengemeinde (Poggenseer Weg 28) kommen Menschen zusammen, um der Verstorbenen des vergangenen Jahres zu gedenken.