Stormarn
Kommentar

Wohnen in Stormarn darf kein Luxus sein

Lutz Kastendieck ist Redakteur bei der Regionalausgabe Stormarn des Hamburger Abendblattes.

Lutz Kastendieck ist Redakteur bei der Regionalausgabe Stormarn des Hamburger Abendblattes.

Foto: Klaus Bodig / HA

Die Stormarner Kommunen sollten sich der Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht entziehen, so der Autor.

Bezahlbarer Wohnraum ist in ländlichen Regionen längst zu einem handfesten Standortfaktor geworden. Wenn Stormarner Betriebe vergeblich nach Fachkräften suchen, kann sich das schnell zu einer echten Wachstumsbremse auswachsen, wie Landrat Henning Görtz bei seiner Werbetour für Sozialwohnungen im Ahrensburger Bauausschuss feststellte.

Die Folgen des Mangels an öffentlichen geförderten Wohnungen lassen sich derweil noch viel direkter spüren. Wenn Stellen in der Kranken- und Altenpflege nicht mehr besetzt werden können, es zu langen Wartezeiten für dringende Reparaturen kommt, weil es zu wenig Handwerker gibt, oder in der Gastronomie Köche und Kellner fehlen, dann trifft uns das alle unmittelbar.

Der Aufgabe darf sich keine Kommune entziehen

Viele Menschen, die in solchen Berufen arbeiten, können sich Mieten für 10 Euro pro Quadratmeter und mehr schlicht nicht leisten. Gebraucht werden sie aber – in jeder Stadt und jeder Gemeinde des Kreises. Ebenso wie junge Familien, die mit ihren Kindern für den dringenden Nachwuchs in den Feuerwehren und anderen wichtigen Institutionen des Gemeinwohls sorgen.

Deshalb ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums eine Aufgabe, der sich keine Kommune entziehen kann. Auch mit moderatem Geschossbau, wo immer das möglich ist. Wer das nicht will, sollte sich dann aber auch nicht über zu viel Straßenverkehr, Dauerstaus und dicke Luft beschweren, wenn viele der unverzichtbaren Geringverdiener notgedrungen pendeln müssen.