Stormarn
Ahrensburg

S 4: Experten diskutieren neue Wege für die Bahn

Mitglieder und Mitstreiter der „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ setzen sich für eine Alternativstrecke entlang der Autobahn 1 zur geplanten S4-Trasse in Stormarn ein.

Mitglieder und Mitstreiter der „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ setzen sich für eine Alternativstrecke entlang der Autobahn 1 zur geplanten S4-Trasse in Stormarn ein.

Foto: HA

Bürgerinitiative lehnt Ausbau der bestehenden Gleise ab und plädiert für Route entlang der Autobahn. Info-Abend in der Stadtbücherei.

Ahrensburg.  Unter dem Motto „S 4 – Fluch oder Segen?“ lädt die „Bürgerinitiative (BI) an der Bahnstrecke Hamburg–Lübeck“ für Montag, 30. September, um 19 Uhr zu einer „Aufklärungsveranstaltung“ in die Stadtbücherei Ahrensburg (Manfred-Samusch-Straße 3) ein. „Das Thema ist deshalb so interessant, weil keiner so richtig weiß, was in Ahrensburg passieren soll“, sagt der BI-Vorsitzende Claus-Peter Schmidt. Deshalb habe die Bürgerinitiative mehrere Experten eingeladen, um die Bürger auf den neuesten Stand zu bringen.

S-Bahn soll 10-Minuten-Takt ermöglicht werden

Nach Ansicht der BI reife inzwischen die Erkenntnis, dass der Neubau von Umfahrungsgleisen entlang von Autobahnen schneller zu realisieren sei und mehr Vorteile biete, als der Ausbau der bestehenden Trasse. Weil letzterer von der Bahn als Anschluss für die Fehmarnbeltquerung favorisiert werde, drohe Anwohnern in Stormarner Städten wie Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe Dauerlärm durch eine erhebliche Zunahme des Güterverkehrs.

„Wir appellieren an die Deutsche Bahn, das Projekt sofort einzustellen und der S 4 auf den bestehenden Gleisen einen 10-Minuten-Takt zwischen Hamburg und Ahrensburg zu ermöglichen“, umreißt Schmidt zwei Kernforderungen der Bürgerinitiative. So würde der Kreis Stormarn durch eine neue Bahnstrecke entlang der A 1 deutlich mehr profitieren, als von den aktuellen Ausbauplänen durch Wohngebiete.

Talker Herbert Schalthoff moderiert die Debatte

Außerdem bekämen große Siedlungsbereiche wie Großhansdorf, Barsbüttel, Oststeinbek und Glinde mit schnellen Regionalverbindungen immense Entwicklungschancen. Zumal der Projektgruppe nicht mal aufgefallen sei, dass das Nadelöhr Horner Kurve für den Güterverkehr zum Engpass werde. „Es ist Zeit, das Schienennetz fit für die Zukunft zu machen. Neue Schienen braucht das Land“, so Schmidt.

Diskutieren werden diese Thesen und Ideen Fachanwältin Suzan Goldschmidt, die Verkehrsexperten Martin Vieregg, Dieter Döge, Peter Knoke und Bernd Friedrichs (Scandlines) sowie Naturschutzfachmann Jan Furken. Moderiert wird der Abend von Herbert Schalthoff, der durch die nach ihm benannte Talksendung „Schalthoff Live“ beim regionalen Fernsehsender Hamburg 1 bekannt geworden ist.