Stormarn
Landesstraße 94

Straßensperrung sorgt für Ärger bei vielen Oststeinbekern

Ralf Wächter, Betreiber der Nordoel-Tankstelle, ist sauer über die Planung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr.

Ralf Wächter, Betreiber der Nordoel-Tankstelle, ist sauer über die Planung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr.

Foto: FOTO: Susanne Tamm

Geschäftsleute rund um die Möllner Landstraße klagen über ausbleibende Laufkundschaft und üben Kritik am Landesbetrieb Verkehr

Oststeinbek. Die Geschäftsleute rund um die Möllner Landstraße ächzen unter der Belastung durch die Sanierung der Landesstraße 94 seit Anfang April. Während der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) versucht, durch Positivmeldungen Zuversicht zu verbreiten, wissen die Geschäftsinhaber nicht, wie sie angesichts ausbleibender Kunden und Laufkundschaft über die Runden kommen sollen.

„Ich weiß gar nicht, wie wir das noch durchhalten sollen“, sagt Üzyis Bayansar, der seit zwölf Jahren den Kiosk an der Möllner Landstraße im Centralpark Glinde betreibt. „Uns fehlen vor allem die Kunden, die sonst vor unserer Tür aus dem Bus aussteigen“, klagt er.

Kunden von Autowerkstatt verschieben sogar Termine

In Oststeinbek sorgt seit Sonnabendmorgen die unerwartete Schließung des Wiesenwegs für Diskussionsstoff. War dieser während des vorigen Sanierungsabschnitts noch zur Rennstrecke mutiert, die Grundschüler kaum überqueren konnten, können Autofahrer dort nun nur noch über die Nordoel-Tankstelle an der Ecke Wiesenweg/Möllner Landstraße Richtung Glinde fahren. Betreiber Ralf Wächter hat selbst ein Schild an der Sperre angebracht, damit seine Kunden wissen, dass sie bis zur Tankstelle durchfahren können. „Ich habe ja schon einige Baustellen erlebt, aber diese Planung ist eine Katastrophe“, sagt Wächter verärgert.

Eine Jet-Tankstelle blieb für zwei Wochen geschlossen

„Am Sonnabendmorgen wurde völlig überraschend alles gesperrt. Ich habe erst einmal unsere Einfahrt frei geräumt. Erst am Montagmorgen um 7.30 Uhr haben sie begonnen.“ Er habe nur noch etwa 50 Prozent der Kunden. „Viele wissen einfach nicht, dass sie uns trotz Baustelle erreichen können.“ Die Jet-Tankstelle schräg gegenüber hatte bis vergangenen Sonntag während des vorigen Bauabschnitts für 14 Tage geschlossen. Anfang dieser Woche wurden dort kaum Kunden gesichtet, obwohl sie wieder geöffnet und erreichbar war.

Max Weber, Juniorchef der Autowerkstatt Ambos am Wiesenweg, ist auch nicht begeistert. „Unsere Laufkundschaft fällt komplett weg. Viele Kunden, die einen Termin haben, finden den Weg zu uns nicht und sagen, sie kommen eine Woche später“, berichtet er. „Bei den Vorankündigungen des Landesbetriebes war nicht ersichtlich, dass die gesamte Kreuzung gesperrt ist“, moniert er. Oststeinbeks Bürgermeister Jürgen Hettwer bestätigt, dass dies zuerst anders geplant gewesen sei. „Das hat sich bei der letzten großen Baubesprechung am Mittwoch so ergeben“, sagt er. „Wir haben dies noch über die Gemeinde-Webseite bekannt gemacht. Der Vorteil ist, dass die Sperrungen so insgesamt um eine Woche verkürzt werden.“

Firma stellt Ordner, damit Kinder sicher Straße queren

Fußgänger und Radfahrer waren zu Beginn der Woche an der Absperrung tatsächlich reichlich unterwegs. Die Baustelle bietet ihnen Gesprächsstoff. „Ich muss nun, um zum Einkauf zum Real-Markt zu kommen, über Willinghusen und die Autobahn fahren“, erzählt Hans-Dieter Bauschke. „Aber die Straße muss nun einmal gemacht werden.“

Verwaltungschef Hettwer hakte nach, warum die versprochene Bedarfsampel vor dem Musischen Forum für die Grundschüler noch nicht eingerichtet ist. Diese soll nun zeitnah aufgestellt werden. Vorerst stellt die zuständige Firma einen Ordner, damit die Kinder auf der gegenüberliegenden Seite ihren Bus erreichen konnten.