Stormarn
Einzelhandel

Ahrensburg bekommt Laden, der auf Verpackung verzichtet

Sandra und Eberhard Fritzsche wollen Anfang Oktober ihren ersten Unverpackt-Laden in Ahrensburg eröffnen.

Sandra und Eberhard Fritzsche wollen Anfang Oktober ihren ersten Unverpackt-Laden in Ahrensburg eröffnen.

Foto: Melissa Jahn

Wer Verpackungsmüll vermeiden möchte, kann künftig in der Großen Straße einkaufen. Es wird der erste Unverpackt-Laden in Stormarn.

Ahrensburg.  Wer unverpackte Lebensmittel einkaufen und dadurch Verpackungsmüll sparen möchte, bekommt in Ahrensburg bald einen neuen Lieblingsladen. Zentral gelegen, an der Großen Straße 34 a, planen Sandra und Eberhard Fritzsche, Anfang Oktober ihren ersten Unverpackt-Laden zu eröffnen. Er ist der erste im Kreis Stormarn.

„Noch bevor die Diskussion um Plastikvermeidung hochgeschwappt ist, haben wir darauf geachtet, regional einzukaufen und Reste zu vermeiden“, sagt Eberhard Fritzsche. „Durch die Französin Marie Delaperrière sind wir schließlich auf unsere Geschäftsidee aufmerksam geworden. Sie hat den Trend aus ihrer Heimat mitgebracht und den ersten Laden deutschlandweit in Kiel realisiert.“ Der gelernte Koch war zuletzt als Grafikdesigner tätig. Sandra Fritzsche arbeitete als Bürokauffrau.

Betreiber wollen zunächst mit trockener Ware beginnen

Nun will sich das Ehepaar in der Schlossstadt endlich seinen Traum verwirklichen. „Wir haben vor Jahren einmal in Ahrensburg gewohnt, kennen die Gegebenheiten und Strukturen“, sagt die 52-Jährige. „Der gut funktionierende Wochenmarkt zeigt, dass die Einwohner Lust auf frische Lebensmittel ohne Verpackungsmüll haben.“ Geplant ist, zunächst mit trockener Ware anzufangen, Müsli, Reis oder Körner anzubieten, welche beim Kauf aus Spendern in eigene Behälter gefüllt werden.

Zusätzlich werden Reinigungsmittel und Hygieneartikel angeboten. „Wegen eventueller Säuren sollte man bei diesen Mitteln wiederverwendbare Plastikflaschen benutzen“, sagt Sandra Fritzsche. „Allerdings werden bei uns diese Behältnisse vom Lieferanten im Pfandsystem geliefert. Dadurch fällt immer noch weniger Müll an.“ Das Ehepaar lege Wert auf gute Qualität, kurze Transportwege – und natürlich die Vermeidung von Müll. Auch die Lebensmittel selbst sollen nicht weggeworfen werden. Durch das flexible System kann sich jeder genau die Menge mitnehmen, die er tatsächlich braucht.

Zum Start werden bis zu 250 Produkte angeboten

„Auch wenn wir kein reiner Bio-Laden sind, wurden doch 80 Prozent unserer Waren biologisch erzeugt“, sagt Eberhard Fritzsche. „Wir starten mit 200 bis 250 Produkten und wollen nach und nach unsere Auswahl steigern.“ Die Wünsche der Ahrensburger werden in das variable Angebot einbezogen, mit der Zeit sollen auch regionale Milch- und Frischeprodukte hinzukommen. Neben dem ökologischen Sinn gehe es aber auch um entschleunigtes Einkaufen. Das Umfüllen und Abwiegen an der Kasse koste mehr Zeit. Dafür werden die Kunden beraten. Eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. „Bei uns hetzt niemand durch die Regale. Es gilt das Tante-Emma-Prinzip“, sagt Eberhard Fritzsche.