Stormarn
Wohltorfer Straße

Täglich 100 Verkehrssünder in Reinbeker Baustelle

Die Wohltorfer Straße ist von der Schönningstedter Straße bis zum Silker Weg voll gesperrt und nur für Anlieger freigegeben. Trotzdem fahren täglich viele Autos durch. „Sie erzählen, dass sie hier wohnen, fahren dann aber weiter“, berichtet ein Arbeiter.

Die Wohltorfer Straße ist von der Schönningstedter Straße bis zum Silker Weg voll gesperrt und nur für Anlieger freigegeben. Trotzdem fahren täglich viele Autos durch. „Sie erzählen, dass sie hier wohnen, fahren dann aber weiter“, berichtet ein Arbeiter.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Durch die voll gesperrte Wohltorfer Straße fahren täglich hunderte Autofahrer durch und behindern die Straßenarbeiten.

Reinbek. Trotz Vollsperrung in beiden Richtungen schlängeln sich noch immer gut 100 Autos pro Tag vorbei an Barken und Schutthaufen durch die Wohltorfer Straße. Das berichten Arbeiter des zuständigen Bauunternehmens Depenbrock aus Stemwede bei Osnabrück und sprechen von erheblichen Behinderungen der Straßenarbeiten. Für die Polizei in Reinbek eine schwierige Situation. „Wir geben den Autofahrern keinen Freifahrtschein, aber wir müssen aufgrund der verkehrlichen Lage mit Fingerspitzengefühl an die Sache gehen“, sagt Reinbeks stellvertretender Polizeichef Jochen Sohrt.

Zum einen kämen täglich Anrufe von Anwohnern, die sich über massiven Durchgangsverkehr, zum Teil in Anliegerstraßen wie der Bernhard-Ihnen-Straße, und Raser beschweren. Zum anderen sei auch der Frust derer zu berücksichtigen, die große Umwege fahren, lange Staus in Kauf nehmen und dadurch Arzttermine verpassen oder zu spät zur Arbeit kommen.

Arbeiten liegen dennoch im Zeitplan

„In Anbetracht der angespannten Situation kontrollieren wir nicht ständig Geschwindigkeitsüberschreitungen und Ähnliches“, sagt Sohrt. Trotz allem sind täglich Streifenwagen im Gebiet rund um die Wohltorfer Straße unterwegs. „Wir können es aber nicht gänzlich verhindern, dass Leute zum Teil durch die gesperrte Wohltorfer Straße fahren“, sagt Sohrt. Die verkehrliche Lage habe sich jedoch schon „ein Stück weit eingependelt“.

„Eine spürbare Entlastung wird es geben, wenn Aumühle wieder frei ist“, sagt Sohrt. Das soll laut dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr am 27. September der Fall sein.

Auch die Sanierung der Wohltorfer Straße liegt laut Norbert Wulff vom Amt für Stadtentwicklung und Umwelt im Zeitplan. „Am 23. September startet die Asphaltierung zwischen Schönning­stedter Straße und Silker Weg“, sagt Wulff. Spätestens am 18. Oktober ist die Wohltorfer Straße dann wieder frei für den Durchgangsverkehr.

„Autofahrer fahren vorsichtiger“

Gut zwei Wochen Geduld sind also mindestens noch gefordert. Die Polizei Reinbek appelliert solange an die Vernunft der Autofahrer. In der Bernhard-Ihnen-Straße – eine Anliegerstraße – bauten Anwohner wie berichtet am Sonnabend Schilder auf, die auf scharfe Kurven hinweisen und Autofahrer bremsen sollen. Denn hier werde zu oft Tempo 30 missachtet. „Die Rückmeldungen sind positiv. Gefühlt hat sich die Situation etwas verbessert und Autofahrer fahren etwas vorsichtiger“, sagt die Initiatorin Mona Kutscha.

Trotzdem ist die Straße noch immer eine beliebte, inoffizielle Umleitung. Gestern rollten beispielsweise Autos mit Ratzeburger, Hamburger, Ostholsteiner und Lübecker Kennzeichen durch die schmale Straße. Durch am Seitenrand parkende Autos ist die Durchfahrt nur einseitig möglich und Autos hangeln sich von Parkbucht zu Parkbucht – zwischendurch müssen sich Radler und Fußgänger ihren Weg bahnen, zumindest zu den Hauptverkehrszeiten.

Beschimpfungen und Straßenblockierer

Die Anlieger zeigen Verständnis, zu Ärgernissen kommt es dennoch immer wieder. Roland Soltau (60) und sein Team eines Forstwirtschaftsbetriebs arbeiteten gestern ab 7 Uhr in einem der Gärten. Beim Entladen blockierte Soltau kurz die Straße, musste sich wüste Beschimpfungen einer Autofahrerin anhören. Auf der anderen Seite berichtet eine Autofahrerin von einem älteren Ehepaar, das die Straße mit Absicht blockiere, um den Verkehr zu vertreiben. „Ich tröste mich damit, dass es bald vorbei ist“, sagt eine ältere Anwohnerin aus dem Silker Weg.