Stormarn
Kultur

Das Hoisdorfer Theaterensemble gründet eine Chaos-WG

Psychiaterin Schanz (Marta Baranowski, l.) begutachtet ihre Patienten: Hans, den zwangsneurotischen Finanzbeamten (Tim Kröger), und die Malerin Desirée Doldas (Claudia Schur). Die Beschäftigungstherapeutin (Kaya Kröger, 3. v. l.) gibt derweil Bastelanweisungen.

Psychiaterin Schanz (Marta Baranowski, l.) begutachtet ihre Patienten: Hans, den zwangsneurotischen Finanzbeamten (Tim Kröger), und die Malerin Desirée Doldas (Claudia Schur). Die Beschäftigungstherapeutin (Kaya Kröger, 3. v. l.) gibt derweil Bastelanweisungen.

Foto: Christina Schlie

Neues Stück „Neurosige Zeiten“ spielt in psychiatrischer Anstalt. Acht Aufführungen in Großhansdorf geplant.

Grosshansdorf/Hoisdorf. Wie empfängt man Besuch in einer psychiatrischen Anstalt, ohne dass dieser merkt, wo er gelandet ist? Vor diesem Problem steht Agnes Adolon (Sarah Flentje), Spross der größten deutschen Hotel-Dynastie. Wegen ihrer Sexsucht lebt sie in einer Klapsmühle.

Anstalt wird kurzerhand als Wohngemeinschaft getarnt

Als sich nun unverhofft ihre nichts ahnende Mutter (Heike Meyer) zu Besuch anmeldet, wird die Anstalt kurzerhand zu einer WG umfunktioniert. Aus dem zwangsneurotischen Finanzbeamten Hans (Tim Kröger) wird der langjährige Lebensgefährte. Die Stalkerin Marianne (Mareike Kachel) mimt die Haushälterin. Die manisch-depressive Künstlerin Desiree (Claudia Schur) ist ab sofort die beste Freundin. Und der soziophobe Willi (Stefan Potenberg) soll den pflichtbewussten Hausmeister spielen. Selbstredend, dass bei so viel Verwirrspiel die Situation eskaliert. Als dann auch noch Schlagerstar Hardy Hammer (Timo Hilkenbach) seine Stalkerin in der Anstalt besucht, ist das Chaos perfekt.

„Die Vielfalt der Charaktere und die spielerischen Möglichkeiten haben uns alle gleich von dem Stück überzeugt“, sagt Katja Hilkenbach. In altbewährter Tradition wurden in der Vorbereitungsphase verschiedene Stücke gelesen und diskutiert. Doch die Wahl fiel schnell und eindeutig auf „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel. Nach dem Jubiläumsstück im vergangenen Jahr ist es das zweite Mal, dass die Theatergruppe ein Stück der Autorin spielt. „Ihre Stücke leben von den skurrilen und originellen Persönlichkeiten“, sagt Andreas Lüthje, der wie Hilkenbach in diesem Jahr zum Regie-Team gehört.

Jede Menge Konfliktstoff und schlüpfrige Telefonate

Seit 28 Jahren ist Katja Hilkenbach Mitglied des Ensembles. Von der Maske, der Souffleuse, dem Gestalten des Programmheftes bis hin zum Schauspiel auf der Bühne hat das Allround-Talent schon viele Aufgaben übernommen. In diesem Jahr führt sie nun erstmals die Co-Regie. „Alle Fäden in den Hand zu halten, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe“, sagt Katja Hilkenbach, die froh ist, mit Andreas Lüthje einen erfahrenen Regisseur an ihrer Seite zu haben. Lüthje, seit 2002 dabei, führt zum fünften Mal Regie. Vom Bühnenbild bis zu Tontechnik, Beleuchtung, Kartenverkauf und Kostümen wird auch in der 41. Saison des Theaters Hoisdorf alles von dem Team gestemmt. Mittlerweile zählt das Ensemble fast 50 Mitglieder. Die Komödie „Neurosige Zeiten“ verspricht zwei Stunden Spaß inbegriffen bunter Konflikte und schlüpfriger Telefonate. Premiere ist Freitag, 18. Oktober, um 20 Uhr im Waldreitersaal (Barkholt 64) in Großhansdorf. Der Eintritt kostet zwölf Euro.

Weitere Vorstellungen: Sa 19.10., Fr/Sa 24./25.1., Fr 31.1., Sa 1.2., Fr/Sa 6./7.3. Karten 12,–, Vvk.: Schreibwaren Wilbert (Eilberweg 5c, Großhansdorf), Bürgerbüro Siek (Hauptstraße 49), Theaterkasse Ahrensburg (Große Straße 15 a) oder unter www.theaterhoisdorf.de