Stormarn
Nahverkehr

Bürger fordern mit Petition bessere Taktung der S 21

Knut Suhk (Bürgermeister Aumühle), Martina Falkenberg (Bürgermeisterin Dassendorf), Dirk Petersen (Bürgermeister Wentorf), Lukas Kilian (Landtagsabgeordneter CDU), Thomas Hess, Björn Warmer (Bürgermeister Reinbek), Martin Habersaat (Landtagsabgeordneter SPD), Andrea Tschacher (Landtagsabgeordnete CDU).

Knut Suhk (Bürgermeister Aumühle), Martina Falkenberg (Bürgermeisterin Dassendorf), Dirk Petersen (Bürgermeister Wentorf), Lukas Kilian (Landtagsabgeordneter CDU), Thomas Hess, Björn Warmer (Bürgermeister Reinbek), Martin Habersaat (Landtagsabgeordneter SPD), Andrea Tschacher (Landtagsabgeordnete CDU).

Foto: Ann-Kathrin Schweers

Thomas Hess aus Aumühle sammelt 2902 Unterschriften. Politiker von CDU und SPD unterstützen die Forderung.

Reinbek. 2902 Unterschriften sammelte Thomas Hess (49) für eine Verdichtung des Taktes der S 21 bis nach Aumühle. Sein Engagement beeindruckte neben den Bürgermeistern von Reinbek und den umliegenden Kommunen auch die Landtagsabgeordneten Andrea Tschacher und Lukas Kilian von der CDU sowie Martin Habersaat von der SPD. Die Fraktionen sichern dem Reinbeker ihre Unterstützung zu. Im Landtag soll das Anliegen im Zuge des Verkehrsgutachtens, das zurzeit erstellt wird, angeschoben werden.

Thomas Hess ist mit Rad und Bahn jeden Tag gut eine Stunde nach Hamburg unterwegs. Manchmal noch länger, wenn Bahnen ausfallen oder verspätet sind. Das Pendeln war für den Informatiker 2007 noch einfacher. Denn bis zum November jenes Jahres fuhren die Bahnen morgens und auch nachmittags noch im Zehn-Minuten-Takt. Seitdem fahren sie von und nach Aumühle – außer zu den Stoßzeiten am frühen Morgen – alle 20 Minuten. Dadurch spart das Land 250.000 Euro im Jahr. „Viele Bürger veränderten daraufhin ihr Fahrverhalten und stiegen auf das Auto um“, so Thomas Hess. Eine Taktverdichtung könne jedoch die Autos wieder von der Straße holen, den Verkehr beruhigen und letzten Endes die Umwelt schonen.

Organisator war überwältigt von der Resonanz

Als der Familienvater erfuhr, dass der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat sich für die Ausdehnung des Zehn-Minuten-Taktes einsetzt, eröffnete er gemeinsam mit Sohn Jakob die Online-Petition. „Mit so einer großen Beteiligung hätte ich nicht gerechnet“, sagt Hess. 1109 der Unterzeichner stammen aus Reinbek, 405 aus Wentorf. 10,28 Prozent der Aumühler (329 Personen), sowie 11,42 Prozent aller Wohltorfer (274) setzten sich für die Taktverdichtung ein. Immerhin 203 Bergedorfer beteiligten sich sowie 131 Dassendorfer.

Im Beisein der Bürgermeister sowie der Landtagsabgeordneten „überreichte“ Hess seine Online-Petition im Reinbeker Rathaus und bekam viel Zuspruch. Aumühles Bürgermeister Knut Suhk sagte: „Es ist wichtig, dass wir nicht nur von den Ist-Zahlen ausgehen, sondern damit rechnen, dass wir durch die Taktverdichtung mehr Verkehr auf die Schienen bringen.“ An den Kosten, die Kay Uwe Arnecke, Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg GmbH, laut Hess auf 500- bis 750.000 Euro schätzt, müsse sich auch Hamburg beteiligen, findet Suhk. Bürgermeister Björn Warmer warb dafür, das Projekt in Zusammenarbeit mit Wohltorf, Aumühle und Dassendorf zu unterstützen.

Bürgermeister wollen auch Busanbindung und Parkplatzsituation verbessern

Die Landtagsabgeordneten Habersaat, Tschacher und Kilian bekräftigten, alle Fraktionen im Landtag müssten an einem Strang ziehen, um die Interessen Südstormarns zu realisieren. Um weitere Werbung für die Taktverdichtung zu machen, trägt Thomas Hess die Petition zunächst in den Petitionsausschuss des Landtags.

Im März dieses Jahres stellte die SPD-Fraktion des Landtags einen Antrag für Verbesserungen für Pendler im Bahnverkehr. In Abstimmung mit anderen Fraktionen wurde daraufhin ein Verkehrsgutachten für das Land in Auftrag gegeben. Das Gutachten kostet 250.000 Euro, soll im November fertig sein und als Grundlage für konkrete Anträge, beispielsweise zur Taktverdichtung auf der Linie S 21, dienen.

Bürgermeister und Politiker regten an, in dem Zuge auch die Busanbindungen sowie die Parkplatzsituation an den S-Bahnhöfen zu verbessern. Ein großes, gemeinsames Ziel, denn auch andere Kommunen wünschen sich Taktverdichtungen und Schienenanbindungen.