Stormarn
SPD-Parteivorsitz

Scheer und Lauterbach haben Unterstützer beisammen

Nina Scheer (SPD) ist Bundestagsabgeordnete für Stormarns Süden und das Herzogtum-Lauenburg.

Nina Scheer (SPD) ist Bundestagsabgeordnete für Stormarns Süden und das Herzogtum-Lauenburg.

Foto: Benno Kraehahn

Stormarner Kreisverband nominiert Duo einstimmig. Zustimmung auch aus Lauenburg und Segeberg sowie Leverkusen und Essen.

Bad Oldesloe.  Stormarns SPD hat sich festgelegt: Die Bundestagsabgeordnete und Umweltpolitikerin Nina Scheer sowie Fraktionsvize Karl Lauterbach sollen die Partei künftig führen. Der Vorstand des Kreisverbands beschloss einstimmig die Nominierung des Duos. Zuvor hatten sich bereits Scheers Heimatverband Lauenburg sowie die Kreisverbände Segeberg und Leverkusen für das Team ausgesprochen. Der fünfte und damit letzte nötige Kreisverband für die offizielle Kandidatur um den Parteivorsitz kam am Freitag hinzu: Auch Essen sprach sich für Scheer und Lauterbach aus.

„Nina Scheer vertritt einen neuen Führungsstil, der statt auf Autorität auf Dialog und das Zuhören setzt“, begründete Stormarns Kreisvorsitzender Tobias von Pein die Entscheidung. Er ist sicher: „Mit ihrem klaren linken Profil werden Karl Lauterbach und Nina Scheer die SPD wieder auf Kurs bringen.“ Von Pein betont: „Das war keine Entscheidung gegen jemanden, sondern für ein starkes Team.“ Als Bundestagsabgeordnete für Stormarn habe Scheer mit ihrem Eintreten für eine liberale Migrationspolitik und gegen das Werbeverbot für Abtreibungen wichtige Themenschwerpunkte gesetzt. Er hob auch Scheers Expertise im Energie- und Umweltbereich hervor. Von Peins Stellvertreterin Marion Meyer fügte hinzu: „Beide setzen die richtigen Impulse zur Neuausrichtung der SPD.“

„Der Parteivorsitz ist ein Amt, das viele Bewerber verdient“

Die 47 Jahre alte Scheer ist seit 1987 Mitglied der SPD und sitzt seit 2013 für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd im Bundestag. Lauterbach (56) ist seit 2005 Bundestagsabgeordneter, war gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und ist seit 2013 deren stellvertretender Vorsitzender. „Der Parteivorsitz ist ein Amt, das viele Bewerber verdient“, erklärten Lauterbach und Scheer ihre Kandidatur. Sie wollen einen deutlicher sozialdemokratischen Kurs einschlagen. „In der Vergangenheit haben die Menschen SPD gewählt und zu oft den Kompromiss bekommen“, kritisierten sie. Beide sind Gegner der Großen Koalition.

Bis zum 1. September können sich weitere Kandidaten bewerben. Bislang haben fünf Paare und drei Einzelkandidaten ihre Bewerbung angekündigt. Nur die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kappmann und Europa-Staatsminister Michael Roth haben bislang die notwendige Unterstützung von fünf Kreis- oder eines Landesverbandes erreicht. Vom 14. bis 25. Oktober stimmen die SPD-Mitglieder ab, bevor ein Parteitag im Dezember formell über den Parteivorstand entscheidet.