Stormarn
Sommerserie

Wir sind die Neuen: Elmenhorster schätzen grüne Idylle

Wissen die Vorzüge des Neubaugebietes im Grünen zu schätzen: Asim und Jasmin Avcilar mit ihren Kindern vor ihrem Gartenhaus.   

Wissen die Vorzüge des Neubaugebietes im Grünen zu schätzen: Asim und Jasmin Avcilar mit ihren Kindern vor ihrem Gartenhaus.   

Foto: Melissa Jahn

In unserer Sommerserie stellen wir Menschen aus Stormarner Neubaugebieten vor. So lebt es sich in Elmenhorst.

Elmenhorst. „Papa, wann ist endlich Kohlrabizeit? Ich liebe dieses Gemüse.“ Tagtäglich schaut die sechsjährige Mira-Milou den grünen Knollen beim Wachsen zu, die im 250 Quadratmeter großen Garten des Elmenhorster Neubaugebietes gedeihen – neben Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren sowie jeweils einem Kirsch- und Apfelbaum, welche ebenfalls auf dem kleinen Stück Grün hinter dem Reihenhaus ihren Platz gefunden haben. „Es ist diese Idylle, die mich sofort überzeugt hat“, sagt Vater Asim Avcilar. „In dieser kleinen und ruhigen Gemeinde grüßen sich alle Menschen – selbst wer sich nicht kennt.“

Vor knapp drei Jahren ist die Familie, zu der auch Mutter Jasmin, drei weitere Kinder und zwei Katzen mit Nachwuchs gehören, von Großhansdorf in die 2700-Einwohner-Gemeinde Elmenhorst gezogen. Freunde machten sie auf das Neubaugebiet aufmerksam, nachdem die Eigentumswohnung durch Familienzuwachs aus allen Nähten platzte. Ihr jetziges Reihenhaus mit zwei Stockwerken, in direkter Lage hinter dem Spielplatz, bietet auf 178 Quadratmetern Platz für vier Kinderzimmer – selbst für die älteste Tochter, die mittlerweile in Hamburg studiert. „Wir haben uns bewusst für das Objekt entschieden, nachdem kein Einfamilienhaus-Grundriss mit unseren Vorstellungen übereingestimmt hat“, sagt der 38 Jahre alte Heilerzieher. „Das hier ist wirklich perfekt.“

Nachbarn unterstützten sich während Bauphase

Im Unterschied zu ihrem Mann und den Kindern brauchte Jasmin Avcilar etwas länger, um sich mit der kleinen Gemeinde und der großen Durchgangsstraße B 75 anzufreunden. Letztendlich konnten die Vorzüge wie gute Einkaufsmöglichkeiten und Freundschaften der Kinder die 37 Jahre alte Erzieherin überzeugen. Und natürlich die Anbindung an ihre Arbeit in Hamburg, die für sie mit dem Auto nun sogar schneller zu erreichen ist, als zuvor von Großhansdorf aus. Und damit Elmenhorst weiterhin eine lebens- und liebenswerte Gemeinde bleibt, engagiert sich Asim Avcilar in der Kommunalpolitik, trat bereits nach kurzer Zeit in die Wählergemeinschaft Unabhängige Bürger Elmenhorst (UBE) ein.

„Ältere Einwohner vertreten andere Interessen als die junger Familien“, sagt Avcilar. „Doch das Miteinander ist hier gut und die Gemeindevertreter übernehmen gern gute neue Aspekte.“

Das harmonische Umfeld ist auch der Grund, warum Sandra Wulff sich bereits drei Jahre nach Einzug nicht mehr als Neubürgerin fühlt. Nach ihrer Trennung wollte die 47 Jahre alte Polizeibeamtin im Großraum von Bargteheide bleiben und fand bezahlbaren Wohnraum für sich und die zehnjährige Tochter in Elmenhorst. Auf dem 500 Quadratmeter großen Grundstück ließ Wulff einen 130 Quadratmeter großen Bungalow errichten. Bereits während der Bauphase unterstützten sich die Nachbarn gegenseitig, gaben Tipps bei kleineren Problemen. „Ich kenne dadurch nicht nur direkte Nachbarn, sondern auch viele aus dem weiteren Umfeld“, sagt Wulff. „Man kennt sich, ohne aufdringlich zu sein und plaudert miteinander.“

Während ihr die Entfernung nach Hamburg zunächst weit vorgekommen sei, lache sie heute nur noch darüber und genieße im Gegenzug die heile Welt des ländlichen Speckgürtels. „In meinem Garten komme ich vom Alltagsstress runter“, sagt die Polizeibeamtin. „Die Arbeit im Grünen ist fast Erholung und man sieht, was man am Ende des Tages geschafft hat.“

Älterer Neubürger hat sich schnell an die Kinder gewöhnt

Vor gut einem Jahr zog auch Nachbar Rolf Franke aus Rethwisch in das Elmenhorster Neubaugebiet. Der alleinlebende, 76 Jahre alte pensionierte Kriminalbeamte ist mit seiner 100 Quadratmeter großen Eigentumswohnung fast schon ein Exot unter den jungen Familien. Ein Umstand, der ihn zu Beginn schon etwas gestört habe, sagt Franke. „In Rethwisch sind wir zusammen alt geworden, gehörten fast alle der gleichen Generation an“, sagt Franke. „Überall Kinder um mich herum zu haben – daran musste ich mich erst gewöhnen.“

Nach dem Tod seiner Frau sei das Einfamilienhaus in direkter Nähe zu Bad Oldesloe allerdings zu groß geworden. Doch trotz zwei eigener Kinder und einem Enkelkind war ihm die Aktivität seiner Nachbarn zunächst zu viel. Nur wenige Monate später empfindet er jedoch gerade diese Lebenslust als Bereicherung. Ob er dadurch auch Kontakte knüpfen konnte, mal auf eine Grillwurst eingeladen wurde? „Bisher leider nein“, gesteht Rolf Franke. „Dafür gehen unsere Interessen durch das Alter wohl zu weit auseinander.“ Dafür sei er schon zweimal beim Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Elmenhorst vorbeigekommen, könne weiterhin seine Freundschaften in Rethwisch pflegen. „Meinen Laufclub und das Fitnessstudio habe ich nach wie vor in Bad Oldesloe“, sagt Franke. „Und dank der geringen Entfernung fahre ich auf einen Kaffee gerne mal bei Freunden vorbei.“