Stormarn
Open-Air-Programm

Theater, Kunst und Slam: Freiluftsaison im Schloss Reinbek

Anke Conradi (v. l.), Susann Pötter (grüner Hut) und Elke Güldenstein in historischen Kostümen im Hof des Reinbeker Schlosses

Anke Conradi (v. l.), Susann Pötter (grüner Hut) und Elke Güldenstein in historischen Kostümen im Hof des Reinbeker Schlosses

Foto: Elvira Nickmann

Das Open-Air-Programm des Reinbeker Schlosses bietet ein vielseitiges Programm, das Bewährtes erhält und Neues wagt.

Reinbek. Bei der Vorstellung der Freiluftsaison im Schloss Reinbek tragen Kulturchefin Elke Güldenstein und Organisatorin Susann Pötter historische Kostüme. Anlass dazu ist eine Aufführung des Neuen Globe Theaters aus Potsdam im Schlossinnenhof am Sonnabend, 24. August (20 Uhr).

Unter dem Titel „Die Streiche des Scapin“ präsentieren die Darsteller ein Stück im Stück, dessen Handlung im 17. Jahrhundert angesiedelt ist. Zum Konzept sagt Elke Güldenstein: „Die eigentliche Komödie stammt von Molière und ist in eine Rahmenhandlung eingebettet.“ Durch die Bearbeitung des Stoffs wird den Zuschauern ein Perspektivwechsel ermöglicht. Neben dem Inhalt der französischen Komödie von 1671 entsteht eine zweite Ebene, die augenzwinkernd das Geschehen hinter der eigentlichen Aufführung enthüllt. Dadurch stehen die Schauspieler von Molières Wanderbühne und die Schwierigkeiten, mit denen die Truppe zu kämpfen hat, im Mittelpunkt. So ergibt sich ein zeitloses Stück, in dem sich Theaterschaffende aller Epochen wiedererkennen könnten.

Bevor sie „Die Streiche des Scapin“ ins Programm aufnahm, schaute sich Elke Güldenstein das Stück an. Sie sagt: „Es ist ein großer Genuss, diese Komödie zu sehen.“ Die erfahrene Kulturchefin zeigt sich beeindruckt von der Professionalität und der „unglaublichen Spielfreude“ des Ensembles. „Die Kulisse im Schlosshof passt perfekt zu Molière und seiner Zeit“, so Güldenstein, die auf gutes Wetter für den Aufführungstag hofft. Bei einem kleinen Schauer würde das Stück unterbrochen, erläutert sie, sollte das Wetter gar nicht mitspielen, bekommen die Zuschauer ihr Geld zurück.

Slam mit neuem Moderator und musikalischem Feature

Nicht ganz so groß ist das Wagnis beim Sachsenwald-Slam am Dienstag, 13. August (19.30 Uhr), denn er könnte bei Bedarf in den Festsaal verlegt werden. Es wäre der Zweite auf dem Gelände unter freiem Himmel. „2018 haben wir es immerhin einmal geschafft“, gibt sich Güldenstein optimistisch. Moderator ist diesmal der unterhaltsame Sebastian Stille. Ebenfalls neu ist ein musikalisches Feature mit Jörn Boll, der eine Mixtur aus norddeutschem Witz, rockigen und südamerikanischen Rhythmen, Sprechgesang und Geschichten präsentiert. Auf der Bühne stehen die Slammer Khaaro, Paulina Behrendt, Stefan Schwarck, Kuke Monis und Carina Hansen.

Ebenfalls zu den Freiluftveranstaltungen zählt die 25. Ausstellung „Kunstwerk – Werkkunst“ am Sonnabend (15 bis 19 Uhr) und Sonntag (11 bis 18 Uhr) 17./18. August. Sie stellt angewandte und bildende Kunst im Schloss und auf dem Gelände gleichwertig nebeneinander. Etwa 140 Aussteller werden erwartet, dazu kommt ein musikalisches Programm. Die Schau zählt zu den Kulturereignissen, die bis weit über die Grenzen Reinbeks hinaus einen guten Ruf genießen.