Stormarn
Sommerserie

Wir sind die Neuen im Neubaugebiet Erlenhof

Eine glückliche Familie und ihr Lieblingsplatz: Ubbo und Lili Maecker spielen mit ihren Zwillingen Lea und Jamie (beide 5) auf dem Abenteuerspielplatz im Erlenhof.

Eine glückliche Familie und ihr Lieblingsplatz: Ubbo und Lili Maecker spielen mit ihren Zwillingen Lea und Jamie (beide 5) auf dem Abenteuerspielplatz im Erlenhof.

Foto: Marc R. Hofmann / HA

In unserer Serie „Wir sind die Neuen!“ stellen wir Menschen aus Stormarner Neubaugebieten vor. Heute: der Ahrensburger Erlenhof.

Ahrensburg. „Die Vielfalt der Häuser macht dieses Wohngebiet aus.“ So begründet Sebastian Heher die Entscheidung, mit seiner Familie in den Erlenhof nach Ahrensburg zu ziehen. Seit Anfang 2016 wohnt die Familie um den Geschäftsführer einer Bauschlosserei und Erzieherin Nadine mit Sohnemann Paul im Neubaugebiet an der Lübecker Straße. Denn neben vielen Einzel- und Doppelhäusern prägen auch Reihen- und Mehrfamilienhäuser das Quartier im Norden der Stadt, dass sich durch seine großzügig bemessenen Grünanlagen auszeichnet. Vor allem junge Familien sind es, die hier auf einer ehemaligen Apfelplantage zwischen Feldern und dem Flüsschen Aue wohnen. Aber nicht nur, wie ein Besuch des Abendblattes zeigt.

Viele Bewohner schätzen die Vielseitigkeit des Quartiers

„Die Kinder können von hier zur Schule laufen und müssen dazu nur eine einzige Straße überqueren“, sagt die 35-jährige Nadine Heher. Sie ist sehr zufrieden mit ihrem neuen Wohnort. Ihr Sohn Paul ist jetzt sechs Jahre alt, beginnt nach den Ferien an der Grundschule am Schloss. Nur mit dem Grundstückspreis habe sich die Familie erst anfreunden müssen, gibt Ehemann Sebastian unumwunden zu. Doch auch anderswo im Hamburger Randgebiet sei es nicht wesentlich günstiger gewesen.

„Hier durften wir zwei Vollgeschosse bauen“, sagt der 42-Jährige über einen der Vorzüge des Neubaugebiets. Einen weiteren nennt Ehefrau Nadine: „Ringsum wohnen junge Familien, da fühlt sich niemand gestört, wenn die Kinder mal etwas lauter spielen.“ Nur einen Punkt haben sie zu kritisieren. „Als wir gerade mit unserer Auffahrt fertig waren, wurde die Straße vor unserer Tür höher gebaut als ursprünglich geplant. Darum mussten wir sie im Anschluss noch einmal anheben. Das hat noch einmal Geld gekostet“, sagt Vater Sebastian.

Das Paar hat sich bis zu 30 Häuser angesehen

Spielkameraden von Paul sind zum Beispiel die beiden Zwillinge Lea und Jamie. Die fünf Jahre alten Kinder wohnen mit ihren Eltern Ubbo und Lili Maecker nur wenige Meter weiter. Mutter und Vater, die als IT-Spezialisten arbeiten, haben zuvor in Hamburg und Peking gelebt. Sie sind sehr zufrieden mit ihrem Haus, das nur ein schmaler Sandweg und ein Knick vom nächsten Feld trennt. „Wir haben zwei Jahre gesucht, sagt der 37-jährige Ubbo Maecker. Das Paar, dass sich in der chinesischen Hauptstadt kennengelernt hat, habe sich in der Zeit bis zu 30 Häuser angesehen, sagt Ehefrau Lili. „Viele waren in schlechtem Zustand.“ Doch nicht nur das Haus, auch der Garten ist den beiden wichtig. Im Erlenhof haben sie um ihr Einzelhaus 600 Quadratmeter Fläche, auf denen Erdbeeren, Himbeeren, aber auch Zucchini und Gurken wachsen. Vater Hua Yao Liu ist gerade aus China zu Besuch, lockert mit einer Spitzhacke den Boden auf. Ein krasser Kontrast zum Leben in Peking. „Wir leben hier nahe an der Natur, in Peking hatten wir nur Tomaten auf dem Balkon“, sagt Lili Maecker.

Familienvater Ubbo: „Beruflich ist Peking interessanter“

Die Entscheidung, aus der 30-Millionen-Metropole in die 34.000-Einwohner-Stadt zu ziehen, sei eine für die Familie gewesen, sagt Vater Ubbo. „Beruflich ist Peking interessanter.“ Außerdem könne in Peking zum Beispiel kurzfristig eine Haushaltshilfe über das Internet bestellt werden. Das sei in Deutschland noch schwierig. Den Schritt, nach Ahrensburg zu ziehen, bereuen die Maeckers dennoch nicht. „Das ist jetzt unser Zuhause“, sagt Vater Ubbo. Nur mit einer noch relativ neuen deutschen Gepflogenheit habe die Familie Schwierigkeiten: „Wir haben uns bewusst entschieden, unsere Kinder länger zu Hause zu betreuen“, sagt Mutter Lili. Vormittags treffen sie kaum jemanden auf den Spielplätzen im Viertel.

Auch Nina und Jürgen Wolf haben zwei Kinder. Mit Felix (5) und Justus (3) wohnen sie am anderen Ende des Erlenhofs, wo das Flüsschen Aue nicht weit entfernt ist. „Wir sind aus beruflichen Gründen in Ahrensburg gelandet und haben uns dann entschieden, hier zu bleiben“, sagt Vater Jürgen. Der Chemieingenieur aus Emden arbeitet im nahe gelegenen Gewerbegebiet, fährt jeden Tag mit dem Fahrrad durch das Gartenholz und über die Bahnbrücke zur Arbeit.

Ehefrau Nina (37) stammt ursprünglich aus Paderborn. Die Industriekauffrau pendelt nach Bad Oldesloe. „Die meisten müssen von hier nach Hamburg, ich hingegen fahre in die andere Richtung.“ So braucht die Familie nur ein Auto. Jürgen Wolf sagt: „An Ahrensburg gefallen mir das viele Grün und die Feste.“ Während er in der Freizeit gern mit seinem Rennrad unterwegs ist, geht die ganze Familie gern aufs Stadtfest. „Nur ein Kino fehlt mir im Moment noch“, sagt der Vater.

Rentner schätzen das Quartier wegen der Infrastruktur

So gern die Familie hier lebt, ein paar Kleinigkeiten hat sie doch anzumerken. Mutter Nina stört sich an der Geschwindigkeit mancher Autos und dem starken Verkehr gerade vor dem Kindergarten. Außerhalb der Siedlung hält Jürgen Wolf die Radwege für verbesserungswürdig. „Viele sind in schlechtem Zustand und es fehlt ein einheitliches Konzept“, sagt der 39-Jährige.

Doch nicht nur Familien leben im Erlenhof, in dem auch Mehrfamilienhäuser mit teils barrierearmen Wohnungen für ältere Menschen entstanden sind. Einer von ihnen ist Peter Schüler. Der 72-Jährige zog vor drei Jahren aus seinem Haus in Hoisdorf in die knapp 100 Quadratmeter große Wohnung in der Neubausiedlung. „Ich kann jedem nur empfehlen, diesen Schritt rechtzeitig zu gehen“, sagt der vital wirkende Rentner.

Ein Einkaufsmarkt gleich gegenüber und ein Ärztehaus im Entstehen machten die Siedlung zum perfekten Altersruhesitz, an dem er auch ohne Auto leben könnte. „Noch fahre ich gern, einmal im Jahr sogar bis ganz nach Spanien“, sagt Schüler, der früher als Leiter im Vertriebsmarketing im Axel-Springer-Verlag beschäftigt war. „Meine Eier kaufe ich aber weiter in Hoisdorf.“ Dort war er jahrelang im Golf-Club Jugendwart und hat sich um Flüchtlinge gekümmert. Nun wolle er vorrangig den Ruhestand genießen. „Auf Gartenarbeit hatte ich keine Lust mehr. Und die Zimmer hier habe ich in 15 Minuten mit einem Akku-Sauger sauber“, beschreibt er die Vorzüge der ebenerdigen Neubauwohnung. Ganz aufs Altenteil legen möchte sich Schüler nicht. „Wenn mir etwas auffällt, spreche ich das an.“ So missfällt ihm zum Beispiel eine schwer einsehbare Ecke beim Parkplatz des Rewe-Marktes. Das habe er bereits im Rathaus angesprochen, sagt er. Mit seiner Bleibe ist er zufrieden, sagt: „Mir fehlt es hier an nichts.“