Stormarn
Tangstedt

Freiwillige sammeln 30 Säcke Müll an der Costa Kiesa

Die Gruppe hatte sich über Facebook verabredet und säuberte gemeinsam drei Stunden lang die „Kiesa“. 

Die Gruppe hatte sich über Facebook verabredet und säuberte gemeinsam drei Stunden lang die „Kiesa“. 

Foto: Christopher Herbst

Aufräumaktion am Tangstedter Badesee verdeutlicht das hohe Ausmaß der Verschmutzung im nordöstlichen Uferbereich des Ausflugsziels.

Tangstedt.. „Beach Clean Up“ – so werden Aktionen genannt, bei denen Freiwillige Uferbereiche von Meeren und Seen säubern. So wie jetzt auch rund um die Costa Kiesa in Tangstedt . Die Initiative hatte ihren Ursprung in einem Facebook-Beitrag von Janet Monecker aus Norderstedt, die mit Fotos ihre Empörung über Vermüllung ausgedrückt hatte. Das Posting erhielt eine große Resonanz, woraufhin Daniela Bechump folgende Idee hatte: Mitglieder der Facebook-Gruppe „Wir, mein Norderstedt“ könnten sich doch zusammentun und gemeinsam den Unrat entfernen.

Das fanden viele Kommentatoren gut, wobei nicht jeder dann auch vorbeikam. „Die Resonanz hätte größer sein können. Ich bin aber froh, dass wir nicht nur zu zweit sind und glücklich mit acht Leuten“, sagte Daniela Bechump.

Diese trafen sich am frühen Nachmittag auf dem Parkplatz am Kringelweg. Tangstedts stellvertretende Bauhofleiterin Jane Jäger spendierte Müllgreifer und Mülltüten, dann ging es los. Rund drei Stunden arbeitete sich das Team Meter um Meter vor. Und zwar im nordöstlichen Teil des Sees. Dieser ist eigentlich Privatgelände der Firma Eggers, hier wird sogar noch Kiesabbau betrieben. Nur: An heißen Sommertagen tummeln sich dort teilweise bis in die Nacht hinein die Besucher, es wird geschwommen, gefeiert, gegrillt.

Plastik in allen Farben und Formen gesammelt

Was dann bleibt, ist der Müll. Denn während im offiziellen Badebereich, für den die Gemeinde verantwortlich ist, die Situation in den letzten Jahren besser geworden ist, scheint die Verschmutzung wenige hundert Meter weiter immer mehr zuzunehmen. Eine Auswahl der Fundstücke: Einweggrills, Stühle, Handtücher, Essensreste, Flaschen, Dosen, Windeln, Binden, Klopapier, Kondome, Zigarettenkippen und Kronkorken, Obst, Gemüse oder auch ein Regenschirm. Dazu: Plastik in allen Farben und Formen. Die Bilanz: 30 volle Müllsäcke.

„Eine gute Aktion, da ist ordentlich was zusammengekommen“, sagte Daniela Bechump. Nick Reichert (5), der mit seiner Mutter Nadine sammelte, fand sogar eine Flaschenpost. Seine Mutter scherzte angesichts der Menge an Abfall: „Wir müssen das wohl auf die nächsten Wochenenden ausweiten.“

Bürgermeister: „Müll gehört nicht in die Natur“

Vorerst soll die Aktion aber einmalig bleiben. Zuständig ist ohnehin Eggers, wobei es keine Hinweise gibt, dass es sich um Privatgelände handelt. Daniela Bechump wundert das. „Ich weiß nicht, ob nicht jemand hier Schilder aufstellen sollte.“ Denn dass der See auch hier stark genutzt wird, ist offensichtlich. Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp bedankte sich mit einem Eis und versprach: „Ich werde mich mit Herrn Eggers in Verbindung setzen. Müll, egal ob auf öffentlichem oder privatem Grund, gehört nicht in die Natur.“