Kriminalität

Reinbeks Bahnhof ist Hochburg für Fahrraddiebe

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Ein Dorado für Fahrraddiebe: Zwischen dem Bahngleis (links hinter dem Zaun) und den Bahnhofsgebäuden liegen die Stellplätze für die Räder.

Ein Dorado für Fahrraddiebe: Zwischen dem Bahngleis (links hinter dem Zaun) und den Bahnhofsgebäuden liegen die Stellplätze für die Räder.

Foto: Ann-Kathrin Schweers

Schwerpunkt dieser Taten in der Stadt liegt in unmittelbarer Nähe zur Polizei. Die appelliert: Delikte schnell anzeigen.

Reinbek. Die Polizei Reinbek appelliert an Opfer von Fahrraddiebstählen, Taten schnell anzuzeigen. Für die Versicherungen wollten er und seine Kollegen nicht arbeiten, erklärt Reinbeks Polizeichef Karsten Wagner. Es sei schon vorgekommen, dass die Eigentümer den Diebstahl erst zwei Monate später angezeigt hätten, weil sie einen Nachweis für die Versicherung brauchten: „Doch nur auf der Grundlage einer Anzeige können wir vernünftig ermitteln“, sagt Polizeihauptkommissar Karsten Wagner. Sein Kollege, Polizeiobermeister Benjamin Becker, ergänzt: „Ob das gestohlene Rad nun 30 oder 1000 Euro wert ist, ist für uns dabei eher uninteressant.“

Diebstahl-Zahlen sind rückläufig

2018 wurden in Reinbek 101 Fahrräder gestohlen, im Jahr zuvor 127 und davor 171. Für dieses Jahr liegt die Zahl zwischen 80 und 90. Das erklärt Karsten Wagner damit, dass die Räder hochwertiger werden, die Eigner in bessere Schlösser investieren. Die Zahlen sind zwar rückläufig, doch der Schwerpunkt der Diebstähle liegt quasi vor der Haustür der Polizei am S-Bahnhof. „Überall, wo viele Räder abgestellt werden, werden auch die meisten entwendet“, sagt Benjamin Becker. „In Glinde ist dies an den Schulen so, in Reinbek am S-Bahnhof.“ Dort haben die Täter die größte Auswahl. In Reinbek könnten sie zudem mit ihrer Beute in die S-Bahn steigen und schnell entkommen, selbst wenn ein Zeuge die Polizei alarmiert. „Die Fahrradparkplätze liegen hinter den Bahnhofsgebäuden verborgen“, so Wagner. „Sie sind für uns nicht einsehbar.“

Die Polizei beobachtet, dass die Diebe vor allem Räder auswählen, deren Schlösser schnell zu knacken sind. Er empfiehlt, nicht am Schloss zu sparen. „Die meisten gestohlenen Räder waren nur mit einem Spiralschloss gesichert“, hat Benjamin Becker beobachtet. „Das lässt sich in Sekunden aufbrechen.“ Er rät dazu, das Rad mit einem Bügel- oder Faltschloss zu sichern. Wichtig: „Es sollte nicht nur ab-, sondern mit dem Fahrradrahmen auch an einen festen Bügel oder ein anderes verankertes Element angeschlossen werden.“

GPS-Tracker schützt vor Verlust

Zur Identifizierung des Stehlguts sei es wichtig, die Rahmennummer zu kennen, die meist an der Unterseite eingeprägt ist. Nützlich sei auch eine zusätzliche individuelle Markierung mit einem Edding oder einem Aufkleber an einer versteckten Stelle. Empfehlenswert sei auch ein Fahrradpass, in die Radnummer, Rahmennummer, Fabrikat und eine mögliche Codierung notiert sind. Becker: „Eine Superidee ist auch der Fahrradpass als App, den man über das Handy samt Fotos als pdf an die Polizei schicken kann.“ Ein weiterer Trick sei ein kleiner GPS-Tracker, den man am Rad befestigt und dessen Standort sich per GPS verfolgen lasse.

( st )

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