Stormarn
Freiwillige Leistung

Nachfrage sinkt – Fahrdienst in Glinde zu unbekannt

Ute Rehders ist Vorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, Ortsverband Glinde.

Ute Rehders ist Vorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, Ortsverband Glinde.

Foto: Barbara Moszczynski

Der Fahrdienst des Kreises Stormarn wird nur spärlich angenommen. Der SoVD Glinde wirbt für das mobil machende Angebot.

Glinde..  Die deutsche Gesellschaft wird immer älter, viele Senioren klagen über mangelnde Mobilität und Vereinsamung. Dennoch ist das Interesse an einem vom Kreis Stormarn finanzierten Fahrdienst rückläufig.

Seit 2018 haben die Stormarner den Fahrdienst zurück. 2017 hatte der Kreis das Angebot ausgesetzt, da Nutzerzahlen rapide gesunken waren. Auch jetzt lassen sich nur wenige Menschen mit Behinderung vom Arbeiter-Samariter-Bund ins Theater, zu Seniorennachmittagen und Co. fahren. „Es ist eine freiwillige Leistung, wenn sie nicht genutzt wird, wird sie womöglich bald wieder abgeschafft“, warnt Ute Rehders, Ortsvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland.

Der Behindertenbeauftragte des Kreises Rainer Steinfeldt schätzt, dass vom Budget des Kreises – 41.000 Euro im Jahr – 2018 unter 30.000 Euro genutzt wurden. Anfang vergangenen Jahres beanspruchten 61 Stormarner den Fahrdienst, Ende des Jahres waren es noch 54. Bevor der Dienst 2016 nach 36 Jahren eingestellt wurde, hatten bis zu 300 Stormarner pro Jahr den ASB-Fahrdienst genutzt.

Kaum Glinder kennen Angebot

„Es wissen kaum Glinder von dem Angebot“, bedauert Ute Rehders und möchte nun für den Fahrdienst werben. „Aus meiner Praxis weiß ich, dass es in der Region immer mehr Menschen mit Behinderungen gibt, die nicht mobil sind. Der Fahrdienst ist optimal, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“

Doch Teilnehmer müssen einen Schwerbehindertenausweis mit „aG“ (Gehvermögen auf das Schwerste eingeschränkt), „B“ (Beim Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel ist ständige Begleitung nötig) oder „Bl“ (blind) besitzen.

Einkommensgrenze bei 1500 Euro

Zudem liegt die Netto-Einkommensgrenze bei 1500 Euro, der Wohnsitz der Nutzer muss im Kreisgebiet sein. Der Service steht für Fahrten zu Theater- und Konzertveranstaltungen, Verwandtenbesuche, Teilnahme an Ausflügen und ähnliche Zwecke zur Verfügung. Er kann monatlich für eine beliebige Fahrt im Kreisgebiet oder bis zu einem Umkreis von 50 Kilometern in Anspruch genommen werden. Es besteht die Möglichkeit, eine Begleitperson kostenfrei mitfahren zu lassen.

Anträge genehmigt der Kreis Stormarn, Fachdienst sonstige soziale Leistungen. Nach der Anmeldung erhalten Teilnehmer Gutscheine, die sie beim Fahrdienst einlösen können. Auch der SoVD Glinde hält Anträge bereit (Telefon: (040) 71 00 56 74).