Stormarn
Gewerbegebiet

Baustopp in Hamburg, Gelassenheit in Stormarn

Stapelffelds Bürgermeister Jürgen Westphal (WGS) sieht keine Gefahr für den Minervapark: „Wir planen weiter.“

Stapelfeld.  Der Weg zum ersten länderübergreifenden Gewerbegebiet von Schleswig-Holstein und Hamburg ist holprig. Am Wochenende wurde bekannt, dass die Umweltschutzorganisation BUND für den Viktoriapark, so heißt das Gebiet auf der Hamburger Seite in Rahlstedt, einen Baustopp erwirkt hat (das Abendblatt berichtete). Stellt sich die Frage, welche Auswirkungen das auf den Minervapark, so der Name des Gewerbegebietes auf der Stormarner Seite, hat. „Gar keine“, sagt Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal von der Wählergemeinschaft Stapelfeld (WGS): „Wir planen weiter.“

Naturschützer fürchten Zerstörung geschützter Biotope

Anders als in Stapelfeld war die vorbereitende Erschließung für den Viktoriapark in Rahlstedt (Bezirk Wandsbek) im Gange, eine Baustraße schon verlegt. Außerdem war angekündigt worden, dass der Stapelfelder Bürgermeister Jürgen Westphal und der Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (SPD) demnächst gemeinsam die Bebauungspläne unterzeichnen würden. Die Terminabstimmung werde geregelt, so die Auskunft vor zwei Monaten. „Das wird jetzt wohl ins Stocken geraten“, sagte Westphal gestern. Nach seiner Ansicht aber die einzige Auswirkung auf den geplanten, etwa 13 Hektar großen Minervapark, der im Anschluss an den schon bestehenden Hamburger Merkurpark entstehen soll.

Für den BUND ist das länderübergreifende insgesamt 39,5 Hektar große Bauvorhaben nahe der A 1 zwischen Rahlstedt und Stapelfeld eine nicht hinnehmbare Zerstörung geschützter Biotope. Auf dem Gebiet des Viktoriaparks gebe es mehr als 30 geschützte Tier- und Pflanzenarten. BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch bezweifelt außerdem, dass es überhaupt einen Bedarf gibt für das neue Gewerbegebiet. Dem widerspricht Stormarns Landrat Henning Görtz vehement: „Wir brauchen es dringend, auf beiden Seiten.“

Wirtschaftsförderere Hinselmann spricht von Hamburg interner Angelegenheit

Für die Erschließung des Areals in Stapelfeld ist die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) zuständig. Deren Geschäftsführer Detlev Hinselmann reagierte gestern gelassen auf die Vorgänge in der Hansestadt: „Das ist eine Angelegenheit, die Hamburg intern läuft.“ Er glaube nicht, dass sie Auswirkungen auf das Stormarner Vorgehen haben werde. „Wir als diejenigen, die das Gebiet entwickeln und vermarkten, halten uns an das, was wir mit den Stapelfeldern abgemacht haben.“

Erst kürzlich hatte der oberste Wirtschaftsförderer im Kreis erklärt, er wolle noch in diesem Jahr mit der Erschließung beginnen und 2020 damit abschließen, sodass Firmen danach anfangen könnten, ihre Gebäude hochzuziehen. Erste Vertragsabschlüsse mit Betrieben plane er noch in diesem Jahr. Hinselmann ließ keinen Zweifel daran, dass viele Unternehmen Interesse an einer Ansiedlung im geplanten Minervapark haben. Und dass er sorgfältig auswählt. Wollen Interessenten einen Chance haben, ein Grundstück im neuen Gewerbegebiet in Stapelfeld zu erwerben, müssen sie ihn bei zwei Kriterien überzeugen: „Wichtig ist die Zahl der Arbeitsplätze und die Höhe der Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde.“

Hamburger Umweltbehörde setzt auf schnelles Urteil des Verwaltungsgerichts

Dass auch der Hamburger Viktoriapark realisiert wird, davon geht die Umweltbehörde der Hansestadt weiterhin aus. Mehrere Untersuchungen hätten ergeben, dass keine artenschutzrechtlichen Bedenken bestünden. Dem Baustopp habe sie zugestimmt, damit das Verwaltungsgericht schnellstmöglich zu einem Urteil kommt.