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Bad Oldesloe

Anwohner klagen über Vandalismus an Oldesloer Schulzentrum

Anwohnerin Kathrin Depner an ihrem erneut beschädigten Auto in der Olivet-Allee in Bad Oldesloe.

Anwohnerin Kathrin Depner an ihrem erneut beschädigten Auto in der Olivet-Allee in Bad Oldesloe.

Foto: Finn Fischer

Immer wieder Zwischenfälle mit alkoholisierten Jugendlichen. Autos werden zerstört, Mülleimer in Brand gesetzt. Bürgermeister in Sorge.

Bad Oldesloe.  Vandalismus, Ruhestörungen, kaputte Flaschen: Seit Monaten scheinen sich in der Olivet-Allee am Oldesloer Schulzentrum die Zwischenfälle mit alkoholisierten Jugendlichen zu häufen. Deswegen sind Kathrin und Daniel Depner genervt. Bisher haben sie die Partys vor ihrer Haustür stillschweigend hingenommen. Und auch, dass immer wieder ihre Fahrzeuge beschädigt wurden. Jetzt ist ihre Geduld am Ende.

Innerhalb eines Jahres mussten sie fünf Mal in die Werkstatt: kaputte Scheiben, abgebrochene Spiegel, Beulen, Kratzer. Zuletzt brachten die Depners am Sonntag vor einer Woche eine zerstörte Frontscheibe zur Anzeige. „Wir haben ja nichts dagegen, dass sich Jugendliche hier in der Straße oder auf dem Schulgelände treffen“, sagt Kathrin Depner. Aber mittlerweile sei die Situation nur noch schwer zu ertragen: „Wenn wir mal zwei Wochen lang nicht die Polizei rufen müssen, freuen wir uns.“

Ein Seil wurde quer über die Straße gespannt

Vor ein paar Jahren ist die junge Familie in die Straße gezogen. Dass das Leben neben den Schulen kein ruhiges werden würde, war beiden bewusst. Daniel Depner ist in dem Haus aufgewachsen. Er sagt: „Es war hier durch die Schulen immer sehr lebhaft, und das ist auch völlig in Ordnung. Aber das mit den Sachbeschädigungen geht überhaupt nicht.“

Es sind nicht nur Autos, die regelmäßig in Mitleidenschaft gezogen werden. Glasflaschen werden auf der Straße zertrümmert, Plakate abgetreten und Mülleimer in Brand gesetzt. Regelmäßig reinigen die Depners die Straße, damit sich Hunde oder Kinder nicht an Scherben verletzen. Eine richtig gefährliche Situation gab es im Sommer vor einem Jahr. Jugendliche hatten ein Seil quer über die von Radfahrern stark frequentierte Straße gespannt. Weil die Depners die Aktion beobachteten und das Seil durchschnitten, wurde niemand verletzt.

Motorradfahrer rasen durch die Sackgasse

Eine Nachbarin, die ihren Namen aus Angst vor Repressalien durch Jugendliche lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, bestätigt die Schilderungen: „Uns wurde mal ein Kinderwagen vor der Tür gestohlen, und auch das Auto hat schon den einen oder anderen Kratzer abbekommen.“ Noch viel mehr störe sie sich aber an den Motorradfahrern, die mit hohem Tempo durch die Sackgasse jagten. Eine andere Nachbarin sieht die Situation weniger dramatisch: „Bei mir steht hin und wieder mal ein Betrunkener im Garten, und Graffiti hatte ich auch schon mal am Haus. Aber sonst bekomme ich nicht viel mit.“

Polizei spricht von „Einzelfällen“

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt bestätigte die Polizei den Seil-Vorfall und auch die Sachbeschädigungen. Von einer Häufung von Straftaten im Bereich des Schulzentrums will der Dienststellenleiter der Polizei in Bad Oldesloe, Michael Demski, aber nicht sprechen: „Für die Betroffenen sind die Sachbeschädigungen sicher ärgerlich, aber für uns sind das immer noch Einzelfälle.“

Bei Bürgermeister Jörg Lembke ist die Sorge schon etwas größer. Im Hinterkopf hat er die Geschehnisse in Bargteheide , wo die Polizei das Schulzentrum zum „gefährlichen Ort“ erklärte, nachdem es dort vermehrt zu Straftaten gekommen war. Der Verwaltungschef sagt: „Ich werde das Gespräch mit den Anwohnern suchen und natürlich auch mit der Polizei reden.“