Stormarn
Gemeindefest

Wie Großhansdorfer sich beim Sommerzauber selbst feiern

Das Besondere: Die Gemeinde zahlt die Kosten für das Fest. Viele Angebote sind daher gratis. Bürgermeister dankt Ehrenamtlichen.

Grosshansdorf.  „Mögt ihr Himbeerbonbons?“, ruft Zauberer Stefan Riesenzwerg den Kindern von der Bühne aus zu. „Jaaaa!“, schallt es vielstimmig zurück. Selbst als er nach Knoblauch- und Fischbons fragt, ist die Begeisterung des Publikums ungebrochen. Bei seinem Auftritt beim Großhansdorfer Sommerzauber hat der Entertainer seine Zuschauer voll im Griff.

Der Platz vor dem Rathaus ist bei bestem Sommerwetter proppenvoll, vor der Bühne ist ein Holzboden aufgebaut, darauf ungezählte Kinder, die gespannt jede Aktion von Riesenzwerg verfolgen. Als er die sonderbare Bonbonmixtur in einem Topf zusammenrührt, kommt nicht etwa eine Süßigkeit dabei heraus, sondern ein sprechender Frosch. Riesenzwerg präsentiert keine reine Zaubershow, sondern gut gemachte Kinderunterhaltung. Es ist kurz nach 17 Uhr und die Erwachsenen nutzen die Zeit für einen kleinen Klönschnack, sitzen entspannt bei einem Kaltgetränk auf Bänken, den Nachwuchs im Blick.

Bürgermeister beantwortet viele Fragen

Zuvor hat Bürgermeister Janhinnerk Voß sich öffentlich bei seinen Mitarbeitern und den vielen Ehrenamtlichen aus Verbänden und Vereinen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, Pfadfinder und Technisches Hilfswerk für ihren Einsatz bedankt. Das Fest lebe von ihrem Engagement, so der Bürgermeister. Für die Kosten des Fests kommt die Gemeinde auf. Das kommt gut an bei den Bürgern. Bei Familie Tillmanns-Prien beispielsweise, die mit Sohn Max (3) auf dem Gelände unterwegs ist.

Max ist ein kleiner Draufgänger und liebt die sechs Meter hohe blaue Riesenrutsche, die hinter der Grillstation der Feuerwehr steht. Das Rutschen ist kostenlos, ebenso wie die Fahrt mit dem Kinderkarussell. Claudia Tillmanns findet das gut, sie sagt: „Beim Matjesfest haben zehn Minuten Rutschen drei Euro gekostet.“ Das Sommerzauber-Programm sei eine tolle Kombination für Eltern und Kinder und ein echtes Familienfest. Nur ein Babysitterservice für abends fehle, fügt sie mit einem Lachen hinzu. Auch Claas Prien hat schon etliche Bekannte und Kindergartenkontakte getroffen, sieht das Fest als gelungen an.

Ähnliches hat auch Janhinnerk Voß beobachtet: „Neue Familien nutzen das als Kontaktbörse.“ Für ihn stelle es sich das Fest eher als große Bürgerfragestunde dar. Zu den meistgestellten Fragen zähle die, ob er bei der Veranstaltung nicht Angst um den tollen neuen Rasen auf dem Rathausplatz habe. „Der hat danach genügend Zeit, sich zu erholen“, ist sich Voß sicher.

Gegrilltes gibt es für kleines Geld

Selbst Gäste aus den USA sind beim Sommerzauber anzutreffen. Jeff Knight aus Denver hat schon Waffeln gegessen und spielt jetzt mit Tochter Alexandra Sternenhalma, eines der historischen Holzspiele, die überall auf dem Gelände verteilt stehen. In Rokokoroben gewandet, stehen Gisela und Lothar Pampuch bereit für Anweisungen und Hilfestellung. Der Sommerzauber sei ein Spaß für Bewohner und Familien, so Knight, es sei schön, dass es so etwas gebe.

Knight hat mit seiner Familie eine Freundin begleitet, die mit der Percussionband Fogo do Samba auftritt. Die Trommler liefern eine begeisternde Performance ab. Eltern nehmen ihre Kinder auf den Arm und wippen im Rhythmus mit. Auf einer Blutbuche turnen Kinder in den Ästen, andere grillen Stockbrot in der Pfadfinderjurte. Es gibt Bratwurst und Steak für kleines Geld, vor dem Grillstand bilden sich lange Warteschlangen. Kinder schlecken Eis, spielen Fangen, Erwachsene stehen in kleinen Gruppen zusammen, immer wieder ist ein überraschtes Hallo zu hören, wenn alte Bekannte aufeinander treffen. Später tanzen erst die jüngeren, dann ganze Familien zum Abschluss der Kinderdisco auf der Tanzfläche. Danach haben die Erwachsenen diese für sich, stehen in kleinen Gruppen zusammen und genießen den lauen Abend in Gesellschaft. Was hat Janhinnerk Voß so treffend über das Fest gesagt? „Wir retten damit eine Idylle in eine neue Zeit.“ Wie recht er hat.