Stormarn
Wirtschaft

Ahrensburger Institution schließt nach mehr als 40 Jahren

Stefan Mannes (68) mit einer ganz besonderen Aufnahme des Ahrensburger Schlosses

Stefan Mannes (68) mit einer ganz besonderen Aufnahme des Ahrensburger Schlosses

Foto: Katharina Gessler / HA

Ende einer Ära: Der bekannte Fotograf Stefan Mannes hört auf. Das Konzept Studio-Verkauf-Labor ging nicht mehr auf.

Ahrensburg.  Nach 500 Monaten ist jetzt Schluss. Das Ende von „mannes foto“ ist nach knapp 42 Jahren besiegelt. Als Stefan Mannes (68) am Freitag gegen 18 Uhr die Tür seines Ladens zum letzten Mal abschließt, geht in Ahrensburg eine Ära zu Ende. „Es rechnet sich nicht mehr“, sagt Fotograf Mannes. „Das Konzept Studio-Verkauf-Labor geht nicht mehr auf.“

In seinem Geschäft an der Hagener Allee 20–24 mit Porträt-Studio und Labor für digitale Entwicklung war bereits großer Ausverkauf. Überall kleben Schilder mit der Aufschrift „Alles muss raus“. Großformatige Bilder, die vor Kurzem noch die Wände zierten, haben er und seine beiden Mitarbeiterinnen abgehängt, und auch die Regale weisen deutliche Lücken auf.

Vor acht Jahren hatte Mannes das Geschäft dort eröffnet, nachdem er den vorherigen Standort an der Rathausstraße in Ahrensburg räumen musste, weil das Gebäude abgerissen wurde. Angefangen aber hat alles an der Großen Straße 19–21. Dort eröffnete Mannes sein erstes Fotogeschäft am 20. Oktober 1977. Fast drei Wochen lang hat er mit seinem Vater gewerkelt: „Wir haben alles selbst gemacht, die komplette Ladeneinrichtung.“ Was ihn damals am meisten fuchste, war der ständige Ärger mit den Großlaboren. Schwarzweißfotos habe er damals schon selbst entwickelt – bei den Farbfotos übernahmen das ebenjene großen Labore.

Der Durchbruch gelang Stefan Mannes 1978

Mit dem Ergebnis war Mannes aber oft nicht zufrieden. Er folgte deshalb einem Rat seines Vaters und richtete 1979 neben seinem Geschäft ein eigenes Farblabor ein: „Damals das erste zwischen Lübeck und Hamburg.“ Ungefähr zur gleichen Zeit etablierte er sich als Gesellschaftsfotograf. Seinen Durchbruch hatte er 1978. Ein Ahrensburger hatte ihn für die Feier zu seinem 50. Geburtstag gebucht. Der war von den Ergebnissen so begeistert, dass er nicht nur den kompletten Satz Fotos kaufte (gut 500 Bilder für 2500 Mark), sondern auch für ordentlich Publicity sorgte. Jedenfalls war Mannes der Fotograf der Stunde, wenn die Freunde dieses begeisterten Kunden etwas zu feiern hatten. „Ich habe es geliebt, Gesellschaften zu fotografieren“, sagt Mannes: „Ich war immer gerne mittendrin.“

Die Leidenschaft fürs Fotografieren entdeckte er, als er zehn Jahre alt war. Damals kaufte ihm sein Opa, Fischhändler in Hamburg-Dulsberg, seine erste Kamera. Mannes, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat, spricht von einer besonderen Gabe: „Ich sehe mehr als andere.“ Und damit wohl auch das Besondere in Momenten, die an anderen eher vorbeirauschen.

Privat fotografiert er gerne Tiere und Landschaften

Fasziniert haben ihn beispielsweise Arbeiten eines Künstlers, der ein Bild zusammengesetzt hat aus vielen einzelnen Fotos, aufgenommen mit einer Polaroid-Kamera. Stefan Mannes hat das auf seine Weise umgesetzt. Entstanden ist ein Panoramafoto des Schlosses Ahrensburg samt Park. Ein Foto aus einem Guss, einmal auf den Auslöser gedrückt und fertig. So sieht es auf den ersten Blick aus. Tatsächlich ist es aber eher ein Puzzle aus 70 einzelnen Aufnahmen. Jedes Detail ist gestochen scharf.

Und noch ein Bild hat es Stefan Mannes besonders angetan. Die Aufnahme zeigt die Fassade des ehemaligen Krankenhauses an der Manhagener Allee. Ein Künstler hatte dort ein riesiges Wandgemälde angebracht. Das Ergebnis hat Mannes in einem Bild festgehalten, das bis jetzt im Schaufenster seines Ladens gegenüber der Post hing.

Mit der digitalen Fotografie und der rasanten Verbreitung von Smartphones änderte sich für Mannes alles. Eine Revolution sei das gewesen, sagt er: „Das Bild hat keinen Wert mehr.“ Fotos von Hochzeitsgesellschaften? Machen die Gäste selbst...

Anders ist das noch bei Bewerbungsfotos und Porträts. Für die kann man Stefan Mannes auch künftig buchen (mannesfoto.de), ebenso wie seine Selfie-Box. Im übrigen freut er sich, dass er künftig mehr Zeit hat: für seine seine Frau, die vier Kinder und neun Enkelkinder. Und zum Fotografieren der Motive, die er privat am meisten liebt: Tiere und Landschaften.