Stormarn
Oststeinbek

Mehr als 100 Eichen von giftigen Raupen befallen

Die Gemeinde Oststeinbek hat bisher an 105 Eichen einen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner festgestellt. Sie hat einen Schädlingsbekämpfer beauftragt und Wege in der Feldmark vorsorglich gesperrt.

Die Gemeinde Oststeinbek hat bisher an 105 Eichen einen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner festgestellt. Sie hat einen Schädlingsbekämpfer beauftragt und Wege in der Feldmark vorsorglich gesperrt.

Foto: Susanne Tamm

Eichenprozessionsspinner breitet sich aus. Wege am Golfplatz gesperrt. Kita-Kinder müssen im Gebäude bleiben.

Oststeinbek.  Mindestens 105 Eichen rund um den Golfplatz in Oststeinbek sind von den Raupen des Eichenprozessionsspinners befallen: Mitarbeiter des Bauhofs haben am Montag die ersten Raupen des Nachtfalters entdeckt und darauf sofort alle Arbeitsabläufe umorganisiert. „Wir sind dabei, möglichst alle Eichen auf Gemeindegrund abzusuchen, vorrangig die an Kitas und Schulen sowie an Spielplätzen“, berichtet Daniel Engert, der neue Bauhofleiter.

„Wir haben sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen“, erzählt Engert weiter.

Denn diese müssten auf die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner spezialisiert sein, weil die Brennhaare der Raupen giftig seien. Sie können Allergien und Schwellungen verursachen. „Deshalb sollte man den Kontakt mit den Tieren unbedingt meiden“, empfiehlt Daniel Engert. Sollte der Verdacht bestehen, mit den Brennhaaren in Berührung gekommen zu sein, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen – ohne die Haut mit Salben oder Ähnlichem zu behandeln. Denn die Haare haben Widerhaken, die sich in der Haut festsetzen. Besonders gefährdet seien Kinder, ältere Menschen und Allergiker. Jeder Mensch reagiere anders auf den Kontakt.

Eine Reiterin leidet unter einen geschwollenen Hand

Bisher gebe es in Oststeinbek erst einen Verdachtsfall, der noch nicht bestätigt sei. Eine Reiterin habe eine geschwollene Hand. Als am Mittwoch das Ausmaß des Befalls offenbar wurde, sperrte die Gemeinde Wege in der Feldmark vorsorglich. Gestern waren dort Bauhofmitarbeiter mit dem Schädlingsbekämpfer unterwegs, um die Raupen samt ihrer gefährlichen Haare von den Bäumen abzusaugen und fachgerecht zu entsorgen.

Die Kinder der Kita Meessen, die direkt an einem der betroffenen Feldwege liegt, mussten gestern im Gebäude bleiben und die Fenster geschlossen halten.

Außerdem waren die Wege nördlich der Golf-Anlage in Verlängerung des Barsbütteler Weges gesperrt. Da nicht auszuschließen ist, dass weitere Bäume im Ort betroffen sind, rät die Verwaltung zur höchsten Wachsamkeit und bittet darum, sich bei weiteren Sichtungen unter Telefon 01 72 / 408 99 80 bei Daniel Engert zu melden.

Bauhofmitarbeiter beraten Grundeigentümer

Größere Grundeigentümer hat die Gemeinde bereits telefonisch über die Gefahr informiert. Auch private Eigentümer sollten einen Befall ernst nehmen. Die Bauhofmitarbeiter beraten auch sie bei der Bekämpfung. „Wir haben ein starkes Interesse, den Befall einzudämmen“, erklärt der Bauhofleiter.

Die dunkel-hell gestreiften Raupen mit langen, hellen Brennhaaren kriechen oft in langen Reihen – wie bei einer Prozession – über den Eichenstamm. In den Vorjahren habe es nur bis zu drei befallene Bäume in Oststeinbek gegeben. Die Ursache für dieses Ausmaß ist unklar. Daniel Engert vermutet, dass der starke Befall auf den Klimawandel zurückzuführen ist: „In einigen Jahren wird es diese Raupen auch in Flensburg oder Dänemark geben“, ist er sicher.