Stormarn
Vielerlei Kunst

Bargteheide: Künstler zeigen verborgene Gärten

Entführen in ihre „verborgenen Gärten“: Barbara Kahlke, Uwe Schildmeier und Tom Stellmacher.

Entführen in ihre „verborgenen Gärten“: Barbara Kahlke, Uwe Schildmeier und Tom Stellmacher.

Foto: Melissa Jahn

14 Mitglieder des Kunstkreises Bargteheide wirken bei der thematischen Ausstellung im Stellwerk mit. Fotografie bis Plastiken.

Bargteheide.  „Das Thema ,Verborgene Gärten’ lässt Spielraum für Interpretationen“, sagt Tom Stellmacher, der erste Vorsitzende des Bargteheider Kunstkreises. „Es reicht vom kleinen Garten in der Nachbarschaft bis hin zur Expeditionsreise in die Fantasie.“ 14 Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, das diesjährige Jahresthema auszulegen. Herausgekommen ist eine vielfältige Ausstellung mit Fotografie, Malerei und Plastiken.

Die Vernissage startet am morgigen Freitag, 14. Juni, um 19 Uhr. „Neue Ideen? Die stellen sich bei mir automatisch ein“, sagt Uwe Schildmeier. Das langjährige Mitglied des Kunstkreises hat Kunst studiert und arbeitet seit 1976 als Illustrator, Porträtist und freier Künstler. Schildmeier deutet auf ein Acrylgemälde. Es zeigt den Paradiesgarten, darin sind Menschen mit Affenmasken vor den Gesichtern zu sehen. „Ich spiele bei diesem Bild mit dem Gedanken der Evolution. Das hat sich mir geradezu aufgedrängt.“

17 Künstler kümmern sich um den Erhalt des des Stellwerks

Nicht allen fiel die Ideenfindung so leicht wie Uwe Schildmeier. Heinz-Ludwig Beckers etwa fand „sein Motiv“, ein verrostetes Auto mit Löwenzahnblumen, erst vor wenigen Tagen auf einem alten Urlaubsfoto. „Ich hatte so viel Druck, dass zuerst nichts zustande kam“, sagt der gelernte Grafiker. „Jetzt habe ich vier Tage ununterbrochen an diesem Bild gesessen und bin glücklich über das Ergebnis. Ein verdeckter Garten kommt hier zum Vorschein.“

Vor 35 Jahren mietete der Kunstkreis das 1914 gebaute und von der Bahn nicht mehr genutzte Stellwerk an. Die Mitglieder bauten das denkmalgeschützte Gebäude mit viel Eigenengagement aus. Bis heute kümmern sich 17 Künstler gemeinsam mit der Stadt um den Erhalt ihres Domizils, in dessen Räumen der Verein pro Jahr zwei große Ausstellungen gestaltet.

Viele der Vereinsmitglieder sind hauptberufliche Künstler

Zum ersten Mal hatte im März auch eine internationale Gastkünstlerin die Gelegenheit, ihre Werke zu präsentieren. Ob das Konzept weiter ausgebaut werden soll, ist jedoch nicht klar. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv. „Viele unsere Mitglieder sind hauptberufliche Künstler und mit ihrer Arbeit voll ausgelastet“, sagt Tom Stellmacher. „Wir müssen schauen, wie wir uns in der Zukunft aufstellen. Kunstarbeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“

Fünf Ausstellungen richtet der Kunstkreis in diesem Jahr aus. Damit sei die Kapazitätsgrenze annähernd erreicht. Logistisch aber auch räumlich, denn das Gebäude aus dem Jahr 1914 hat keine Zentralheizung und ist in den Monaten Dezember bis März nur eingeschränkt nutzbar. Die Planung für das kommende Jahr laufe bereits an. Zahlreiche lokale Künstler hätten bereits ihr Interesse bekundet. „Die Förderung von Nachwuchskünstlern ist eine weitere Idee“, sagt Stellmacher. „Das Konzept ist aber noch nicht auf den Punkt gebracht.“

Ausstellung Vernissage Fr 14.6., 19.00; Schau bis So 23.6., geöffnet Sa 14.00–18.00, So 11.00 bis 17.00, Stellwerk, Bahnhofstraße 21, kostenfrei