Tremsbüttel

Sparkasse Holstein stellt sich völlig neu auf

| Lesedauer: 6 Minuten
Der Sparkassen-Vorstand (v.l.): Michael Ringelhann, Thomas Piehl und Joachim Wallmeroth. In einem aufwendigen Prozess haben sie mit hunderten Mitarbeitern ein Konzept für die Zukunft entwickelt und rasch umgesetzt. Das Geldinstitut will weiter expandieren.

Der Sparkassen-Vorstand (v.l.): Michael Ringelhann, Thomas Piehl und Joachim Wallmeroth. In einem aufwendigen Prozess haben sie mit hunderten Mitarbeitern ein Konzept für die Zukunft entwickelt und rasch umgesetzt. Das Geldinstitut will weiter expandieren.

Foto: Sparkasse Holstein

Anfang 2020 eröffnet Filiale in Bergedorf. Ahrensburg und Bad Oldesloe bekommen Mittelstandszentren. Neues Immobilien-Team gebildet.

Tremsbüttel.  Die Sparkasse Holstein geht in die Offensive. Bei den traditionellen Unternehmergesprächen auf Schloss Tremsbüttel kündigte der Vorstandsvorsitzende Thomas Piehl für Anfang 2020 die Eröffnung einer neuen Filiale in Bergedorf an. Es ist die siebte Filiale der Sparkasse Holstein in Hamburg, hinzukommen drei SB-Center. „Wir wollen damit näher an unsere Kunden heranrücken. Das ist unsere Antwort auf die Globalisierung“, so Piehl.

Mit einem umfassenden Strategieprojekt hat sich die Sparkasse Holstein für die kommende Dekade neu aufgestellt. Sie will dabei vom EU-geförderten Wirtschaftsraum HanseBelt entlang der Achse Kopenhagen–Hamburg profitieren, in dem 1,3 Millionen Einwohner leben. In einer Zukunftswerkstatt unter starker Einbindung der Mitarbeiter wurden bei sieben Workshops mit 380 Teilnehmern 400 Meter Tischdecke und 1225 Karten beschrieben und dabei drei wesentliche Handlungsfelder definiert.

Geschäftsgebiet wird in drei Regionen aufgeteilt

Im Zentrum steht eine nachhaltige Stärkung des Filialnetzes. Wo Mitbewerber mit Blick auf zunehmende Online-Aktivitäten ihrer Kunden Filialen schließen, will die Sparkasse Holstein mehr Präsenz zeigen. „Wir bekennen uns zur Filiale vor Ort und zur Kompetenz in der Fläche, das ist eine unserer größten Stärken“, sagt Piehl.

Um noch gezielter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Kunden in ländlich geprägten Gebieten und in den Städten der Metropolregion Hamburg eingehen zu können, wird das Unternehmen sein Geschäftsgebiet in drei Regionen aufteilen. Die Region Nord mit dem Stammsitz in Eutin reicht von Fehmarn bis Pansdorf, die Region Mitte von Haffkrug bis Trittau, die Region Süd von Ammersbek bis Reinbek.

Damit bekommt Stormarn ein besonderes Gewicht. Nicht nur, weil Bad Oldesloe und Ahrensburg die Hauptsitze der Regionen Mitte und Süd werden. Ahrensburg soll laut Vorstandschef Piehl „deutlich aufgewertet“ werden. In der ganzen Region mit 384.673 Einwohnern, hat die Sparkasse allein 4165 Unternehmenskunden, die in 13 Filialen und zwei Mittelstandscentern betreut werden.

„Jede Region bekommt jetzt einen Leiter für Privatkunden und einen für den Mittelstand, die eng zusammenarbeiten“, erläutert Piehl. So seien die Mitarbeiter noch näher am Geschehen und könnten Kundenleistungen, orientiert an regionaler Identität, Potenzial und der jeweiligen Wettbewerbssituation punktgenau anbieten.

Besserer Service für die 500 Immobilienkunden

Das gilt in besonderem Maße für die Mittelstandskunden des Unternehmens, von der Existenzgründung bis zur Anlageberatung durch Private Banking. Piehl: „Unsere Mittelstandskunden bekommen bei uns auch in Zukunft alle benötigten Leistungen aus einer Hand.“ Für spezielle Fragestellungen, etwa im internationalen Geschäft und im Zinsmanagement, werden die lokalen Berater in den Regionen von Spezialisten-Teams unterstützt.

Für Existenzgründer wird es in jeder Region einen Start-up-Berater als direkten Ansprechpartner vor Ort geben. „Auch hier erhöhen wir unsere regionale Expertise signifikant“, verspricht Piehl. In Hamburg fänden Gründer schließlich gänzlich andere Bedingungen vor als zum Beispiel auf Fehmarn: „Diese regionalen Besonderheiten werden wir stärker berücksichtigen, um mehr Gründer erfolgreich auf ihrem Weg in die berufliche Selbstständigkeit zu begleiten.“

Stärken will die Sparkasse Holstein zudem den Service für ihre rund 500 professionellen Immobilienkunden. Sie sollen durch ein Team unter Leitung von Axel Schneider von Bad Oldesloe aus betreut werden. Neben der zentralen Lage im Geschäftsgebiet habe die Kreisstadt den Vorteil, dass dort bereits die unterstützenden Fachabteilungen sitzen.

„Von Bad Oldesloe aus sind wir mobil im gesamten Geschäftsgebiet unterwegs. Wir bündeln hohe Kompetenz an einem Ort und schaffen optimale Schnittstellen“, sagt Piehl. Für die Immobilienkunden bedeute das schnellere Kreditentscheidungen. Zumal selbst zweistellige Millionenbeträge kein Hürde für die Sparkasse Holstein seien.

In ihrer aktuellen Form bestehen bleiben wird die S-Immobiliengesellschaft Holstein (SIG). Sie soll Immobilienkunden ebenso zur Seite stehen wie die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn WAS, deren Mitgesellschafter die Sparkasse Holstein ist.

120 Unternehmer treffen sich auf Schloss Tremsbüttel

„Eutin trifft Hamburg – Stormarn verbindet“, unter diesem Motto hat die Sparkasse Holstein zum 19. Mal zu ihren traditionellen Unternehmergesprächen aufs Schloss Tremsbüttel geladen. 120 Gäste konnte Vorstandschef Thomas Piehl begrüßen, unter ihnen Landrat Henning Görtz, Claudia und Christoph Andreas Leicht vom Hansa-Park in Sierksdorf und Hela-Geschäftsführer Michael Voigt.

Zur Einstimmung auf den Gedankenaustausch verwies Piehl in der Kornscheune des Schlosses darauf, dass Eutin und die Hansemetropole Hamburg nicht nur geschäftlich eng verbunden seien, sondern auch durch die Musik. Beide Städte genießen vor allem unter Musicalfans einen hervorragenden Ruf.

Den untermauerte Hardy Rudolz, künstlerischer Leiter der Eutiner Festspiele, als Zeremonienmeister eines unterhaltsamen Potpourris bekannter Musicalstücke von „Kiss me Kate“ bis „Phantom der Oper“, dargeboten von Sängern, die jüngst für die Festspiele ab 26. Juni auf der Seebühne Eutin gecastet worden sind.

Beim gemeinsamen Abendessen in den Räumen des Tremsbütteler Schlosses setzten die Unternehmer aus dem Geschäftsgebiet der Sparkasse Holstein ihre Gespräche bei frischem Spargel aus der Region und verschiedenen Schinkensorten fort.

„Die Unternehmergespräche der Sparkasse Holstein sind immer wieder ein willkommener Anlass, um in geselliger Runde geschäftliche Netzwerke zu pflegen und zu erweitern“, so Michael Voigt als Vorstandschef des regionalen Wirtschaftsverbands VSW. An die Kommunen richtete er den Appell, Gewerbesteuern nicht nur einzunehmen, „sondern dann auch wieder in die Infrastruktur zu investieren.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn