Sportplatz

Politik bremst Wachstumsplan der TSV Reinbek

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TSV-Chefs: Rüdiger Höhne (l.) und Norbert Schlachtberger.

TSV-Chefs: Rüdiger Höhne (l.) und Norbert Schlachtberger.

Foto: René Soukup / HA

Der Verein möchte der Stadt Teile der Sportanlage abkaufen und ein neues Gebäude bauen. Mehrheit der Parteien sagt jedoch Nein.

Reinbek.  Bahnt sich ein neuer Streit zwischen der TSV Reinbek und der Stadt an? Nach dem jahrelangen Hickhack um den Kunstrasenplatz, der sich jetzt endlich im Bau befindet und eine Million Euro kostet, hat die Politik den Vorstand und die Geschäftsführung erneut verärgert. Der Verein möchte nämlich Teile der Sportanlage am Mühlenredder kaufen, um die Geschäftsstelle zu erweitern und einen Gebäuderiegel zum Beispiel für Reha-Sport zu bauen.

Die Vereinschefs betonen immer wieder, dass sie ein solches Projekt nur auf eigenem Grund umsetzen. Die Entscheidungsträger wollen die städtische Fläche aber nicht hergeben und schieben Verhandlungen zwischen Verwaltung und TSV einen Riegel vor. Damit ist der Wachstumsplan des 4000 Mitglieder zählenden Vereins vorerst auf Eis gelegt.

„Das ist eine Katastrophe, wir sind perplex“, sagt der Vereinsvorsitzende Norbert Schlachtberger. Er hatte bei allen Fraktionen vorgesprochen und für das Projekt geworben sowie bis zur jüngsten Sitzung des Jugend-, Sport- und Kulturausschusses „keine negativen Rückmeldungen bekommen“. Dort waren der Vereinschef und Geschäftsführer Rüdiger Höhne auch zugegen. Im nicht öffentlichen Teil, wo über den Grundstücksverkauf diskutiert wurde, durften sie allerdings nicht dabei sein.

Lediglich Forum 21 unterstützt den Verein

Dort gab es dann ein klares Votum gegen das TSV-Vorhaben. Zuspruch erhielt der Verein von der Wählergemeinschaft Forum 21. Dessen Fraktionschef Heinrich Dierking sagt: „Für uns ist das Abstimmungsergebnis völlig unverständlich. Die Sache hat nur Vorteile für die Stadt, der Kaufpreis ist geschätzt worden. Ich glaube, dass sich da einige vergaloppiert haben.“

Der CDU-Vorsitzende Patrick Ziebke hält dagegen: „Die Vertragsgestaltung war nicht optimal.“ Er finde das TSV-Projekt zwar spannend, möchte aber sicherstellen, „dass Vereine und andere Sportanbieter wie zum Beispiel die Volkshochschule sich mit ihren Angeboten nicht ins Gehege kommen“. Deshalb plädiert der Christdemokrat für einen runden Tisch mit allen Akteuren.

FC Voran Ohe soll umziehen

Dazu zählt er auch den FC Voran Ohe. Der Verein soll umziehen und eine neue Sportanlage im Stadtteil Neuschönningstedt erhalten. Einen politischen Beschluss gibt es schon, allerdings ist die Fläche noch nicht ausgewiesen. Beerdigt ist das TSV-Projekt für Ziebke nicht. „In zwei Jahren kann man das ja noch einmal angehen“, sagt er. Die SPD hat sich laut Fraktionschef Volker Müller darauf verständigt, einem Verkauf der Fläche zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls nicht zuzustimmen.

Gezanke hatte es zuletzt um den Kunstrasen gegeben, der Ersatz für den maroden Grandplatz ist, auf dem eine Feuerwache gebaut wird. Die Politik verweigerte sich lange, Geld zur Verfügung zu stellen. Die TSV hatte zwischendurch mit Klage gedroht, denn die Kommune ist vertraglich verpflichtet, dem Verein funktionsfähige Sportstätten zur Verfügung zu stellen. In den Kunstrasen investiert die Stadt 600.000 Euro, 250.000 steuert das Land bei und 150.000 die Aktivregion Sieker Land Sachsenwald. Die Einweihung ist für Juli geplant.

( suk )

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