Stormarn
Immobilienprojekt

Können Billigläden in Ahrensburg noch gestoppt werden?

In die Eck-Ladenfläche des Lindenhof-Gebäudes in Ahrensburg soll ein Café einziehen.

In die Eck-Ladenfläche des Lindenhof-Gebäudes in Ahrensburg soll ein Café einziehen.

Foto: Janina Dietrich

Bürgervorsteher Roland Wilde will den Einzug von Kik und Tedi verhindern. Stadtforum sieht sich bestätigt.

Ahrensburgs Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) will versuchen, den geplanten Einzug der Billigläden Kik und Tedi am Lindenhof noch zu verhindern. Die Nachricht hatte am Wochenende bei Bürgern und Politikern für Entsetzen gesorgt. Auch Wilde zeigt sich enttäuscht, ist verärgert. Er sagt: „So wurde uns das Bauprojekt nicht verkauft. Der Investor hat uns bei seiner Präsentation ein anderes, deutlich höheres Level skizziert. Nur deshalb haben wir zugestimmt.“ Die CDU hatte das Vorhaben 2016 mit den Grünen auf den Weg gebracht – trotz vehementer Proteste der anderen Fraktionen.

Es sei nicht gelungen, Interessenten zu finden

Bei der Vorstellung des Konzepts sei die Rede davon gewesen, dass ein Nahversorger ins Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses einziehen wird, so Wilde. Ein Supermarkt, bei dem sich Bürger auf dem Weg zum Bahnhof oder zurück schnell mal die nötigsten Lebensmittel kaufen könnten. Marco Daedelow, Geschäftsführer der Qcoon Real Estate GmbH, bestätigte auf Abendblatt-Anfrage, dass dies auch das Ziel des Investors und Bauherren Curata gewesen sei. Trotz deutschlandweiter Suche sei es innerhalb von zweieinhalb Jahren aber nicht gelungen, einen Interessenten zu finden. Daedelow: „Die Supermarktketten haben rund 70 öffentliche Parkplätze gefordert, das konnten wir nicht bieten.“

Die Parkplatzfrage hatte schon in der Planungsphase für Streit gesorgt. Auch die Kaufleutevereinigung Stadtforum hatte damals den Wegfall von rund 70 öffentlichen Parkplätzen am Lindenhof bemängelt und prognostiziert, dass die Geschäfte in der Innenstadt darunter leiden werden. Der Vereinsvorsitzende Götz Westphal sieht sich nun in der Kritik bestätigt. „Es ist gut, dass mit den Supermarktketten mal Auswärtige bestätigen, dass wir in Ahrensburg Parkplätze brauchen“, sagt er. „Die Firmen behaupten das schließlich nicht einfach so, sondern machen professionelle Standortanalysen.“ Die Auswahl der Läden wolle er nicht bewerten. „Die Entscheidung liegt nicht bei uns, das hätten nur Politik und Verwaltung beeinflussen können.“

Es gibt bereits ähnlich Anbieter in Ahrensburg

Bürgervorsteher Roland Wilde will sich nun mit Politik und Verwaltung besprechen. „Wir müssen gucken, was wir noch tun können und analysieren, wie das passieren konnte“, sagt er. „Denn das ist nicht das Niveau, das wir für unsere Innenstadt wollen.“

Mit dem Textildiscounter Takko im Einkaufszentrum CCA und der geplanten Eröffnung der Billig-Kaufhauskette Woolworth an der Manhagener Allee gebe es schon zwei ähnliche Anbieter in Ahrensburg. „Falls wir am Lindenhof nichts mehr korrigieren können, haben wir bereits vier solcher Geschäfte“, sagt Wilde. „Wir müssen aufpassen, dass wir das Niveau unserer Stadt nicht auf dieses Level herabsetzen.“