Stormarn
Lotterie

Wie Eislaufstar Katarina Witt Ahrensburger glücklich macht

Überraschung im eigenen Garten: Katarina Witt überreicht Simone Schacht den Scheck über 300.000 Euro.

Überraschung im eigenen Garten: Katarina Witt überreicht Simone Schacht den Scheck über 300.000 Euro.

Foto: Deutsche Postcode Lotterie

Eiskunstlauf-Olympiasiegerin überbringt 600.000 Euro für Bewohner der Schlosstadt, die bei der Postcode-Lotterie gewonnen haben.

Ahrensburg. Als es bei Simone Schacht um 13 Uhr an der Haustür klingelt und kurz darauf die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt auf der Matte steht, ist der 50-Jährigen endgültig klar: Das ist kein Traum, aus dem sie jäh erwachen wird. Nein, sie hat gewonnen. 300.000 Euro, um genau zu sein. Und so habe sich der Jubelschrei dann auch angehört. „Die Siedlung weiß Bescheid“, sagt Schacht.

Aus dem Jubelschrei ist rund eine Stunde später ein Dauergrinsen geworden. Gemeinsam mit rund 40 weiteren Gewinnern steht Schacht bei bestem Aprilwetter – Sonne, Regen, eiskalter Wind – vor dem Ahrensburger Rathaus. 600.000 Euro schüttet die Deutsche Postcode Lotterie hier heute aus.

Bei dem Gewinnspiel, das ursprünglich aus den Niederlanden kommt, melden sich Teilnehmer mit ihrer Adresse an. Aus Straßenname und Postleitzahl wird dann der sogenannte Postcode ermittelt. 12,50 Euro kostet ein Monatslos.

Einmal im Monat wird einer der Postcodes gezogen. Sind mehrere Mitspieler vor Ort, wird der Gewinn geteilt. Glück für Simone Schacht: Der für ihre Adresse ermittelte Postcode „22926 BL“ ist nur einmal im Topf. Trotzdem dürfen sich knapp 80 weitere Gewinnspieler heute mit der Ahrensburgerin freuen. Neben den 300.000 Euro für den Postcode werden noch einmal 300.000 Euro an Mitspieler aus dem Bereich der Postleitzahl ausgezahlt – 3000 Euro gab es damit pro Los für die Ahrensburger.

Ein Teil der Losverkäufe geht an regionale soziale Projekte

Das kalte Wetter ließ sich bei dem unverhofften Geldsegen also gut verschmerzen, auch wenn die knapp 15 Mitarbeiter der Lotterie ihren Gewinnern einiges abverlangten. Da sollten die mehr als 40 Glücklichen, die zum Rathaus gekommen waren, sich für ein Siegerfoto aufreihen, gemeinsam die Zahlen auf den Schecks lüften, sich freuen, die Schecks hochhalten, sich nochmal freuen, wedeln, nochmal freuen. Nach kurzer Pause dann das ganze noch einmal für die Filmkamera, bitte ...

Die Stimmung bleibt ausgelassen. „Das tolle an der Aktion ist, dass sich Nachbarn zusammen freuen“, sagt Liza Fiedler von der Deutschen Postcode Lotterie. Hinzu kommt der soziale Gedanke: 30 Prozent aus den Losverkäufen der gemeinnützigen GmbH gehen an gemeinnützige Projekte in der Region. 5000 Euro bekam etwa die BürgerStiftung Region Ahrensburg, die am Sonnabend vor dem Rathaus auch mit einem kleinen Stand vertreten ist. Das Geld sei in das Bürgerportal der Stiftung gegangen, erläutert dessen Vorsitzender Michael Eckstein in einer Dankesrede: „Damit wollen das Ehrenamt in der Region bekannt machen und stärken.“

Katarina Witt hat das Schloss besonders gefallen

Auch Henry-Oliver Jakobs, Geschäftsführer von „Gefangene helfen“ nutzte die Gelegenheit. Mit 10.500 Euro wurde der Verein, der in Schulen Präventionsarbeit zum Thema Kriminalität leistet, von der Lotterie bedacht. Rund 20 Ehrenamtler leisten diesen Dienst. „20 bis 30 Klassen konnten wir von dem Geld besuchen“, sagt Jakobs.

Mit den Gewinnern freute sich außerdem Gastgeber und Bürgermeister Michael Sarach: „Vor allem freue ich mich für die gemeinnützigen Projekte.“ Ein Foto mit Katarina Witt wollte Ahrensburgs Verwaltungschef sich dann aber auch nicht entgehen lassen. Lächeln. Klick. Eine schöne Erinnerung.

Die Hauptgewinnerin will sich ein Motorrad schenken

Für Witt, die als Botschafterin für die Lotterie auftritt, war es der erste Besuch in Ahrensburg. „Es ist schön, neue Orte zu entdecken“, sagt sie nach einigen Fotos mit glücklichen Gewinnern. Aus dem Auto heraus sei ihr besonders das schöne Schloss ins Auge gefallen. Ob sie wisse, dass das Rathaus auch ein Denkmal sei? „Das hat mir jemand erzählt“, sagt Witt. „Hm.“ Kurze Pause, ein charmantes Lächeln. „Sie sollten in drei Jahren mal wieder nach Ahrensburg kommen“, scherzt Sarach.

Hauptgewinnerin Simone Schacht kann das Ganze noch nicht so wirklich fassen. Die kaufmännische Angestellte hat aber schon Pläne: ein schönes Motorrad für sich selbst, je ein kleines Auto für die beiden Töchter. Und der Gatte? Da fiele ihnen schon noch etwas ein: „Heute Abend wird erst mal gefeiert.“