Stormarn
Bad Oldesloe/Reinfeld

Wild sorgt erneut für Polizeieinsatz und Zugverspätungen

Hirsche und andere Wildtiere kreuzen derzeit vermehrt die Bahnschienen am Wald Kneeden bei Bad Oldesloe. Zuletzt waren zwei Tiere (Symbolfoto) von Zügen erfasst worden.

Hirsche und andere Wildtiere kreuzen derzeit vermehrt die Bahnschienen am Wald Kneeden bei Bad Oldesloe. Zuletzt waren zwei Tiere (Symbolfoto) von Zügen erfasst worden.

Foto: T. Martin / Deutsche Wildtier Stiftung / T.

Weil ein Reh vom Zug erfasst wurde, musste die Bahnstrecke bei Bad Oldesloe gesperrt werden. Am Vortag gab es einen ähnlich Unfall.

Bad Oldesloe.  Weil erneut ein Wildtier auf den Gleisen zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld angefahren wurde, musste am Mittwochvormittag die Bahnstrecke zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld gesperrt werden. Laut einer Bahnsprecherin suchte die Bundespolizei die Strecke ab, um auszuschließen, dass angefahren Tiere dort qualvoll verenden. Bereits am Vortag war auf diesem Abschnitt eine Hirschkuh von einem Zug erfasst und getötet worden.

„Beide Vorfälle haben sich auf dem Abschnitt zwischen dem Wald Kneeden und der B 75 ereignet“, so die Sprecherin. Die Bundespolizei will nun die Situation auf dem Streckenabschnitt weiter beobachten und Gespräche mit der Bahn führen. „Wir wollen gucken, ob man da was machen kann“, sagt der Sprecher Gerhard Stelke. Sollte der vermehrte Wildwechsel weiter anhalten, seien Maßnahmen wie langsames Fahren an der Stelle denkbar.

Bahn sieht den Vorschlag der Polizei kritisch

„Aber vielleicht erledigt sich das Problem demnächst von allein, wenn der Wildwechsel wieder nachlässt“, sagt Stelke. Laut der Bahn sind solche Maßnahmen eher unwahrscheinlich. „Wildwechsel gibt es, solange es die Bahnstrecke gibt“, sagt die Bahnsprecherin. Ferner kämen Zehntausende Pendler zu spät zur Arbeit, würden Anschlusszüge verpassen, würden die Züge langsamer fahren.

Auch andere Maßnahmen wie einen Zaun lehnt die Bahn ab. „Wo sollen wir anfangen, wo aufhören?“ Zudem suchten sich die Tiere immer einen Weg. „Und die ganze Strecke können wir auch nicht einzäunen“, so die Sprecherin, die es als äußerst ungewöhnlich bezeichnet, dass binnen kurzer Zeit auf demselben kleinen Abschnitt zwei Tier von Zügen erfasst wurden. Die Folge am Mittwoch waren Verspätungen auf den Strecken der RE 8 oder RE 80 zwischen Hamburg und Lübeck von bis zu 45 Minuten.

Doch der Polizeieinsatz war nicht der einzige Grund, warum Pendler sich in Geduld üben mussten. Nachdem der Strecke zwischen Oldesloe und Reinfeld wieder freigegeben wurde, kam es zu einer technischen Störung zwischen Ahrensburg und Rahlstedt, die ebenfalls für Verspätungen sorgte.