Stormarn
Bürgerbeteiligung

Ahrensburger starten Petition zum Bau der Südtangente

Tausende Autos durchfahren die Straße Brauner Hirsch jeden Tag.

Tausende Autos durchfahren die Straße Brauner Hirsch jeden Tag.

Foto: Hans Werner Müller

Einwohner wollen ihrem Anliegen mit Aktion im Internet Nachdruck verleihen. Experten prognostizieren weiteren Verkehrsanstieg.

Ahrensburg. Einwohner aus den südlichen Ahrensburger Stadtteilen haben eine Onlinepetition für eine Umgehungsstraße gestartet. „8500 Autos am Tag sind genug – baut eine Südtangente Ahrensburgs“, ist der Titel. Federführend ist Silke Quast-Müller, Vereinsvorsitzende der Bürgergemeinschaft Am Hagen. Die Initiatoren fordern von den Parteien und von Bürgermeister Michael Sarach den Bau der etwa fünf Kilometer langen Straße „mit Nachdruck weiter zu verfolgen“.

In sechs Wochen müssen mindestens 570 Unterschriften gesammelt werden, damit die Plattform openPetition eine Stellungnahme von den Stadtverordneten einfordert. Rund 80 Bürger haben bisher unterzeichnet. „Starke Lärmbelästigung und Gefahr für Kinder und Fußgänger“, sieht etwa eine Frau. Die Dorfstraße in Ahrensfelde und der Spechtweg seien „zu Rennstrecken umfunktioniert worden“, meint eine andere. Auf der Route Brauner Hirsch/Dorfstraße – die Querverbindung zwischen dem Osten von Hamburg (Volksdorf/Rahlstedt) und dem A-1-Anschluss Ahrensburg – nimmt der Durchgangsverkehr stetig zu.

Experten prognostizieren weiteren Verkehrsanstieg

Gutachter prognostizieren für 2030 täglich zwischen 10.500 und 11.700 Fahrzeuge. „Zu Stoßzeiten sind Ortsteile beiderseits der Straßen praktisch voneinander getrennt“, heißt es in der Begründung zur Petition. Lärmschutz sei beim Bau der Straßen und Häuser vor Jahrzehnten nicht vorgeschrieben gewesen. Das wäre jetzt bei einer neuen Umgehung anders. Eine Südtangente würde den Verkehr weitgehend aus den Wohngebieten heraushalten. Zusätzlich werde die Innenstadt um mindestens 2500 Fahrten/Tag entlastet.

Nach einer Realisierungsstudie zur Umgehung will das Rathaus von weiteren Planungen Abstand nehmen, in erster Linie aus Kosten- und Naturschutzgründen. Zwischen 50 und 60 Millionen Euro veranschlagen Experten für die Trasse. Die Verwaltung rät, die Entwicklung nach dem Bau der Brauner-Hirsch-Brücke über die Gleise abzuwarten, die für die S-Bahnlinie 4 nötig ist. Außerdem wird auf Grünen-Antrag geprüft, ob der Verkehr auch anders als mit einer neuen Straße auf 9000 Autos pro Tag begrenzt werden kann. Dagegen fordert die Bürgergemeinschaft Am Hagen, alle notwendigen weiteren Schritte für die Südtangente zu unternehmen. Um auch Menschen ohne Internet zu erreichen, liegen Unterschriften an unterschiedlichen Stellen in den Ortsteilen aus.