Stormarn
Online-Petition

Oststeinbeker kämpfen um Budnikowsky-Filiale

Der Mietvertrag für die Budni-Filiale in Oststeinbek endet im September. Die Firma erwägt, den Standort aufzugeben.

Der Mietvertrag für die Budni-Filiale in Oststeinbek endet im September. Die Firma erwägt, den Standort aufzugeben.

Foto: Christian Höft,Christian Höft / BGZ

Drogeriemarkt prüft Schließung im Herbst. Bürger sammeln Unterschriften, um das Geschäft in der Gemeinde zu halten.

Oststeinbek.  In einer Woche haben mehr als 380 Menschen eine Online-Petition für den Erhalt des Oststeinbeker Budnikowsky-Marktes an der Möllner Landstraße unterschrieben. Auf so viele Unterstützer in so kurzer Zeit hat Initiatorin Sabine Buthmann zwar gehofft, aber überrascht ist die 33-Jährige dennoch. „Das zeigt, wie wichtig den Oststeinbekern – den jungen und älteren – ihr Budni ist“, sagt Buthmann. Sie selbst sei dort nahezu täglich, um für ihre 15 Monate alten Zwillinge Windeln, Feuchttücher oder Schnuller einzukaufen. Bis September soll die Petition online bleiben, sollen weitere Unterschriften gesammelt werden.

Mietvertrag für das Geschäft läuft im September aus

Im September läuft auch der Mietvertrag nach zehn Jahren aus. Bis dahin will Buthmann 1000 Unterschriften zusammen haben. Sie plant, auch Listen im Ort auszulegen, damit sich Oststeinbeker ohne Internetzugang ebenfalls beteiligen können.

Einer, der noch nicht unterschrieben hat, aber ernsthaft darüber nachdenkt, ist Horst Gibbesch, Inhaber der Immobilie und Vermieter der Ladenfläche. „Mir ist sehr daran gelegen, dass Budni Mieter der Fläche bleibt“, sagt der Inhaber des gleichnamigen Immobilienunternehmens in Bargteheide. Deswegen sei er dem Hamburger Drogisten bei den aktuellen Vertragsverhandlungen auch entgegengekommen. „Ich habe eine Mietreduzierung von 15 Prozent angeboten und warte nun auf Antwort“, sagt Gibbesch.

Damit liege der Preis für die 627 Quadratmeter große Fläche knapp über elf Euro pro Quadratmeter. „Das ist weniger, als ich für vergleichbare andere Objekte in Ortsmittenlagen mit Durchgangsverkehr erhalte. Und es ist weniger als beim Vertragsabschluss vor zehn Jahren“, sagt Gibbesch.

Der Umsatz ist laut Budni an dem Standort zu gering

Eine Budni-Sprecherin sagt, dass man die Gegebenheiten jetzt genau prüfe. „Die wirtschaftliche Situation am Standort Oststeinbek ist tatsächlich nicht einfach. Derzeit sind die Umsätze vor Ort nicht ausreichend, um dort erfolgreich zu sein. Weitere Umsatzeinbußen sind durch die geplante Baustelle an der Möllner Landstraße zu erwarten.“ Eine endgültige Entscheidung stehe aus. Vorsorglich verweist die Drogeriemarktkette auf ihre Filialen in der Umgebung in Glinde, Billstedt und Boberg.

Für Sabine Buthmann zählt zumindest das Argument mit den Bauarbeiten nicht: „Das sind nur ein paar Monate.“ Sollte sich der Filialist am Ende gegen den Standort Oststeinbek entscheiden, fände Horst Gibbesch das schade. Zugleich ist er zuversichtlich, schnell einen Nachmieter zu finden. Vor zehn Jahren waren alle Flächen bereits vermietet, bevor das Haus fertig war. Und wenn sich für die große Fläche niemand findet, würde er sie teilen. „Ich habe das Gebäude von Anfang an so konzipiert, dass die Fläche in vier Teile aufgeteilt werden könnte“, sagt er.