Stormarn
Theater

Bargteheide: Variationen einer Liebesbeziehung

Immer wieder spielen Suzanne von Borsody als Marianne und Guntbert Warns als Roland Variationen ihrer Liebesgeschichte auf der Bühne durch.

Immer wieder spielen Suzanne von Borsody als Marianne und Guntbert Warns als Roland Variationen ihrer Liebesgeschichte auf der Bühne durch.

Foto: Daniel DevecioglU / Daniel Devecioglu

Suzanne von Borsody und Guntbert Warns stehen für das Schauspiel „Konstellationen“ im Kleinen Theater Bargteheide auf der Bühne.

Bargteheide.  „Konstellationen“ ist ein raffiniert konstruiertes Schauspiel für zwei Personen aus der Feder des britischen Dramatikers Nick Payne. Erstmals 2012 am Londoner Royal Court Theatre aufgeführt, trat es von hier aus seinen Siegeszug in die internationalen Theater an. Am Broadway schlüpften Hollywood-Star Jake Gyllenhaal und Olivier-Award-Gewinnerin Ruth Wilson in die Rollen des ungleichen Liebespaars Marianne und Roland.

Auch das Renaissance Theater Berlin hat das Stück hochkarätig besetzt. Beim Gastspiel im Bargteheide am Montag, 1. April, stehen Suzanne von Borsody und Guntbert Warns auf der Bühne des Kleinen Theaters. Das Duo ist seit mehr als 30 Jahren befreundet und bestens aufeinander eingespielt, war 2014 bis 2016 mit dem Drama „Der letzte Vorhang“ erfolgreich auf Tournee.

Universum voller möglicher Realitäten eröffnet sich

Im Verlauf des Geschehens, das mal spielerisch-witzig, mal mit ernsteren Tönen in Szene gesetzt ist, lässt Autor Nick Payne die beiden Hauptcharaktere immer wieder an dieselben Ausgangspunkte zurückkehren und entwickelt neue Varianten der Beziehung zwischen der intelligenten Physikerin Marianne und dem bodenständigen Imker Roland. Nach dem Motto „Was wäre, wenn …“ baut er Alternativrealitäten auf und lotet die Möglichkeiten dieser Zweierkonstellation aus. Das führt zu immer wieder neuen Handlungssträngen und Wendungen in der berührenden Liebesgeschichte. Mariannes Forschungsgebiet Quantenphysik dominiert auf überraschende Weise die Entwicklung. „Wir sind nur Teilchen. Unter dem Einfluss einer Reihe ganz bestimmter Gesetze werden wir einfach durch die Gegend gewirbelt“, sagt Suzanne von Borsody in einer Szene, nachdem sie Guntbert Warns gerade leidenschaftlich geküsst hat.

In einem Fernsehinterview des Senders RBB verglich die Schauspielerin das Stück mit einer Fuge von Bach: „Immer wieder neue Variationen des Themas: der ersten Begegnung, der zweiten Begegnung, der Trennung, des Betrugs.“ Das Leitthema, welches das Schauspiel durchziehe, erkläre sich erst gegen Ende.

Schnelle Szenenwechsel fordern die Schauspieler

„Man ist sehr gefordert als Schauspieler“, sagte Guntbert Warns nach den Proben. Man müsse bei den schnellen Szenenwechseln ungeheuer aufpassen, manche seien nur einige Sekunden lang. Als Marianne und Roland stellen sich die beiden großartigen Darsteller auch die wichtigen Fragen des Lebens wie nach dem Sinn des menschlichen Daseins oder dem freien Willen des Einzelnen. Sie live auf der Bühne zu sehen, ist ein Erlebnis. Wer nicht darauf verzichten will, sollte sich schnell Plätze sichern.