Tourismusförderung

Beste Aussichten für den Tourismus in Stormarn

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Lutz Kastendieck
Nein, das ist nicht Bayern! Vom Langen Otto in der Hahnheide haben die Besucher eine majestätische Aussicht.

Nein, das ist nicht Bayern! Vom Langen Otto in der Hahnheide haben die Besucher eine majestätische Aussicht.

Foto: Tourismusmanagement Stormarn

Der Kreis verzeichnet wachsende Besucherzahlen. Besonders Dänen gönnen sich gern Abstecher. Marketing-Offensive in sozialen Netzwerken.

Bad Oldesloe.  Wenn es Hunderte passionierte Radler an diesem Sonntag zur Kieler Fahrradmesse ins Cruise Terminal am Ostseekai zieht, werden sie dort auch auf zahlreiche Anregungen zu reizvollen Touren durch den Kreis Stormarn treffen. „Als Teil unserer Marketing-Offensive ist Kiel seit Jahresbeginn schon die vierte Messe, auf der wir Flagge zeigen“, sagt Stormarns Tourismusmanagerin Rabea Stahl zum Abendblatt. Im Februar war der Kreis bereits mit einem neuen Standkonzept auf der Hamburger Reisemesse oohh! und der ADFC-Radreisemesse in der Sporthalle Hamburg sowie in der vergangenen Woche auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin präsent.

Der Tourismus entwickelt sich zu einem immer bedeutenderen Wirtschaftsfaktor im Kreis Stormarn. Wurden im Jahr 2012 noch 176.117 Gäste und 341.827 Übernachtungen in Herbergen mit zehn und mehr Betten gezählt, so waren es 2017 bereits 207.788, die 415.521 Übernachtungen gebucht hatten, so viele wie nie zuvor. „Zwar waren die Zahlen im Vorjahr mit 206.258 Gästen und 396.760 Übernachtungen leicht rückläufig. Doch das ändert am positiven Trend nichts“, sagt Rabea Stahl.

Dänen machen gern Station im Kreis

In ihrem Büro hatte man sich über den Rückgang auch erst gewundert. Doch nach einigen Recherchen und einer Analyse des Jahresverlaufs sei dann schnell klar geworden, wie es zu den Rekordwerten 2017 gekommen war. „Ein hoher Prozentsatz der Übernachtungen im Monat Juli standen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem G 20-Gipfel in Hamburg“, erklärte Stahl. Wie die Nähe zur Hansestadt Hamburg den Tourismus im Kreis Stormarn überhaupt maßgeblich prägt. Er ist durch seine Lage in der Metropolregion ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler, die hier besonders gern Radfahren und Wandern, aber auch Ausflüge zu den bekannten Sehenswürdigkeiten unternehmen.

„Auf Langzeiturlauber aus Bayern und Süddeutschland brauchen wir nicht zu hoffen, die rauschen in der Regel gleich an uns vorbei gen Dänemark und Skandinavien“, sagt Landrat Henning Görtz. Anders sei es hingegen mit den Dänen. Die machten auf ihrem Trip gen Süden gern mal Station in Stormarn. 2017 stellten die nördlichen Nachbarn mit 15 Prozent das Gros aller ausländischen Besucher.

Landrat: Stormarn hat viele Perlen

Laut Görtz lohnt ein Abstecher nach Stormarn allemal: „Wir haben hier viele Perlen, vom Ahrensburger Schloß und den Heimatmuseen bis zur vielfältigen Naturlandschaft rund um die Stormarner Schweiz.“ Immer einen Besuch wert seien zudem die zahlreichen Restaurants und Landcafés. Um Stormarns Hot Spots noch stärker im Bewusstsein potenzieller Besucher zu verankern, wurde die Homepage www.tourismus-stormarn.de im Vorjahr, unterstützt durch die Digitalagentur gradwerk Lübeck, komplett überarbeitet, ins Englische übersetzt und vor allem optisch aufgewertet. In Kooperation mit der Jersbeker Fotografin Maya Meiners gab es Mitte Juni sogar ein Fotoshooting. Bei dem allerdings keine professionellen Models vor der Kamera standen, sondern zumeist Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Kanal auf Instagram soll noch mehr Menschen erreichen

„Seit Mai gibt es zudem einen eigenen Facebook-Auftritt“, berichtet Stahl. Der werde sehr gut angenommen und erfreue sich wachsender Aufmerksamkeit: „Aktuell verzeichnet er bereits 312 Abonnenten und 280 Likes. Das kann sich durchaus sehen lassen.“ Teilweise würden mit einem Post schon 1000 User und mehr erreicht. Um die Reichweite zu steigern, müsse aber unbedingt in werbliche Inhalte auf anderen Kanälen des sozialen Netzwerks investiert werden.

Die Facebook-Präsenz soll indes nur den Einstieg in die Social-Media-Sphäre markieren. In diesem Jahr will das Tourismusmanagement seine Aktivitäten in diesem Bereich mit einem eigenen Instagram-Channel noch ausweiten. „Mit unseren Online-Aktivitäten wollen wir noch mehr unternehmungslustige Menschen als bisher erreichen und ihnen reizvolle Freizeitangebote in unserem Kreis offerieren“, so Stahl.

Homepage ist attraktiv gestaltet

Vor allem die Homepage vermag Lust auf Stormarn zu wecken. Hier finden sich zahlreiche Tipps zu Schlössern und Herrenhäusern, Gärten und Parks, Museen und Galerien, Hotels und Pensionen, Gasthöfen und Ferienwohnungen, Landcafés und Hofläden, zu Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen. Ein Schwerpunkt für sportive Touristen bilden Touren für Radler, Wanderer und Paddler. Auf der Homepage werden sie zum einen mit Zusatzinformationen beschrieben, zum anderen durch interaktive Karten nachgezeichnet. So finden sich dort unter anderem die Verläufe für drei Radtouren entlang von Bahntrassen, acht Wandertouren, etwa auf dem 46 Kilometer langen Teilstück des Jacobswegs und dem 108 Kilometer langen Weg quer durch Stormarn, sowie drei Paddeltouren auf der Bille und der Trave.

Ortsflyer und Spezialkarten stehen weiter hoch im Kurs

Die Tourismusexperten des Kreises setzen indes nicht nur auf die digitalen Kanäle. „Eine wichtige Rolle spielen für uns nach wie vor klassische Printprodukte wie Ortsflyer, Ortsbroschüren und Karten“, sagt Rabea Stahl. Nach den Ortsflyern von Reinfeld und Reinbek gibt es nun auch einen sechsseitigen von Lütjensee. Pünktlich zur Reisemesse in Hamburg erschien im Februar im Auftrag des örtlichen Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) zudem eine zwölf-seitige Ortsbroschüre über Ahrensburg.

Wachsender Nachfrage erfreuen sich derweil auch die Karten „Stormarn frisch & lecker“ und „Radfahren – 22 Rundtouren“. 14 Hofläden und Landcafés beteiligten sich an Ersterer, die damit zugleich für eine Kofinanzierung des Projekts sorgten. 10.000 Stück wurden in der ersten Auflage gedruckt. Die Radkarte, entstanden in Kooperation mit der Sparkassenstiftung, ging gleich mit 20.000 Exemplaren an den Start.

Wurden nach der Gründung des Tourismusmanagements 2011, das eng mit der Herzogtum Lauenburg Marketing (HLMS) verknüpft ist, vom Kreis gerade 40.000 Euro bereitgestellt, so sind es aktuell 159.000 Euro. Ein Investment, das sich lohnt, wie die stetig steigenden Besucherzahlen beweisen.

( Tourismusmanagement Stormarn )

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