Stormarn
Digitalisierung

Reinbeks Geschichte auch für's Smartphone

Gisela Manzel macht sich um Reinbeks Geschichte verdient.

Gisela Manzel macht sich um Reinbeks Geschichte verdient.

Foto: Frank Peter / BGZ

Infotafeln mit QR-Code ermöglichen das Anschauen von Bildern und Videos auch auf dem Smartphone. Weitere Orte in Stormarn machen mit.

Reinbek.  Reinbeks Geschichte wird jetzt zeitgemäß und passt bald in jede Hosentasche. Dafür werden die 20 historischen Infotafeln, die schon jetzt über das gesamte Stadtgebiet verteilt aufgestellt sind, mit einem QR-Code versehen. Wer demnächst also wissen möchte, wie es sich anno dazumal in Reinbek gelebt hat, zückt vor einer Tafel einfach sein Mobiltelefon und wird per App zu einer Internetseite des Kreises Stormarn weitergeleitet, die Texte, Videos, Musik, Filme und historische Fotos bereit hält.

Auch Glinde, Oststeinbek, Siek und Hoisdorf machen mit

Von dieser Idee sind nicht nur Kulturinteressierte in Reinbek begeistert. Auch Geschichtsfans in Glinde, Oststeinbek, Siek und Hoisdorf machen in ihren Kommunen mit und werten ihre historischen Stätten mit dieser Aktion auf. Finanzielle Förderung gibt es für die gesamte Projektgruppe aus Kiel. Der Vorstand der AktivRegion Sieker Land Sachsenwald hat sich bereits positiv für die Idee ausgesprochen, nun fehlt als Letztes noch das „Go“ des Landes. Das Projekt wird mit 23.305 Euro gefördert. Die Hauptarbeit liegt bei den Kommunen selbst, die die Internetseiten nun mit Leben füllen müssen. Reinbeks Kulturchefin Elke Güldenstein verspricht sich von dem Projekt auch ein attraktives Bildungsangebot für die Schulen. Die historischen Stätten könnten sich dank des modernen Ansatzes zu einem Lernort außerhalb des Klassenzimmers entwickeln. „Vielleicht haben Lehrer und Schüler sogar Lust, ein Quiz zu erstellen. Vieles ist denkbar“, sagt Güldenstein. Sie hofft, dass sich weitere Kommunen anschließen, auch ihre historischen Stätten zu attraktiven Zielen machen.

Dank des Museumsvereins Reinbek ist die Stadt bei dem Projekt schon sehr gut aufgestellt. Denn die Mitglieder des Vereins haben schon zahlreiche spannende Geschichten entdeckt und für die Nachwelt aufbereitet. „Wir können in Reinbek schon auf sehr viel zurückgreifen“, freut sich Güldenstein.

Stormarnerin bekam Anregung auf Reisen

Die Idee, die Infotafeln zu digitalisieren, stammt ursprünglich von Gisela Manzel, der langjährigen Vorsitzenden des Museumsvereins. Im Schlossgarten Schwetzingen hatte sie auf einer Bank gegessen und sich über ihr Handy die Geschichte des Parks erzählen lassen, klassische Musik gehört, die damals gespielt wurde. Da wusste sie: ,,Das möchte ich für Reinbek auch haben.“ In der Reinbeker Wildkoppel sitzen und Erzählungen lauschen, wie Herzog Adolf I. dort damals zur Jagd ging – das könnte in naher Zukunft schon Wirklichkeit sein.

Nun kommt es darauf an, dass historisch Interessierte die Internetplattform hinter dem QR-Code mit Leben füllen. Denn ohne ehrenamtliches Engagement, beispielsweise des Museumsvereins oder des Dorfmuseums Hoisdorf, wird es nicht gehen. Perspektivisch könnte sich Güldenstein vorstellen, dass alle digitalisierten Tafeln im Kreis eine Art Erlebnistour ergeben und zahlreiche Touristen in die Gegend locken. Los gehen soll es im Juli und das Projekt Mitte 2020 abgeschlossen sein.