Stormarn
Ahrensburg

Deutschlands erste Moorschwimmbrücke ist fertig

Die Architekten Peter Fenske (v. l.) und Jönna Zahn, Bauleiter Mathias Beuck und Bauamtschef Peter Kania inspizieren die neue Brücke.

Die Architekten Peter Fenske (v. l.) und Jönna Zahn, Bauleiter Mathias Beuck und Bauamtschef Peter Kania inspizieren die neue Brücke.

Foto: Filip Schwen

Nach nur sechs Monaten Bauzeit wurde die Konstruktion im Ahrensburger Tunneltal für Spaziergänger freigegeben.

Ahrensburg.  „Wir haben bewiesen: Wir können sowas!“ Mit diesen Worten schließt Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach seine Ansprache zur Eröffnung der neuen Schwimmbrücke im Ahrensburger Tunneltal. In Rekordzeit – die Arbeiten dauerten nur sechs Monate – ist die in Deutschland einzigartige Moorschwimmbrücke entstanden.

Im November 2017 hatte der Umweltausschuss den Beschluss gefasst, die marode Moorbrücke aus den 70er-Jahren durch eine neue Konstruktion zu ersetzen, im August vergangenen Jahres begannen die Abbrucharbeiten. Dabei erlebte Bauleiter Mathias Beuck von der Hamburger Firma HC Hagemann einige Überraschungen.

Baufenster war aus Naturschutzgründen knapp bemessen

„Nachdem wir die alte Brücke beseitigt hatten, kamen darunter zwei weitere Stege zum Vorschein“, sagt Beuck. Offenbar seien die Bauwerke im Moor versunken und wurden dann einfach überbaut. „Das kann jetzt nicht mehr passieren, denn im Unterschied zur alten Konstruktion steht die neue Brücke nicht auf Holzpfählen, sondern wird von Schwimmkörpern an der Wasseroberfläche gehalten“, erklärt Peter Fenske, der als Architekt die Planung übernahm. Die Planer hatten strenge Vorgaben. „Das Zeitfenster war sehr knapp bemessen, weil wir nur außerhalb der Wanderungszeit der im Naturschutzgebiet heimischen Moorfrösche und Kammmolche arbeiten durften“, sagt Hauke Schmidt, der den Bau von städtischer Seite aus betreute. Aus Naturschutzgründen musste auf eine schützende Lasur des Eichenholzes verzichtet werden. „Halten wird die neue Brücke dennoch bis zu 50 Jahre“, sagt Schmidt. Auch der schwankende Wasserpegel im Moor machte es notwendig, umzuplanen. „Wir wollten mit einem Amphibienfahrzeug reingehen und die Schwimmkörper platzieren“, sagt Beuck, „aber bei der ersten Ortsbegehung stand das Moor trocken.“

Infotafeln über die Besonderheiten Tunneltals fehlen noch

Kurz vor Abschluss der Arbeiten wurde es feucht, so dass „wir die restlichen Segmente in Wathosen bauchnabeltief im Wasser montieren mussten.“ Die 420 Meter lange Brücke besteht aus 76 Einzelsegmenten und ist 1,60 Meter breit. Eine Endabrechnung für die Kosten gibt es laut Schmidt bisher nicht. „Die Kosten belaufen sich aber im veranschlagten Rahmen von 925.000 Euro.“ Die Hälfte trägt die Europäische Union mit einem Entwicklungsfonds, als Bedingung dafür sollen in naher Zukunft noch Informationstafeln über die Geschichte des Tunneltals zur touristischen Aufwertung des Areals montiert werden.