Stormarn
Ammersbek

Abenteuer-Rallye: Mit dem Auto ans Nordkap

Auf so imposante Lichterscheinungen am Himmel dürfen sich Dirk Ehlers und Peter Harms freuen: In Nord-Skandinavien sind Polarlichter die große Attraktion des Winters.

Auf so imposante Lichterscheinungen am Himmel dürfen sich Dirk Ehlers und Peter Harms freuen: In Nord-Skandinavien sind Polarlichter die große Attraktion des Winters.

Foto: Superlative Adventure Club / HA

Die beiden Stormarner Dirk Ehlers und Peter Harms nehmen am Baltic Sea Circle teil. Start ist am Sonnabend in Hamburg.

Ammersbek.  7500 Kilometer rund um die Ostsee in 16 Tagen, und das im tiefsten Winter mit einem 16 Jahre alten Auto: Diese Herausforderung wartet auf Dirk Ehlers (52) aus Ahrensburg und Peter Harms (63) aus Ammersbek bei der Benefiz-Rallye Baltic Sea Circle.

Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit. Die Veranstalter von der Hamburger Firma Superlative Adventure Club (SAC) stellen auf jeder Etappe Aufgaben, die die Teams erledigen müssen. Außerdem müssen alle Teilnehmer Spenden für ein gemeinnütziges Projekt sammeln, mindestens 750 Euro.

Geld soll einem gutem Zweck dienen

Die beiden Männer aus Stormarn haben sich entschieden, das Geld an den Kreisjugendring (KJR) weiterzuleiten, der einen neunsitzigen Kleinbus für die Jugendarbeit anschaffen möchte. Die Startnummer 86 klebt schon am anthrazitgrauen Audi A 4 Quattro von Dirk Ehlers. „Bisher waren wir ganz gelassen, doch mit jedem Tag bis zum Start wächst die Spannung ein bisschen mehr“, sagt der Inhaber einer Heizungs- und Sanitärtechnikfirma zum Abendblatt. „Ich bin so aufgeregt wie ein kleines Kind“, meint Peter Harms.

Auf der Rundreise zum Nordkap und zurück kann es nachts schon mal bis zu minus 40 Grad Celsius kalt werden. „Da die Strecke zum Teil am Golfstrom entlangführt, dürften diese Temperaturen aber die Ausnahme sein“, sagt Ehlers. Und immerhin geht die Sonne schon gegen 7 Uhr auf und erst zehn Stunden später unter.

Mit finnischen Winterreifen fit fürs Nordkap

Start ist an diesem Sonnabend, 23. Februar, in der Hamburger Innenstadt. Das Auto haben die Stormarner auf Schnee und Eis vorbereitet, unter anderem mit spezieller Kühlflüssigkeit und besonders elastischem Motoröl. Zwei Ersatzräder liegen auf dem Dachgepäckträger. „Wir haben finnische Winterreifen aufgezogen, die auch auf glatten Straßen optimal greifen“, sagt Ehlers.

Eine Urlaubsreise erwartet er trotzdem nicht. Denn einige Regeln erschweren den Alltag: Navigationsgeräte und das Satellitensystem GPS sind verboten, Autobahnen dürfen nicht benutzt werden. Jeden Tag stehen bis zu 500 Kilometer auf dem Programm. Ihre Unterkünfte an der Strecke müssen sich alle Teilnehmer selbst suchen. Eine Liste des Veranstalters reicht von der Blockhütte bis zum Sternehotel.

Auf die Idee zu dem ungewöhnlichen Abenteuer war Dirk Ehlers bei einer Schulung gekommen. Eine Bargteheiderin erzählte, dass sie bei der Sommertour rund um die Ostsee dabei sei. „Dann hab’ ich mit Kollegen drüber gesprochen, die zunächst mitmachen wollten, und mich angemeldet“, sagt Ehlers. Doch es habe Schwierigkeiten mit den Urlaubszeiten gegeben. „Also musste ich jemand anderen finden, der Zeit hat – und verrückt genug ist.“

Abenteurer müssen gut miteinander auskommen

Da fiel ihm Peter Harms ein, der Gastwirt vom Dorfkrug in Ammersbek. Die Beiden kennen einander seit Jahrzehnten, unter anderem von Familienfeiern in der Gaststätte und Auftritten von Ehlers’ früherer Band Superkerle. Eines Abends fragte Ehlers schließlich nach – und bekam eine spontane Zusage. „Bei vielen anderen hätte ich Nein gesagt, schließlich hängt man 16 Tage ganz eng zusammen“, sagt Peter Harms. „Bei Dirk musste ich aber keine fünf Minuten darüber nachdenken.“

Mit seinem Motorrad war Harms schon einmal hoch im Norden. „Allerdings im Sommer“, sagt er, „da war es teilweise richtig voll. Das wird jetzt sicher ganz anders.“ Die Chancen auf ein besonderes Erlebnis stehen gut: In dieser Jahreszeit sind in Schweden, Norwegen und Finnisch-Lappland die hellen Polarlichter in vielen Nächten zu sehen.

Den Namen „Slowteam“ fand Dirk Ehlers ganz passend. „Wir sind ja mittlerweile beide in einem Alter, in dem wir uns keinen Stress mehr machen müssen“, sagt er.

Spenden kommen Kreisjugendring zugute

Lange habe er darüber nachgedacht, für welche Organisation er Spenden sammeln wolle. Bis er einem seiner Kunden von der Fahrt erzählte: Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings. „Wir wollten eine Organisation unterstützen, die wir kennen“, so Ehlers. Und von dem neuen „Neunsitzer“ profitierten alle Jugendverbände im Kreis Stormarn.

Am Sonntag, 10. März, wollen die beiden Stormarner mit ihrem alten Audi wieder in Hamburg ankommen. Mit etlichen neuen Erlebnissen und möglichst vielen Spenden für den Kreisjugendring.

Kreisjugendring hofft auf viele Spender

Der Kreisjugendring Stormarn begleitet sein Team bei der Baltic Sea Rallye im Internet auf www.kjr-stormarn.de und seiner Facebook-Seite. Dort gibt es täglich neue Bilder und Infos zum Slowteam. Wer das Spendenprojekt unterstützen möchte, kann sich an Geschäftsführer Uwe Sommer (Tel. 04531/888 10 10) wenden. kx