Stormarn
Gewerbegebiet

Ärger in Siek: Gehwege und Grünflächen als Toiletten

Ein Toilettenhäuschen auf einem Parkplatz vor einer Küchenfirma.

Ein Toilettenhäuschen auf einem Parkplatz vor einer Küchenfirma.

Foto: Dorothea Benedikt

Die Gemeinde stellt testweise WC-Häuschen auf und hofft, dass weniger Lkw-Fahrer ihre Notdurft am Straßenrand verrichten.

Siek.  Weil für viele Menschen in Siek Wildpinkler im Gewerbegebiet ein Ärgernis sind, hat die Gemeinde drei mobile Chemietoiletten an der Straße Jacobsrade aufstellen lassen. Acht Wochen sollen die graublauen Toilettenhäuschen dort zwischen den Parkstreifen stehen.

Die Gemeinde möchte testen, ob die WCs von den Lastwagenfahrern auch angenommen werden und das Gewerbegebiet so wieder sauberer wird. Denn viele Berufskraftfahrer sollen am Straßenrand ihre Notdurft verrichtet haben. „Unsere Bauhofsmitarbeiter haben mich angesprochen“, sagt Sieks Bürgermeister Andreas Bitzer. Die Mitarbeiter hätten dort immer wieder den Dreck einsammeln müssen. „Auch bei der jährlichen Müllsammelaktion ‘Sauberes Schleswig-Holstein’ fällt das Problem regelmäßig deutlich auf“, sagt der Bürgermeister.

Testphase wird von der Gemeinde bezahlt

Seit dem 5. Februar stehen die drei WC-Häuschen in dem Gewerbegebiet. Eins vor dem Lidl-Zentrallager, das zweite vor dem Gebäude eines Küchenhändlers und das dritte vor einem Baumaschinen-Händler. Rund 700 Euro investiert die Gemeinde in die achtwöchige Testphase. Die Summe setzt sich aus der Miete für die Chemietoiletten und der wöchentlichen Leerung zusammen. Die Betriebe in dem Gewerbegebiet will Bitzer nicht an den Kosten beteiligen. „Unsere Firmen zahlen Steuern, einige der Berufskraftfahrer beliefern diese Firmen, so dass das Steuergeld für diese Verbesserung der Arbeitsqualität ausgegeben werden könnte“, erklärt der Bürgermeister. Ferner hätten die Bürger ein Recht darauf, dass die Gemeinde sauber gehalten werde.

Nach der Testphase will die Gemeinde prüfen, ob der gewünschte Effekt eingetreten ist. Dann könnten die WCs dauerhaft dort stehen. „Geprüft wird, ob dann beispielsweise das Projekt durch die Aktivregion Sieker Land Sachsenwald bezuschusst werden kann.“ Über mögliche weitere Beteiligungen sei noch nicht gesprochen worden.

Rasthöfe haben zu wenig Stellplätze

Das eigentliche Problem werde damit aber nicht gelöst. Denn an der Autobahn 1 im Kreis gibt es zu wenige Lastwagen-Stellplätze auf Rasthöfen. Bereits am frühen Abend sind die Parkplätze überfüllt, viele Lastwagenfahrer müssen auf die Gewerbegebiete an der A 1 ausweichen, um ihre Ruhezeiten einzuhalten. Bereits seit vielen Jahren setzt sich die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) für den Bau eines Autohofes am Autobahnkreuz Bargteheide ein. Immer wieder musste das Vorhaben ruhen. Inzwischen führt die WAS Gespräche mit möglichen Investoren. Sobald ein grobes Konzept feststeht, wird der Entwurf Hammoor sowie den umliegenden Gemeinden präsentiert. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist noch nicht abzusehen.