Stormarn
Wahlen im März

Reinbek stellt Kandidaten für neuen Behindertenbeirat vor

Foto: Susanne Holz

Günter Ostmann, Anna Hakobyan, Ingo Schröder und Rudolf Bieberich kandidieren. Insgesamt gibt es sechs Bewerber für fünf Plätze.

Reinbek.  Die Zahl der Stühle im großen Saal des Jürgen-Rickertsen-Hauses ließ auf viele Besucher hoffen. Doch zur Vorstellung der Kandidaten für die Wahl des neuen Behindertenbeirates am 12. März kamen gerade einmal vier Gäste. In ganz Reinbek leben allerdings 4500 Menschen mit einer Behinderung – für genau sie möchte der künftige Beirat auch arbeiten.

„An der letzten Wahl haben 40 behinderte Menschen teilgenommen, wären es dieses Mal 80, wäre das schon ein Erfolg“, sagt Amtsleiter Torsten Christ. Bei der Vorstellung der Kandidaten wurde eins schnell deutlich: Eine Behinderung kann jeden treffen, von jetzt auf gleich. Dann beginnt die Auseinandersetzung mit Ärzten, Krankenkassen, Pflegediensten. Nicht selten sind die Betroffenen und ihre Angehörigen überfordert. Kandidat Rudolf Bieberich (61) ist nicht nur Elektromechaniker und Vater von vier Kindern, sondern auch noch Pfleger für seine schwerbehinderte Frau. „Ich habe erst vor einem Jahr das erste Mal vom Behindertenbeirat gehört. Wir müssen ihn bekannter machen“, sagt Bieberich.

Anna Hakobyan ist die einzige Frau im Kandidatenteam

Bewerber Ingo Schröder nennt sich ein „Glückskind“. Aufgrund eines Arterienastverschlusses war der 65-Jährige im vergangenen Jahr mehrere Monate fast blind. Hoffnung hatte der Arzt ihm keine mehr gemacht. Nun kann der Kaufmann in Frührente doch wieder sehen und möchte anderen Menschen mit einer Behinderung helfen. Günter Ostmann (64) ist Bankkaufmann und seit 40 Jahren schwerbehindert, in seinem Beruf Interessenvertreter für Mitarbeiter mit Handicap. Als er selbst Hilfe beim Behindertenbeirat und im Rathaus erbat, habe er sie nicht bekommen – als Mitglied des Behindertenbeirates möchte Ostmann für Betroffene greifbarer sein.

Zum wiederholten Mal treten Rolf Loose (70) und Kurt Martens (74) an. Einzige Frau im Kandidatenteam ist Anna Hakobyan (37). Die Syrerin möchte sich mit ihrem Engagement für die Hilfe bedanken, die sie und ihre Familie als Flüchtlinge bekamen. Es gibt sechs Bewerber für fünf Plätze. Gewählt wird per Briefwahl. Die Unterlagen können Betroffene im Rathaus abholen oder sich zuschicken lassen – Anruf genügt unter Telefon 040/72 75 02 69. Wählen dürfen behinderte Menschen ab 16 Jahren. Die Unterlagen müssen am 12. März bis 14 Uhr vorliegen.