Stormarn
Umweltschutz

Biotop erschwert den Bau einer Kita in Trittau

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch.

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch.

Nach Abstimmung zwischen Kreis und Land muss der Flächennutzungsplan überarbeitet und erneut ausgelegt werden.

Trittau.  Auf einem Gebiet zwischen Hamburger und Steglitzer Straße will Trittau neben Wohnungen und einem Supermarkt auch eine dringend benötigte Kita bauen. Doch das Projekt verzögert sich. Grund ist, dass die Untere Naturschutzbehörde auf dem Areal des Flächennutzungsplans ein schützenswertes Biotop lokalisiert hat. Es wäre durch die geplante Überbauung zerstört worden.

Mit dieser Einwendung der Behörde hatte zum Zeitpunkt der letzten öffentlichen Auslegung der Pläne im Herbst 2018 niemand gerechnet. Der Einwand hatte Folgen: Der Flächennutzungsplan konnte nicht verabschiedet werden.

Land hat neue Richtlinien ausgegeben

Anna Zellin vom Ingenieurbüro Planlabor Stolzenberg aus Lübeck, das dieses Projekt begleitet, informierte bei der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses die Mitglieder über die Art des Biotops. Es handele sich um mesophiles Grünland, eine sogenannte Trockenwiese. Neue Landes-Richtlinien für Biotope aus dem Jahr 2016 hätten die Ausweisung von Flächen wie dieser als gesetzlich geschützt zur Folge gehabt.

Da die Kartierung erst nach und nach erfolge, hätte die Naturschutzbehörde das Biotop auf dem Gebiet des Flächennutzungsplans vermutlich erst bei dessen letzter Auslegung entdeckt, erläuterte Anna Zellin.

Nur noch ein Teil des Areals soll bebaut werden

Ein Biotop dieser Art sei ein schützenswertes Gut, befand Bürgermeister Oliver Mesch. Er ergänzte, dass der Fund zwar nur den Flächennutzungsplan und nicht den Bebauungsplan 57 betreffe, auf dem sich die Kita befinde. Allerdings hatte der Kreis zuvor gefordert, dass auch die Fläche südlich des Bebauungsplans für künftige Überbauung vorgesehen werden solle, was so im Flächennutzungsplan festgeschrieben worden war. Dieselbe Ansicht vertrat die Landesplanungsbehörde, die damit den städtebaulichen Zusammenhang wahren wollte.

Auf Anfrage des Abendblatts sagte Anna Zellin, dass nach einem Treffen von Vertretern der verschiedenen beteiligten Behörden ein Kompromiss gefunden worden sei. „Er sieht vor, dass das Biotop gänzlich erhalten werden und nur der nördliche Teil des Flächennutzungsplans wie vorgesehen bebaut werden soll.“

Was das Verfahren anbetrifft, sagt Bürgermeister Oliver Mesch: „Es kostet uns fünf bis sechs Wochen, eine Bekanntmachung und eine Sitzung. Und das Planungsbüro muss noch einmal neu zeichnen.“ Er sei guten Mutes, dass der Flächennutzungsplan dann nach erneuter Auslegung und dem Abarbeiten von Einwänden im Frühsommer beschlossen werden könne.