Stormarn
Neubauprojekt

Bargteheider Firma baut neu für 230 Mitarbeiter

Haben viel vor (v. l.): Geschäftsführerin Anja Pleus, die Vorstandsmitglieder Thies Schmeling und Stefan Schneider, Geschäftsführer Krunoslav Bagaric. 

Haben viel vor (v. l.): Geschäftsführerin Anja Pleus, die Vorstandsmitglieder Thies Schmeling und Stefan Schneider, Geschäftsführer Krunoslav Bagaric. 

Foto: Melissa Jahn / HA

Der Bargteheider Software-Spezialist Topmotive investiert neun Millionen Euro in die Zentrale im Gewerbegebiet. Details zum Vorhaben.

Bargteheide.  Mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro und mehr als 200 Mitarbeitern an neun Standorten ist Topmotive das größte IT-Unternehmen im Kreis Stormarn. Vor 25 Jahren begann die Erfolgsgeschichte in Bargteheide. Heute ist der Software-Spezialist europäischer Marktführer für Katalog- und Informationssysteme sowie Serviceanbieter für den Autoersatzteilemarkt.

Um seinem „Grundstein des Erfolgs“ treu zu bleiben, investiert das familiengeführte Unternehmen nun in ein neues Bürogebäude im Bargteheider Gewerbegebiet Langenhorst. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht und Landrat Henning Görtz kamen zum Richtfest. Der Neubau soll im August dieses Jahres fertiggestellt sein.

Noch sind die Beschäftigten auf fünf Häuser verteilt

„Wenn unabhängige Werkstätten ihre Ersatzteile bestellen, nutzen sie unsere Systeme, angepasst an den jeweiligen Hersteller“, sagt Anja Pleus, Geschäftsführerin der Topmotive-Gruppe. „Inklusive aller Marken, Typen und Modelle steckt eine riesige Datenbank dahinter, die wir programmieren.“

Mit dieser Geschäftsidee und drei Mitarbeitern schuf der „Branchenpionier“ 1994 die Basis für den heutigen Erfolg, zunächst unter dem Namen DVSE GmbH. Zu der Dachmarke Topmotive gehören heute elf Unternehmen mit Standorten in fünf Ländern in Europa sowie in Südamerika. 150 Mitarbeiter sind in Bargteheide beschäftigt, der Neubau bietet Platz für 80 weitere Kollegen.

„Wir verteilen unseren Hauptsitz aktuell auf fünf Häuser in Bargteheide und Hammoor“, sagt die 32 Jahre alte Geschäftsführerin. „Alle vier Vorstandsmitglieder sind in einem Büro. Das ist zu eng.“ Um die Mitarbeiter unter einem Dach zu vereinen und damit das Teamgefühl zu stärken, setzte der Vorstand im Juni 2018 den ersten Spatenstich.

Ende des Jahres kommt auch die Buslinie vom Bahnhof

Neben klassischen Arbeitsplätzen, offenen Teamboxen und Gemeinschaftsräumen bietet das neun Millionen Euro teure Bürogebäude mit Fotovoltaikanlage Platz für zwei Serverräume. „Wir wollen mit modernen Arbeitsplätzen punkten und setzen auf langjährige Beziehungen zu unseren Angestellten“, sagt Anja Pleus. „Zusammen mit unseren Unternehmens-Grundsätzen trägt die Work-Life-Balance zu einer geringen Fluktuation von unter zwei Prozent bei.“

Die IT-Branche sei hart umkämpft, qualifizierte Mitarbeiter seien selbst im Hamburger Speckgürtel schwierig zu finden. Um dem entgegenzuwirken, investiert Topmotive seit Jahren in Lehrlinge, die dem Unternehmen meist auch nach dem Abschluss treu bleiben. Und engagiert sich für das Bargteheider Gewerbegebiet, das Bahnfahrer bisher nur zu Fuß erreichen können.

Auf Wunsch der Unternehmen ändert sich dies jedoch bald. Viele Beschäftigte kämen aus dem Umland nördlich der Stadt. „Wir würden unsere Arbeitnehmer gern näher an die Firma holen“, sagt die Geschäftsführerin. „Doch manchen sind die Preise für Wohnraum zu teuer.“ Was für die Pendler fehle, sei ein funktionierendes Verkehrsnetz.

Geplant ist es, die Digitalisierung voranzutreiben

Der Wunsch nach einer Busverbindung sei angekommen, so Rathaussprecher Alexander Wagner: „Die Linie kommt zum neuen Fahrplan im Dezember.“ Die genaue Verkehrsführung und mögliche Haltestellen müssten mit dem Kreis abgesprochen werden. Ebenso der Takt der Busse. Wagner: „Bei einer halbstündigen Taktung sollen sich die Unternehmen an den Kosten beteiligen.“

In den kommenden Jahren hat die Topmotive-Gruppe noch vieles vor. Geplant ist, die Digitalisierung voranzutreiben. Statt umständlicher Terminabsprachen und langwieriger Reparaturprozesse soll eine Software diese Arbeit für Autofahrer übernehmen. „Nach Aufforderung setzt sich das Auto direkt mit der Werkstatt in Verbindung“, sagt Anja Pleus. „Neben einer kundenfreundlichen Abwicklung versprechen wir uns, genauere Verschleißdaten zu bekommen.“ Das soll nach Wunsch der Geschäftsführerin in wenigen Jahren möglich sein. „Wir ruhen uns nicht darauf aus, die Nummer Eins zu sein“, sagt Pleus.