Stormarn
Wettbewerb

Reinbek sucht die rasantesten Rutscher

Küren am 23. Februar die besten Rennrutscher: Bürgermeister Björn Warmer (l.) und Freizeitbad-Chef Holger Kehl.

Küren am 23. Februar die besten Rennrutscher: Bürgermeister Björn Warmer (l.) und Freizeitbad-Chef Holger Kehl.

Foto: Tim Schreiber / BGZ / Tim Schreiber

Das Freizeitbad erwartet 60 Teilnehmer aus Deutschland zur Stadtmeisterschaft. Jeder ab sieben Jahren kann beim Wettbewerb mitmachen.

Reinbek.  Die Besten brauchen um die neun Sekunden für die 70 Meter lange Wasserrutsche im Freizeitbad Reinbek. Bei der Stadtmeisterschaft im vergangenen Jahr wurde mit 8,95 Sekunden ein neuer Bahnrekord aufgestellt. Gut möglich, dass dieser nicht mehr lange Bestand hat. Schließlich werden am Sonnabend, 23. Februar, zur 11. offenen Reinbeker Stadtmeisterschaft im Rennrutschen rund 60 Teilnehmer erwartet.

Gestartet wird in vier Klassen, die nach Geschlecht und Alter aufgeteilt sind. Wer mitmachen will, kann sich bis 13 Uhr am Wettkampftag anmelden. Zum regulären Eintritt kommt ein Euro Startgebühr. Kinder dürfen ab sieben Jahren mitmachen. Nach oben gibt es keine Grenze – der älteste Teilnehmer bislang war 86. Jeder Starter hat drei Versuche, der schnellste wird gewertet. Das Reglement ist streng: Egal ob sitzend oder liegend, die Füße müssen auf jeden Fall zuerst in die Röhre, die in acht Metern Höhe ihren Startpunkt hat. „Ein mutiger Startsprung ist aber schon erlaubt“, sagt Freizeitbad-Chef Holger Kehl.

Hilfsmittel sind aus Fairnessgründen verboten. Wer mit Öl oder Folie für weniger Reibung oder mit Zusatzgewichten für mehr Geschwindigkeit sorgt, wird disqualifiziert. „Jeder muss für sich selbst die beste Technik herausfinden“, so Kehl.

Bürgermeister nimmt die höchste Rutsche in Venedig

Erfolgversprechend sei die Drei-Punkt-Technik, bei der nur Schulterblätter und eine Hacke die Rutsche berühren. Ein Rolle spiele auch der Heimvorteil – nicht nur bei Kurven, sondern auch bei den fest installierten Lichteffekten in der Bahn, die während des Wettkampfs nicht ausgeschaltet werden. Wer mitrutschen will, könne gern vorher zum Training kommen und die Bahn „errutschen“, so Kehl. Rund die Hälfte der Wettkämpfer komme nicht aus der Stadt, mancher sogar aus Nordrhein-Westfalen oder Hessen.

Das hat einen Grund: Die Reinbeker Stadtmeisterschaft ist Teil des Deutschland-Cups des Deutschen Rennrutsch-Verbands. Entsprechend können auch in Reinbek Punkte für den Cup gesammelt werden, bei dem ebenfalls besonders schnelle Speedrutschen und breite Reifenrutschen auf dem Programm stehen.

„In Reinbek haben wir ja eher eine Familienrutsche“, sagt Bürgermeister Björn Warmer, der bereits zum fünften Mal Schirmherr des Wettbewerbs ist. Und das aus voller Überzeugung: Er ist bekennender Rutschenfan, tourt mit Freunden regelmäßig durch Deutschland auf der Suche nach der besten Rutsche. Als nächstes geht es sogar ins Ausland. „Ich freue mich schon, dass ich bald nach Venedig fahre“, sagt der Bürgermeister. Dort steht die derzeit höchste Wasserrutsche der Welt.

Im vergangenen Jahr kamen weniger Besucher

Was die Höhe der Besucherzahlen angeht, musste das Freizeitbad im vergangenen Jahr einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Mit 160.465 Gästen kamen so wenige wie seit 2011 nicht mehr.

Ein Grund dafür war die mehrwöchige Schließung von Ende November bis Dezember. In der Zeit wurde ein weiterer Teil der Umkleidekabinen erneuert. Zudem wurden Fugen und Fliesen im Bad saniert und das Filtermaterial erneuert. Die Kosten dafür: rund 90.000 Euro. „Bedenkt man die Schließung, sind die Besucherzahlen nicht schlecht“, so Kehl. Schließlich seien die Zahlen während des sehr guten, aber wenig hallenbadfreundlichen Sommers stabil gewesen.