Verkehr

Jetzt hat Barsbüttel einen Plan gegen Elterntaxis

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Elterntaxis parken auf der Busbucht vor der Kirsten-Boie-Grundschule am Soltausredder in Barsbüttel.

Elterntaxis parken auf der Busbucht vor der Kirsten-Boie-Grundschule am Soltausredder in Barsbüttel.

Foto: Barbara Moszczynski

Die Zufahrt zur Barsbütteler Gemeinschaftsschule soll für Privatfahrzeuge gesperrt werden. Hol- und Bring-Zonen sind vorgesehen.

Barsbüttel.  Das Konzept, das Schüler, Eltern und Lehrer in einer Arbeitsgruppe gegen die Elterntaxis vor den Barsbütteler Schulen entwickelt haben, ist bei den Politikern auf positive Resonanz gestoßen. „Ich finde, der Ansatz ist genau der richtige“, sagt Klaus-Jürgen Krüger (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses. „Das ist ganz hervorragend, wie die Schulen auf Kinder und Eltern zugehen“, meint Rainer Eickenrodt, Fraktionschef der Wählergemeinschaft Bürger für Barsbüttel (BfB). Er sagt aber auch: „Es ist ein Trauerspiel, wie sich manche Eltern verhalten.“

Rektor will keine Schülerlotsen für Regelung des Verkehrs einsetzen

Angela Tsagkalidis, Mitglied der Grünen und Elternbeiratsvorsitzende an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (EKG), hatte in ihrem Vortrag auch von aggressiven Eltern und verängstigten Kinder vor den Schulen berichtet. Die Idee der BfB, den Verkehr mit Schülerlotsen zu regeln, stieß deshalb auf Widerspruch. EKG-Schulleiter Thorsten Schöß-Marquardt sprach sich deutlich dagegen aus: „Ich werde die Verantwortung dafür nicht übernehmen, dort Schüler hinzustellen.“ Das sei derzeit zu gefährlich und konfliktbehaftet. „Auch unser Hausmeister ist dort schon angepöbelt worden“, sagt der Rektor. Rainer Eickenrodt kann die Argumente nachvollziehen. „In der jetzigen Situation, wo manche Eltern so rabiat sind, ist das nicht vertretbar.“

Einige Vorschläge der AG der beiden Schulen können sofort umgesetzt werden. Zwei neue Straßenlaternen für rund 7000 Euro, die für eine bessere Beleuchtung vor der Kirsten-Boie-Grundschule sorgen sollen, hat die Kommune bereits bestellt. Zügig kann auch dem Wunsch der Gemeinschaftsschule Rechnung getragen werden, die Zufahrt zum Gelände für Privatfahrzeuge zu sperren. Laut Bauamtsleiterin Rita Dux ist noch mit der Polizei zu klären, ob diese Regelung überwacht werden kann.

Politiker schlägt vor, Absperrung der Bushaltestelle vor Grundschule zu testen

Auch die drei rund 350 Meter entfernten Hol- und Bring-Zonen, an denen Eltern ihre Kinder aus dem PKW aussteigen lassen können, ohne direkt vor die Schule zu fahren, seien schnell umsetzbar, so Dux. „Es handelt sich um öffentliche Flächen, das müsste nur an die Eltern kommuniziert werden.“ Baumaßnahmen wie der Rückbau der Bushaltestelle vor der Grundschule in eine Haltestelle auf der Straße bedürften jedoch mehr Zeit. Die Prüfung werde bis zum Sommer dauern.

CDU-Fraktionschef Henri Schmidt will sich dafür einsetzten, dass die Kommune für den Umbau in den laufenden Haushaltsberatungen Geld bereitstellt. Rainer Eickenrodt sagt: „Vielleicht können wir die Bushaltestelle testweise absperren, um zu sehen, ob es etwas bringt, bevor wir Geld ausgeben.“

( bmo )

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