Stormarn
Kommunalpolitik

Bürgermeister schlägt Umzug des TSV Glinde vor

Der Kunstrasenplatz des TSV Glinde in der Straße Am Sportplatz (Archivbild).

Der Kunstrasenplatz des TSV Glinde in der Straße Am Sportplatz (Archivbild).

Foto: Olaf Damm / Damm Pictures / www.fotografica-loco.de / Olaf Damm / Damm Pictures / www.

Das drei Hektar großes Areal könnte mit Wohnungen oder für Firmen bebaut werden. Ein neues Sportzentrum könnte am Friedhof entstehen?

Glinde.  Bezahlbare Wohnungen sind in Glinde schwer zu finden. Mittlerweile fehlt es auch an städtischen Grundstücken, auf denen Mehr- und Einfamilienhäuser errichtet werden könnten. Bei einer Bauausschusssitzung hat Bürgermeister Rainhard Zug nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine besonders attraktive Fläche ins Spiel gebracht: das Gelände des TSV an der Straße Am Sportplatz.

Das 30.000 Quadratmeter große Areal gehört der Stadt, der TSV hat es per Erbbaurechtsvertrag gepachtet. Wie und ob der vorzeitig aufgelöst werden kann, ist bislang nicht geklärt. Statt Wohnbebauung sind für Zug auch weitere dringend benötigte Gewerbeflächen eine Option. Tatsächlich befindet sich hinter dem Sporthotel auf dem TSV-Areal eine Fläche, für die ebenfalls eine Bebauung im Gespräch ist, eine ehemalige Mülldeponie.

Friedhof ist in jetziger Form zu groß

Für den TSV hat der Bürgermeister eine Lösung parat: Der Verein könne auf die freie Fläche zwischen Willinghusener Weg und Kupfermühlenweg schräg gegenüber vom Friedhof umziehen. Das sechs Hektar große Gelände ist bislang im Flächennutzungsplan Erweiterungsfläche für den Friedhof. „Das jüngst erstellte Friedhofskonzept hat ergeben, dass die Fläche nicht mehr benötigt wird, der Friedhof in seiner derzeitigen Form sogar noch zu groß ist“, sagt Zug. Andere Nutzungen wären sinnvoll. Einzig das alte, private Forsthaus auf dem Gelände könnte ein Hindernis werden. Bislang sei der Vorschlag aber nicht mehr als eine Idee, so Zug.

Dennoch sorgt der Vorstoß für Wirbel. TSV-Geschäftsführer Joachim Lehmann war zuerst „sprachlos“. „Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Vorteile sehe ich“, sagt er. Mit einem Schlag wäre der Sportverein einen Großteil seiner Probleme los und Anwohner an der TSV-Anlage ihre. Die ärgern sich über Lärm. Ihre Beschwerden haben vor zwei Jahren dazu geführt, dass die unter Jugendlichen beliebte Beach-Volleyball-Anlage wieder abgebaut wurde. Seitdem parken auf der Fläche Autos.

Neuer Standort würde mehr Parkplätze bieten

Für die Sportstätte samt Restaurantbetrieb sowie die Kita nebenan gibt es zudem zu wenig Parkplätze. „Der Fehler liegt Jahrzehnte zurück, die Stadt hat zu wenig gebaut“, sagt Lehmann, der auf alte Unterlagen verweist. Das kommt den TSV heute teuer zu stehen, denn er wird jetzt sechs weitere Stellflächen für jeweils bis zu 8000 Euro bauen müssen.

Solche Probleme hätte der TSV nach einem Umzug nicht, meint Lehmann: „Ein Parkhaus über zwei Ebenen sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr wären Voraussetzungen.“ Auch sonst hat der Vereinschef viele Ideen: neun Tennisplätze, ein Tanzsportzentrum, ein kleines Hallenbad samt Sauna, eine Vereinsgaststätte, zwei Kunstrasenplätze sowie eine Kleinfeldanlage. Mehrere Millionen Euro würde das Ganze kosten. Am Ende müssten die Politiker entscheiden, ob sie die Idee mittragen.