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Stormarns Agenda 2019: Das planen Barsbüttel und Oststeinbek

| Lesedauer: 11 Minuten
Dorothea Benedikt
Die Projekte der Agenda 2019 für Barsbüttel und Oststeinbek.

Die Projekte der Agenda 2019 für Barsbüttel und Oststeinbek.

Foto: Ha / HA

Was kommt in diesem Jahr auf Sie zu? Was sind die Projekte vor Ihrer Haustür? Das Abendblatt gibt Ihnen einen Überblick.

Die Hauptverkehrsachse in Oststeinbek wird für ein Vierteljahr voll gesperrt. Alle Straßenlaternen bekommen LED-Lampen, und in der Gemeinde werden mehr Krippenplätze geschaffen. In Barsbüttel fällt hingegen die Entscheidung, ob zwei Feuerwehrgerätehäuser neu gebaut oder saniert werden. Zudem soll der Barsbüttler Sportverein einen neuen Kunstrasenplatz bekommen – jedoch unter einer Bedingung.

Projekte in Barsbüttel

1. Feuerwehrwachen müssen saniert oder neu gebaut werden

Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in Stemwarde und Willinghusen sind zu klein und erfüllen nicht mehr die neuen Sicherheitsvorschriften. Die Politik wird Ende Februar entscheiden, ob saniert und erweitert oder neu gebaut werden soll. Weil eine Sanierung der Wache in Stemwarde nicht sinnvoll sei, rechnet Bürgermeister Thomas Schreitmüller damit, dass an selber Stelle neu gebaut wird. Kosten: zwei Millionen Euro. Bereits im Spätsommer könnten die Bauarbeiten beginnen. Dann wäre die Wache frühestens Mitte 2020 fertig. In Willinghusen wäre eine Sanierung und Erweiterung für 600.000 Euro deutlich günstiger als ein Neubau für etwa 2,5 Millionen Euro.

2. 15 Hektar großes Gewerbegebiet wird erschlossen

Nachdem das Land Anfang 2018 grünes Licht für die Erweiterung des Gewerbegebietes gegeben hat, soll die 15 Hektar große Fläche in der zweiten Jahreshälfte 2019 erschlossen sein. Dann könnte die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) die Flächen an mittelständische Firmen verkaufen. Drei Hektar hat sich bereits Möbel Höffner für eine Erweiterung gesichert.

3. Sportverein soll einen neuen Kunstrasenplatz bekommen

Der 20 Jahre alte Kunstrasenplatz des Barsbüttler Sportvereins ist kaputt und muss erneuert werden. Die Verwaltung hat bereits diverse Förderanträge gestellt. „Nur wenn es Fördermittel gibt, wird ein neuer Kunstrasen gebaut“, sagt Schreitmüller. Mit einer Entscheidung rechnet er im Sommer. Anschließend könnten die Planungen für den Bau in 2020 beginnen. Nach einer ersten groben Schätzung wird der neue Platz etwa 300.000 Euro kosten.

4. Toiletten an Gemeinschaftsschule werden für 110.000 Euro saniert

Die Toiletten der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule sollen für 110.000 Euro saniert werden. Das Land zahlt rund 70.000 Euro. Nach den Sommerferien sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Auch die WC-Anlagen der Kirsten-Boie-Schule sollten für 155.000 Euro erneuert werden. Doch das Land gibt dafür keinen Zuschuss, sodass keine neuen Sanitärräume gebaut werden. Nur nötige Reparaturen sollen erfolgen.

5. Zusätzliche Sitzbänke am beliebten Spazierweg im Norden

Am Rähnwischredder werden im Frühjahr fünf weitere Sitzbänke aufgestellt. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von bis zu 4000 Euro. Der Weg zwischen zwei Feldern im Norden der Gemeinde ist bei Spaziergängern beliebt.

6. Menschen im Hauptort sollen schnelleres Internet bekommen

Die Vereinigten Stadtwerke planen zusammen mit dem E-Werk Sachsenwald die Verlegung weiterer Glasfaserkabel im Hauptort Barsbüttel. Allerdings wird nur gebaut, wenn genug Einwohner einen entsprechenden Vertrag mit dem Anbieter abschließen.

7 . Medienentwicklungskonzept für drei Schulen geplant

Die Verwaltung möchte die Digitalisierung der drei Schulen weiter vorantreiben und ein Medienentwicklungskonzept für 30.000 Euro in Auftrag geben. „Darin soll ermittelt werden, was wir brauchen, um auch 2025 gut ausgestattet zu sein“, sagt Schreitmüller. Die Politik muss noch zustimmen.

Projekte in Oststeinbek

8 . Möllner Landstraße wird saniert und für drei Monate voll gesperrt

Oststeinbeks Hauptverkehrsstraße, die Möllner Landstraße, wird ab dem 2. September rund drei Monate lang saniert. Dafür wird der 1,8 Kilometer lange Abschnitt zwischen der Stormarnstraße und dem Papendieker Redder (Glinde) für den Verkehr gesperrt. „Für Anlieger wird es eine Ausnahmeregelung geben“, erklärt Bürgermeister Jürgen Hettwer. Sie könnten durch die Baustelle fahren. In den Tagen, an denen die neue Fahrbahn eingebaut wird, sei dies aber nicht möglich.

9. Die Straßenlaternen bekommen neue LED-Lampen

Ende 2019 sollen alle Straßenlaternen mit energiesparenden LED-Lampen ausgestattet sein. Bereits 2018 wurden 230 Lampenköpfe ausgetauscht. 2019 sollen die restlichen 743 Laternen neue LED-Köpfe bekommen. Rund 385.000 Euro kostet die Umrüstung. Vom Land gibt es einen Zuschuss von 77.000 Euro.

10. Kita Gerberstraße wird für Krippenkinder umgebaut

Es fehlen Betreuungsplätze für Krippenkinder. Um diesen Mangel kurzfristig zu beseitigen, werden eine Elementar- und eine Hortgruppe in der Kita Gerberstraße umgewidmet. „Für die Krippe müssen wir die Räume umbauen“, sagt Hettwer. Rund 75.000 Euro soll dies kosten. Für die neue Ausstattung sind 40.000 Euro eingeplant, zudem rechnet die Gemeinde mit Mehrkosten von 77.000 Euro für zwei weitere Vollzeitkräfte. „Nach den Sommerferien wird die Krippe eröffnet.“

11. Detailplanung für neue Grundschule beginnt

Mit rund zwei Jahren Verzögerung sollen 2019 die Planungen für die neue Grundschule auf einem 11.000 Quadratmeter großen Areal zwischen der Gerberstraße der Straße Meessen konkreter werden. „Wir gehen Anfang des Jahres in die Detailplanung“, sagt Hettwer. Mit einem Baustart ist vor 2020 jedoch nicht zu rechnen. 2022 soll die neue Schule stehen. Mehr als 20 Millionen Euro soll der Neubau kosten, der Platz für rund 450 Kinder bieten wird.

12 . Gutachter erstellt Konzept mit Maßnahmen bei Hochwasser

Nach dem Hochwasser am Himmelfahrtstag 2018 sollen Sachverständige ein Klimaanpassungskonzept erarbeiten. Darin wird ermittelt werden, wo das Wasser bei Starkregen hinfließt. „Dort wird dann nicht gebaut“, sagt Hettwer. Zudem sollen die Experten Ende 2019 Vorschläge machen, mit welchen Maßnahmen Schäden gering gehalten werden könnten.

13. Verwaltung bekommt einen neuen Internetauftritt

Oststeinbek soll eine neue Homepage bekommen, die übersichtlicher gestaltet ist. Rund 15.000 Euro sind dafür eingeplant. Weitere 20.000 Euro soll das neue Ratsinformationssystem kosten, mit dem Bürger Sitzungsunterlagen online einsehen können. Die Verwaltung bekommt zudem ein neues Rechnungssystem für etwa 100.000 Euro.

14. Bebauungsplan für Gewerbegebiet soll erarbeitet werden

Die Politik will 2019 festlegen, wie eine 46.600 Quadratmeter große Gewerbefläche bebaut werden soll. Auf dem ehemaligen Allianz-Gelände sollen Dienstleister ansiedeln. Mit Baubeginn vor 2020 ist jedoch nicht zu rechnen.

15 . Öffentliche Gebäude werden auf Asbestbelastung überprüft

Nach dem Asbest-Fund in einer Reinbeker Schule lässt Oststeinbek öffentliche Gebäude untersuchen. Im Januar soll gemessen werden, ob es in der Grundschule, dem Musischen Forum und dem Bauhof ein Belastung mit den gesundheitsgefährdenden Fasern gibt. Auch das erst sanierte Rathaus wird untersucht. „Hier gibt es Leitungen, die wir nicht angefasst haben“, sagt Hettwer. Pro Raum kostet die Prüfung rund 400 Euro. Wie viele Zimmer für ein aussagekräftiges Ergebnis untersucht werden müssen, soll bis Januar ein Sachverständiger klären.

Das wünschen sich die Bürger:

Safiyeh Beikchani aus Oststeinbek wünscht sich eine Umgehungsstraße für die Gemeinde. „Zu den Hauptverkehrszeiten ist immer Stau auf der Möllner Landstraße“, sagt die Physiotherapeutin in Rente, die jahrelang ihre Praxis an der Straße, die nach Hamburg führt, hatte und die Probleme sehr gut kennt. „Abends gibt es dort kein Vorankommen mehr.“ Zudem müsste die Gemeinde an einigen Stellen schöner werden. „Gegenüber dem Rathaus stehen Gebäude, die in einem miserablen Zustand sind. Das muss geändert werden, damit es wieder schön aussieht“, sagt Beikchani, die gern in Oststeinbek lebt und deswegen hofft, dass sich einige Dinge nie ändern: „Hier leben ganz tolle Menschen. Sie sind so herzlich und hilfsbereit.“

Jürgen Ilse (65) aus Barsbüttel wünscht sich eine bessere Busverbindung nach Hamburg. „Es gab vor Kurzem eine Änderung, sodass der Bus nicht mehr eine Schleife fährt und damit zehn Minuten früher in Hamburg ist. Aber die Taktung muss noch besser werden“, sagt der Rentner. Er hofft, dass die Busse zahlreicher am Tag fahren und auch am späten Abend öfter zwischen Hamburg und der Stormarner Gemeinde pendeln. „Zudem muss Barsbüttel für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen. Wir haben unsere Häuser und Wohnungen hier abgezahlt. Aber was ist mit unseren Kindern? Die können sich das Wohnen in Barsbüttel einfach nicht mehr leisten. Es ist viel zu teuer. Da muss die Gemeinde etwas machen“, fordert Ilse.

Das wurde aus den Projekten der Agenda 2018:

Für 2018 hatten sich die Gemeinden Barsbüttel und Oststeinbek viel vorgenommen. Was ist aus den Projekten geworden? Und konnten sie den Zeit- und Kostenplan halten?

In Barsbüttel sind die Bauarbeiten im ehemaligen Pastorat Willinghusen in vollem Gange. Das Gebäude wird wie geplant für rund 560.000 Euro zu einer Kita mit Platz für 40 Kinder umgebaut. Mit wenigen Monaten Verspätung sollen im Mai Jungen und Mädchen einziehen. Deutlich mehr Zeit als angedacht braucht die Planung des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Willinghusen. 2018 sollte das Konzept stehen und ein Bauantrag gestellt werden. Dieses wird nun erst Anfang 2019 abgestimmt.

Der Bau von drei Mehrfamilienhäusern in Willinghusen mit bezahlbaren Wohnungen ist erneut verschoben worden. Der Grund: Die Gemeinde will nicht selbst bauen und vermieten, sondern mit Baugenossenschaften verhandeln.

Auch der geplante Ausbau der Straße Bei den Tannen ist auf Eis gelegt worden. Die Politik will zuvor abstimmen, ob die Bürger weiterhin Ausbaubeiträge zahlen sollen. Entscheidung: Anfang 2019. Planmäßig verläuft die Sanierung des Rathauses. Die neue Drehleiter der Feuerwehr Barsbüttel ist bestellt und wird 2019 ausgeliefert.

In Oststeinbek verzögert sich der Bau von Seniorenwohnungen. Nach dem Hochwasser an Himmelfahrt mussten Pläne für ein Projekt mit 80 Wohnungen an der Brückenstraße überarbeitet werden. Ein Teil der Anlage wird nun weiter weg vom Forellenbach auf Stelzen gebaut.

Das Hochwasser hatte auch Auswirkungen auf den neuen Flächennutzungsplan, der immer noch nicht steht. 2018 sollten Gemeindevertreter Tablets bekommen. Dies ist nicht passiert. Erst soll es eine Datenschutzprüfung geben. Die Planungen für den Umzug des Bauhofs und der Feuerwehr in Havighorst auf die andere Seite der Dorfstraße sind einen Schritt weiter: Die Gemeinde hat ein Grundstück gekauft. Der Umbau zu barrierefreien Bushaltestellen an der Möllner Landstraße startet nach der Sanierung der Straße.

( dob )

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