Stormarn
Bad Oldesloe

Arbeitsagentur fordert bessere Chancen für Schwerbehinderte

An einem Arbeitsplatz für Motorklemmen ist ein Rollstuhlfahrer mit Montagearbeiten beschäftigt.

An einem Arbeitsplatz für Motorklemmen ist ein Rollstuhlfahrer mit Montagearbeiten beschäftigt.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Viele Unternehmen in Stormarn beschäftigen trotz gesetzlicher Vorgaben keine Menschen mit Behinderung

Bad Oldesloe.  239 Menschen mit einer Schwerbehinderung sind in Stormarn derzeit arbeitslos gemeldet. Die Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe, das Jobcenter Stormarn und das Jobcenter Herzogtum Lauenburg setzen sich dafür ein, diese Zahl zu reduzieren.

Die Beschäftigungschancen haben sich verbessert

Generell haben sich die Beschäftigungschancen für Menschen mit Behinderung verbessert. Während in den ersten elf Monaten 2017 durchschnittlich 259 Schwerbehinderte ohne Job waren, sank die Zahl in diesem Jahr um 5,8 Prozent auf 244 Menschen. Zum Vergleich: Die Arbeitslosigkeit insgesamt ist im gleichen Zeitraum um 5,6 Prozent gesunken. „Erfreulich ist, dass aktuell auch Menschen mit Behinderung von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren“, sagt Heike Grote-Seifert, Chefin der Oldesloer Arbeitsagentur.

Nur 38 Prozent der Firmen erfüllen ihre Pflicht

Sie ist trotzdem nicht zufrieden. Denn die gesetzliche Vorgabe, dass Unternehmen mit mehr als 20 Arbeitsplätzen mindestens auf fünf Prozent der Stellen Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen müssen, wird immer noch von vielen Unternehmen in der Region nicht eingehalten, obwohl sie dann Ausgleichszahlungen leisten müssen. „Im Jahr 2016 hatten im Kreis Stormarn nur 38 Prozent der Unternehmen ihre Beschäftigungspflicht in vollem Umfang erfüllt“, sagt Grote-Seifert. Das seien 205 von 546 Unternehmen. Ein Viertel der Firmen beschäftigte demnach gar keinen Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung.

Vorurteile verhindern Einstellungen

Daher appelliert die Chefin der Arbeitsagentur an die Arbeitgeber, sagt: „Nutzen Sie auch das Potenzial der Schwerbehinderten.“ 60 Prozent der jobsuchenden Menschen mit Schwerbehinderung hätten einen qualifizierten Berufsabschluss. Nicht die Qualifikation, sondern vielmehr Vorurteile über Kenntnisse und Fähigkeiten der Schwerbehinderten seien Grund für Unternehmen, auf deren Einstellung zu verzichten.