Stormarn
Schnee und Eis

Stormarner Winterdienste sind für erste Einsätze gerüstet

Ein Streufahrzeug bei einem morgendlichen Einsatz auf der Autobahn

Ein Streufahrzeug bei einem morgendlichen Einsatz auf der Autobahn

Foto: dpa Picture-Alliance / Oliver Berg / picture alliance / dpa

Tausende Tonnen Streusalz und Flüssigsalz sind gebunkert. Verkehrsminister Bernd Buchholz appelliert an die Vernunft der Autofahrer.

Bad Oldesloe.  Die Salzlager sind gefüllt, Maschinen und Fahrzeuge auf Vordermann gebracht. Stormarns Winterdienste sind bereit für Schnee und Eis. Allein der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, zuständig für die Räumung der Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Stormarn, hat 4000 Tonnen Salz eingelagert. 23 Fahrzeuge stehen zur Verfügung, neben den Streufahrzeugen auch Schneepflüge, -fräsen und -schleudern.

„Wir sind gut vorbereitet, um in die Wintersaison zu gehen“, sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Auf den Autobahnen ist nach Bedarf rund um die Uhr ein Streudienst im Einsatz. „Wenn andere noch schlafen, sind unsere Mitarbeiter schon lange im Einsatz, um die Straßen eisfrei zu machen“, betont Buchholz. Eine wichtige Voraussetzung für sicheres Fahren im Winter sei aber auch ein umsichtiges Verhalten der Verkehrsteilnehmer: „Passen Sie ihre Fahrweise den Witterungsbedingungen an und nehmen Sie Rücksicht auf unsere Kollegen“, appelliert Buchholz in Anspielung auf die Versuche vieler Autofahrer, die langsamen Streufahrzeuge bei riskanten Manövern zu überholen.

Die Städte und Gemeinden sind für die Räumung der innerstädtischen Straßen und Wege selbst verantwortlich. Sieglinde Thies ist die Leiterin des Ahrensburger Bauhofs, der für den Winterdienst in der Schlossstadt Sorge trägt. „Wir haben ungefähr 300 Tonnen Salz eingelagert, vier Großfahrzeuge stehen uns für die Straßenräumung und vier Kleinfahrzeuge für die Räumung von Geh- und Parkwegen zur Verfügung. Wir sind also vorbereitet“, sagt sie. Vier Transportkolonnen können Mitarbeiter dahin bringen, wo altmodisch mit Schaufel und Besen geräumt werden muss. Sollte es glatt werden, muss es schnell gehen.

Streusalz ist zum Schutz von Pflanzen für Anlieger verboten

Thies: „Wir beschäftigen einen Rufdienst, der ständig in Bereitschaft ist. Wenn die Wetterprognosen eine Glättegefahr andeuten, kontrollieren Mitarbeiter die Straßen und alarmieren uns.“ Nachtschichten sind für die Kontrolleure die Regel, denn der Check der Straßen erfolgt zwischen 2 und 3 Uhr nachts. „Es gibt einige Stellen in Ahrensburg, die besonders schnell glatt werden“, wissen Thies und ihr Team aus Erfahrung. Problemstellen seien vor allem die Straßen Am Aalfang und Brauner Hirsch sowie der Bereich des Kreisels an der Ecke Fritz-Reuter-Straße/Stormarnstraße. „Meistens sind es tief liegende, freie Straßenzüge“, weiß die Expertin. „Wir streuen entweder mit einem Salz-Granulat-Gemisch oder mit Flüssigsalz, einem Salz-Sole-Gemisch“, erklärt ihr Oldesloer Kollege Dirk Blanke, der den Baubetriebshof der Kreisstadt leitet. „Das hängt vom Bodenbelag ab.“ Zehn Fahrzeuge mit Bürste und Räumschild hat sein Team zur Verfügung, die größten sind mit 18 Tonnen Gewicht echte Schwergewichte. Dazu kommen 250 Tonnen Streusalz. „Das Personal ist im wöchentlichen Wechsel in Tag- und Nachtschicht immer bereit auszurücken“, sagt Blanke.

Ein Meteorologisches Institut versorgt die Mitarbeiter per Smartphone-App mit Wetterdaten. „Ab einer Schwellentemperatur nahe des Gefrierpunktes wird geprüft.“ Es müsse beachtet werden, dass Brücken und Bereiche nahe Gewässern schneller auskühlten, erklärt Blanke. Einen wichtigen Hinweis für die Abendblatt-Leser hat Blanke noch: „Streuen mit Salz ist für Anlieger zum Schutz von Pflanzen und Gewässern in der Regel verboten.“ Oldesloes Baubetriebshofsleiter empfiehlt als Alternative Granulat auf Tonbasis: „Im Unterschied zu Sand zerreiben sich die Tonpartikel im Laufe der Zeit und werden dann vom Regen weggespült. Bei Sand ist das Problem, dass er oft Rohre verstopft, wenn er in die Kanalisation gelangt.“