Stormarn
Musikalische Lesung

TV-Star kommt mit „Weihnachts“-Programm nach Reinbek

Der Oboist Manuel Munzlinger (l.) und Schauspieler Heikko Deutschmann kommen mit ihrem Programm ins Reinbeker Schloss.

Der Oboist Manuel Munzlinger (l.) und Schauspieler Heikko Deutschmann kommen mit ihrem Programm ins Reinbeker Schloss.

Foto: Alexander Rochau

Schauspieler Heikko Deutschmann und Oboist Manuel Munzlinger zeigen mit „Unweihnachten“ die skurrilen Seiten des Festes auf.

Reinbek.  „Horror, Komik und Scheitern sind typische Aspekte des Weihnachtsfestes“ – das zumindest behauptet Kolumnist Harald Martenstein. Seine schwarzhumorigen Texte bieten für den Oboisten und Komponisten Manuel Munzlinger und den Schauspieler Heikko Deutschmann eine Steilvorlage für ein Weihnachtsprogramm der anderen Art. Am Freitag werden sie ab 19.30 Uhr im Reinbeker Schloss keine stille, sondern eine schrille Nacht feiern, das Familienfest von der skurrilen Seite betrachten. Wir haben mit beiden gesprochen.

Komik, Horror und Scheitern sind für Harald Martenstein die Zutaten fürs Fest. Was verbinden Sie damit?

Deutschmann: Die Angst davor, dass ich den Horror des Scheiterns an der eigenen Besinnlichkeit irgendwann nicht mehr komisch finden kann.

Munzlinger: Wenn ich Totensonntag lesen muss, „Rewe wünscht Frohe Weihnachten!“, packen mich Fluchtgedanken und ich frage mich, wo ist eigentlich der Advent geblieben?

Für viele Menschen ist Weihnachten eine ziemlich ernste Angelegenheit. Ganz schön mutig also, die skurrilen Momente zu sezieren. Was reizt Sie daran, den Menschen den Spiegel vorzuhalten und an der Weihnachtsidylle zu kratzen?

Deutschmann: Das Spiegeln ist ja eine der lustvollsten Arten der Bewältigung, und das Kratzen an der Idylle bringt meistens den wertvollen Kern zum Vorschein.

Wie reagiert das Publikum?

Deutschmann: Es scheint, als hätte das Publikum am schrägen Blick auf die eigene Schieflage durchaus Freude. Bis jetzt also kein Türenknallen, keine Schmähungen – aber viele Lachtränen!

Sie spielen das Weihnachtsoratorium von Bach in einer Jazz-Version. Wie nähert man sich musikalisch so einem Meisterwerk?

Munzlinger: Mit dem größten Respekt und Hochachtung vor diesem grandiosen Kunstwerk. Als Oboist inhaliert man ja das Weihnachtsoratorium, seit meiner Studentenzeit habe ich es in ungezählten Kirchen und Konzertsälen gespielt. Wenn ich den Arien hier einen jazzigen Stempel aufdrücke und ins Jetzt rücke, ist es meine Art der Verbeugung vor Meister Bach.

Was war Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk, was ging unterm Baum bei Ihnen selbst mal richtig schief?

Munzlinger: Einmal hatten wir uns versprochen, nichts zu schenken. Das Schönste war, dass ich doch was bekam. Schief ging, dass ich mich daran hielt und kein Geschenk hatte.

Wie verbringen Sie Heiligabend und die Feiertage?

Deutschmann: In der Mitte ein Baum, drumherum die Familie und außenrum wieder Bäume ...

Munzlinger: Ich mache die Tourneeabrechnung, Honorarüberweisungen und meine Steuererklärung. Dann esse ich Kekse.

Karten (25 Euro) an der KulturKasse in der Stadtbibliothek (Hamburger Str. 8) und AK