Stormarn
Veranstaltung

Einkaufen mit Schlagermusik: Ärger in Bad Oldesloe

Wirtschaftsvereinigung distanziert sich von den Plänen.

Wirtschaftsvereinigung distanziert sich von den Plänen.

Foto: HA

„Late Night Shopping“ mit Stars angekündigt. Stadt und Kaufleute distanzieren sich, sie fürchten um ihr gutes Image.

Bad Oldesloe.  Für Sonnabend, 15. Dezember, plant ein Mann namens Joe Berneau in Bad Oldesloe eine Veranstaltung unter dem Namen „Late Night Shopping“ mit Schlagermusik in der Vorweihnachtszeit. Unter den Einzelhändlern hält sich die Begeisterung darüber in Grenzen. Sie fürchten um ihr gutes Image. Denn die meisten Geschäfte werden geschlossen bleiben.

Seit Wochen tingelt Joe Bernau, der mit bürgerlichem Namen Olaf Birkholz heißt, durch die Oldesloer Fußgängerzone und verspricht Einzelhändlern eine neue Veranstaltung: Einkaufen bis in die Nacht, begleitet von Schlagermusik. Big Harry („Dschungelcamp“) soll kommen, Schlagersänger Matthias Eike („Unstillbare Sehnsucht“), Fräulein Menke („Hohe Berge“), Nina la Vida („La Vida“) auch. Doch das Konzept sorgt für Skepsis. „Bei allen Bemühungen muss die Qualität ein wesentliches Merkmal sein“, sagt Nicole Brandstetter von der Wirtschaftsvereinigung. Einzelhändler befürchteten, dass durch den Begriff „Late Night Shopping“ falsche Erwartungen bei Besuchern und den wenigen teilnehmenden Einzelhändlern geweckt werden könnten: Während etwa Ahrensburg mit einem Late-Night-Konzept („Blue Night“) durchaus erfolgreich ist, droht Bad Oldesloe sich zu blamieren.

Der Verein „Klngstdt“ dementiert unterdessen jegliche Beziehung zu Joe Berneau: „Es soll suggeriert worden sein, dass Verbindungen zum Stadtfest bestehen“, sagt Sprecher Patrick Niemeier. Auch die Stadtverwaltung sah sich mittlerweile genötigt, dem Eindruck zu widersprechen, dass das Event von der Stadt selbst initiiert und unterstützt werde. Diese Frage sei nun schon vermehrt an sie herangetragen worden, so Inke Koch. Darüber informierte die Landenflächenmanagerin auch den Bürgermeister und die Fachbereichsleiter. Die Bitte um eine Stellungnahme seitens des Abendblatts blieb von Olaf Birkholz am Dienstag unbeantwortet.